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Archiv der Kategorie Arbeitskreis Stolpersteine Gelsenkirchen

Jeder Stolperstein ein Leben

Ein Name kehrt zurück - Friedrich Wessel

Stolperstein für Friederich Wessel, Bochum-Wattenscheid

Die dürren Angaben in den Akten der NS-Verfolgungsbehörden zeichnen dem ersten Anschein nach eine kriminellen Karriere auf, die aber in Wirklichkeit eine Opferkarriere war, denn Friederich Wessel wurde allein wegen seiner Homosexualität verfolgt und ermordet. Im KZ Buchenwald haben ihn die Nazis zur Nummer degradiert. Haben ihn gedemütigt, kahlgeschoren und entpersönlicht, in gestreifte Einheitskleidung gesteckt, mit einem Rosa Winkel als äußerlich sichtbares Zeichen seiner Homosexualität gekennzeichnet. Ständig war er der Willkür und der brutalen Folter seiner Bewacher ausgeliefert, ständig vom Tod bedroht. Als Nummer wurde er schließlich von den Nazis ermordet - in den NS-Akten wird daraus “auf der Flucht erschossen”. Heute gab Gunter Demnig dem in Ückendorf geborene Plakatmaler Friederich Wessel mit der Verlegung eines Stolpersteins an der Sedanstrasse 7 in Bochum-Wattenscheid seinen Namen zurück.

Dokumentation von Jürgen Wenke: → Ein Stolperstein für_FriedrichWessel

Putzaktion für die Stolpersteine

Am 28. Oktober 2011 werden Stolpersteine geputzt

Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen läd zur alljährlichen Putzaktion für die bisher in Gelsenkirchen verlegten 41 Stolpersteine ein. Für die Putzaktion 2011, die am 28. Oktober stattfindet, werden noch Helferinnen und Helfer  gesucht.

Anlass für die Putzaktion, die in diesem Jahr wieder am 28. Oktober stattfindet, ist das Gedenken und Erinnerung an die so genannte “Polenaktion” am 27./28. Oktober 1938. In diesen Tagen wurden fast 18.000 jüdischen Bürger mit polnischer Staatsangehörigkeit verhaftetet und von Deutschland nach Polen ausgewiesen, darunter fast 80 Menschen aus Gelsenkirchen. Diese Diskriminierungsmaßnahme des NS-Regimes stellte einen ersten Höhepunkt der physischen Judenverfolgung dar und war der Auftakt zur geplanten Vernichtung der europäischen Juden.

Etwa eine Woche nach der Ausweisung seiner Eltern im Rahmen der “Polen-Aktion” erschoß der 17jährige Herschel Feibel Grynszpan aus Verzweiflung darüber in Paris einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft. Dieses Attentat nahmen die Nazis bekanntermaßen zum Anlaß, um die Pogrome (sogenannte “Reichskristallnacht”) in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland zu initiieren.

Beteiligung von Schulklassen

Die Putzaktion der Stolpersteine stellt eine pädogisch wertvolle Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der NS-Terrorherrschaft für Schulklassen dar. Beteiligte Schülerinnen und Schüler finden so bereits im Vorfeld über die Biografien und Leidenswege der ermordeten Menschen einen ganz direkten Zugang zur lokalen NS-Geschichte. Für die Putzaktion 2011 sind Helferinnen und Helfer herzlich willkommen! Interessierte wenden sich bitte bis zum 15. Oktober 2011 an die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen unter Telefon: 0209-9994676 oder per Email an: Heike Jordan, Projektleiterin

Stolpersteine gegen das Vergessen

Verlegungen am 20. August 2011 in Gelsenkirchen

Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen lädt herzlich ein: am Samstag, den 20. August, werden weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt. Die Verlegungen beginnen vor dem Grundstück Im Bahnwinkel 10 gegen 11:00 Uhr. Dort wird ein Stolperstein für den als  Zeuge Jehovas verfolgten Robert Mäusert verlegt. An der Polsumer Strasse 158 wird für Astrid “Iri” Steiner verlegt. Die kleine Astrid wurde wegen ihrer Behinderung Opfer der NS-Psychatrie, Verlegung des Stolpersteins gegen 11:20 Uhr. An der Königsgrätzerstrasse 20 wird für Wilhelm Gorny, der ebenfalls Angehöriger der Religionsgemeinschaft der  Zeugen Jehovas war,  gegen 11:40 Uhr verlegt und an der Essener Strasse 71 für den Widerständler Andreas Schillack jun. gegen 12:10 Uhr. Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.

