Sie wollten sich den Nazis nicht beugen

Kampf gegen Krieg und Faschismus: Rudolf Littek und Johann Eichenauer

Die Lebensgeschichten von Rudolf Littek und Johann Eichenauer weisen viele Gemeinsamkeiten auf, so gehörten beide Männer der Widerstandsgruppe um Franz Zielasko an. Ab 1943 begann Zielasko, im Ruhrgebiet die Gruppe aufzubauen. Der Gestapo blieben die Aktivitäten der Widerstandskämpfer jedoch nicht lange verborgen. Im August 1943 wurde Zielasko und mit ihm 44 weitere Widerständler verhaftet. Unter den Festgenommenen waren auch Littek und Eichenauer.

Das "Urteil" des so genannten "Volksgerichtshofes"

Das „Urteil“ des so genannten „Volksgerichtshofes“

Bei dem nachfolgenden in Amberg/ Bayern stattfindenden „Prozess“ wurden die Beiden zwar „freige-sprochen“, jedoch nicht aus der Haft entlassen. Nach Rückverlegung in das Gefängnis Gelsenkirchen kamen sie in das so genannte „Arbeitserziehungslager“ (AEL) Lahde bei Petershagen und dann in das KZ Neuengamme bei Hamburg. Als britischen Truppen im April 1945 näher rückten, wurde das KZ Neuengamme von der SS „evakuiert“. Ein Großteil der Häftlinge wurde auf drei in der Neustädter Bucht (Lübeck) liegende Schiffe getrieben. Die „Cap Arcona“, die „Thielbeck“ und die „Athen“ fungierten als schwimmende KZ. Die SS legte es vermutlich darauf an, dass die KZ-Schiffe als vermeintliche Truppen-transporter Ziele britischer Bomber werden könnten. Am 3. Mai 1945 greifen britische Kampfflugzeuge die Schiffe tatsächlich an, rund 7000 der sich an Bord befindlichen KZ-Häftlinge kommen dabei zu Tode. Rudolf Littek und Johann Eichenauer, die sich den Nazis nicht beugen wollten, starben mit ihnen.

Die Stolpersteine, die bald für die beiden Widerstandskämpfer in Gelsenkirchen verlegt werden, sollen nicht nur Anlass für stilles Gedenken sein, sondern auch eine Mahnung, den lautstarken Widerstand gegen Krieg und Faschismus nicht aufzugeben. (aj)

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