„Vergeben muss man, aber Vergessen ist unmöglich…“

Ausstellung über den Horster Holocaust-Überlebenden Herman Neudorf

An die Verlegung eines Stolpersteins für den Holocaust-Überlebenden Herman Neudorf in Gelsenkirchen knüpft eine Ausstellung an, die ab dem 26. Oktober 2012 von Gelsenzentrum in Zusammenarbeit mit Herman Neudorf in der Gesamtschule Horst präsentiert wird.

Die Ausstellung, die nach einem Zitat von Herman Neudorf den Titel „Vergeben muss man, aber Vergessen ist unmöglich…“ trägt, rückt Judenverfolgung und -vernichtung im so genannten „Dritten Reich“ mit der Darstellung der Lebens- und Leidenswege der jüdischen Familie Neudorf in einen konkreten örtlichen und personellen Zusammenhang. Diese Ausstellung soll vor allem junge Menschen, Schulen oder lokale Gruppen erreichen und kann auch ausgeliehen werden.

Herman Neudorf: “Vergeben muss man, aber Vergessen ist unmöglich…”

Die jüdische Familie Neudorf gerät 1938 in die Mordmaschinerie des NS-Staates. Vater Simon stirbt 1941 im KZ Sachsenhausen, Mutter Frieda wird 1944 in Riga ermordet. Herman Neudorf wird im Oktober 1938 im Alter von 13 Jahren mitten aus dem Schulunterricht heraus verhaftet und aus seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen zunächst nach Polen abgeschoben.

Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Gelsenkirchen führt sein weiterer Leidensweg über eines der so genannten „Judenhäuser“ Gelsenkirchens in das Ghetto Riga, von dort in das KZ Kaiserwald weiter über die KZ Stutthof und Buchenwald in das KZ-Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und wieder zurück nach Buchenwald. Herman Neudorf überlebte einen der Todesmärsche und wird am 13. April 1945 bei Gera von amerikanischen Soldaten befreit.

Der 87jährige Herman Neudorf lebt heute in den USA. Auf der Basis seiner Erinnerungen erzählt und dokumentiert die Ausstellung Lebens- und Leidenswege der Familie Neudorf, ihrer Angehörigen und Freunde.

Vielfältiges Pogramm

Sowohl für die Ausstellungseröffnung am 26.10. um 16 Uhr als auch für die Finissage, die am 9.11. um 16 Uhr beginnt, entwickeln Lehrer und Schüler der Jahrgänge 10, 12 und 13 derzeit ein vielfältiges Programm: Neben musikalischen Beiträgen planen die Beteiligten Theaterszenen zum Leben Neudorfs „Das Ende der Kindheit“, eine Kunstinstallation „Wege der Erinnerungen“ sowie weitere Präsentationen zu den Themen Umgang mit der NS-Zeit und Erinnerungskultur. Schülerinnen und Schüler aus der Sek. II führen durch die Ausstellung.

Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zum Besuch der Ausstellung eingeladen. Um vorherige Anmeldung über das Sekretariat der Gesamtschule Horst (Tel. 4503012) wird gebeten. Die Eröffnung und Abschlußveranstaltung können jedoch auch ohne Voranmeldung besucht werden.

Ausleihe möglich!

Die Ausstellung kann von lokalen Gruppen, Schulen, Kirchengemeinden u.a. ausgeliehen werden! Interessierte wenden sich bitte an:

GELSENZENTRUM e.V.
Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte
Devensstrasse 111
45899 Gelsenkirchen
Telefon: (0209) 9994676
Email: Gemeinnütziger Verein Gelsenzentrum

Stolpersteine Gelsenkirchen

Gesamtschule Horst

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