→ www.stolpersteine-gelsenkirchen.de

Meinen Großvater durfte ich nie kennenlernen

“Die „Stolpersteine“ stehen auch für die Tatsache, „nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg” - Von Volker Taher Neef

Am 1. August 2011 trat der Kölner Künstler Gunter Demnig in Gelsenkirchen in Aktion. Er verlegte in der Ruhrgebietsstadt wieder zahlreiche „Stolpersteine.“ Jeder „Stolperstein“ erinnert an ein menschliches Schicksal und steht für ein Leben, das von den Nationalsozialisten verfolgt und ausgelöscht wurde. Dabei spielt es für Gunter Demnig keine Rolle, warum die Faschisten ein Leben ausgelöscht haben, er weist jedes Mal auf die barbarische Tat hin.

Das zeigte sich deutlich in Gelsenkirchen. „Stolpersteine“ verlegte er vor den Wohnorten von jüdischen Mitbürgern; vor dem Haus eines Wehrmachtsdeserteurs; KPD-Mitgliedern und Zeugen Jehovas. Ob ermordete Homosexuelle, ermordete Bibelforscher, jeder Mensch, der von den NS-Machthabern zu Tode kam, erhält an seinem letzten Wohnort seinen persönlichen Stolperstein, der die Daten des Ermordeten aufweist. (…)

→ Den Artikel auf islam.de weiterlesen

Weitere Stolpersteine werden verlegt

Verlegungen am 20. August 2011 in Gelsenkirchen

Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen lädt ein: am Samstag, den 20. August, werden weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt: Im Bahnwinkel 10 für Robert Mäusert gegen 11:00 Uhr, an der Polsumer Strasse 158 für Astrid “Iri” Steiner gegen 11:20 Uhr, an der Königsgrätzerstrasse für Wilhelm Gorny gegen 11:40 Uhr und an der Essener Strasse 71 für Andreas Schillack jun.  gegen 12:10 Uhr. Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.

Jeder Stolperstein eine Geschichte

Neue Stolpersteine in Gelsenkirchen

Weitere 18 Stolpersteine verlegte Gunter Demnig am Montag in Gelsenkirchen. Die kleinen Gedenksteine, flächenbündig in das Pflaster der Gehwege eingelassen, künden schweigend vom Terror des NS-Regimes, von Rassenwahn und Völkermord. Sie geben den Menschen, die von den Nazis zu Nummern und Aktenzeichen degradiert wurden, mit einer individuell beschrifteten Messingplatte ihre Namen zurück. Und zwar genau dort, wo die Menschen einst zu Hause waren - vor den Türen der Wohnhäuser. Dort funktioniert Verdrängung nicht länger.

→ Ganzen Artikel lesen

Stolpersteine für Opfer des Naziregimes in Gelsenkirchen

Verlegungen am 1. August 2011

Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus, an Menschen, die in den Jahren des Dritten Reiches verfolgt, entrechtet, gedemütigt, in die Flucht getrieben und schlussendlich ermordet wurden. Im Rahmen des Kunstprojektes „Stolpersteine“ des Kölner Bildhauers Gunter Demnig werden Stolpersteine vor den Häusern ins Pflaster der Gelsenkirchener Gehwege eingelassen, in denen die Menschen einst gelebt haben.

Gunter Demnig, der am 1. August zuerst in Tönisvorst Stolpersteine verlegt, wird  um 14 Uhr an der Küppersbuschstrasse 25 den Stolperstein für Oskar Behrendt verlegen. Alexander Behrendt verliest das Verfolgungsschicksal des Widerständlers, Bärbel Beuermann (MdL), wird an die Verfolgung im NS-Staat erinnern. An der Schwanenstrasse erinnert Paul Humann um 14:15 Uhr an Erich Lange. Der Widerständler Erich Lange wurde von den Nazis auf offener Strasse erschossen. Am Rundhöfchen, dem Ort des Mordes, wird um 14:30 Uhr Lothar Wickermann bei der Verlegung des zweiten Stolpersteins für Erich Lange an die zeithistorischen Hintergründe erinnern.

Das Ehepaar Wollenberg wohnte an der Von-der-Recke-Strasse 4, hier wird Ludwig Baum um 14:45 Uhr an das Verfolgungsschicksal der Eheleute erinnern, die im Ghetto Warschau starben. Der Kaufmann Isidor Kahn wohnte Im Lörenkamp 2, bevor er in das Ghetto Riga deportiert wurde. Im Lörenkamp 2 wird der Stolperstein um 15:00 Uhr verlegt. An diesen beiden Verlegeorten wird der Vorbeter der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen das Totengebet “El Male Rachamim” für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust beten.

Gegen 15:15 Uhr spricht Karlheinz Rabas an der Liebfrauenstrasse 38 über das Verfolgungsschicksal von Fritz Rahkob, hier wird der Stolperstein für den Widerständler Rahkob verlegt. Für den als Zeugen Jehovas verfolgten und ermordeten Friederich Poburski wird um 15:30 Uhr ein Stolperstein an der Vandalenstrasse 14, für Peter Heinen, ebenfalls als Zeuge Jehovas ermordet, um 15:45 Uhr an der Neuhüller Strasse 27 verlegt. An beiden Verlegeorten wird Dr. Michael Krenzer an das Schicksal dieser Männer erinnern. An Paul Kusz, der wegen Fahnenflucht von den Nazis enthauptet wurde, wird der Stolperstein, der gegen 16:00 Uhr an der Hohenzollernstrasse 272 verlegt wird,  erinnern.

Ihren Abschluss finden die Stolperstein-Verlegungen an diesem Tag um ca. 16:15 Uhr an der  Bismarckstrasse 152, wo  Demnig 8 Stolpersteine für NS-Opfer jüdischer Herkunft verlegen wird.  

Hier werden Oberbürgermeister Frank Baranowski, der die Anwesenden begrüßen wird und auch die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Judith Neuwald-Tasbach, erwartet. Der Gelsenkirchener Jazz- und  Klezmer-Musiker Norbert Labatzki setzt bei der Verlegung an der Bismarckstrasse musikalische Akzente. An der Bismarckstrasse werden auch Stolpersteine für Moritz und Toni Meyer verlegt. Mark A. Meyer, in New York lebender Enkel der Eheleute Moritz und Toni Meyer, kann leider nicht persönlich teilnehmen: Er  befindet sich auf Hochzeitsreise. Stellvertretend wird Projektleiterin Heike Jordan seine Gedanken auf Englisch und Deutsch verlesen.

An diesem Ort werden auch Stolpersteine  für die Familie Hirschhorn und  für Kurt Rosengarten verlegt.  Auch hier wird der Vorbeter das “El Male Rachamim” beten. Schülerinnen der Evangelischen Gesamtschule Bismarck, die zusammen mit der muslimischen Lehrerin Nagihan Varol die Patenschaft für den Stolperstein, der Käthe Hirschhorn gewidmet wird, übernommen haben, werden trotz Ferienzeit an der Verlegung teilnehmen. Die Stolperstein-Patin Regina Hölscher-Christ wird  ein Gedicht von Jesse Krauß vortragen. Ein Redebeitrag von Ingrid Remmers (MdB), wird die Verlegungen an diesem Tag abschließen.

Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein. Informationen zur Verlegung und zum Projekt unter 0209 9994676. Die Stolpersteine Gelsenkirchen im  Internet: → www.stolpersteine-gelsenkirchen.de

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, den Verlegungen am 1. August 2011 beizuwohnen, und wünschen uns, dass viele Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens durch ihre Teilnahme dazu beitragen, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus als Mahnung für die Gegenwart und Verpflichtung für die Zukunft wach zu halten.

Presse- und Medienmitteilung des Gelsenzentrum e.V - Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen vom 18.7.2011, 20:30 Uhr

Gesamtschule Bismarck stellt Stolperstein-Projekt vor

Stolpersteine werden auf Sommerfest vorgestellt

Auf dem diesjährigen Sommerfest der Evangelischen Gesamtschule Bismarck stellen Schülerinnen Gunter Demnigs Projekt “Stolpersteine” vor. Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die vom nationalsozialistischen Gewalt-Regime ermordet wurden. Es sind pflastersteingroße Betonwürfel, mit einem Messingblech überzogen, die vor dem letzten Wohnort der NS-Opfer flächenbündig in das Pflaster der Gehwege eingelassen werden. Name, Jahrgang und Verfolgungsschicksal der Menschen werden von Hand in das rund 10 x 10 cm große Messingblech eingeschlagen. Über die Stolpersteine “stolpern” heißt stutzen, stehen bleiben, nachdenken - Stolpersteine verursachen natürlich kein tatsächliches stolpern. Seit 2009 werden auch in Gelsenkirchen Stolpersteine verlegt.

Projektleiterin zum Interview eingeladen

Die Schülerinnen haben Heike Jordan, die dass Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen ehrenamtlich betreut, zum Interview in die Schule eingeladen. Elisa Reckort aus der 9c, Denise Heße und Leonie Pawelzik, beide 9d, haben das Interview geführt. Die Schülerinnen wollen nun ein großformatiges Plakat erstellen, auf dem das Gedenk-Projekt Stolpersteine thematisiert wird. Auch Auszüge aus dem Interview sollen darauf vorgestellt werden. Präsentiert wird die Gemeinschaftsarbeit auf dem Sommerfest in der Schulbibliothek. Die muslimische Lehrerin Nagihan Varol war es, die den Schülerinnen den Denkanstoß lieferte und den Kontakt zur Projektgruppe vermittelte. Die Jugendlichen haben die Patenschaft für den Stolperstein übernommen, der Käthe Hirschhorn am 1. August an der Bismarckstrasse 152 gewidmet wird. Dort hatte die Familie Hirschhorn bis zur Deportation gewohnt.

Stolpersteine Gelsenkirchen - Projektgruppe plant Gedenkbuch

Jeder Stolperstein eine Geschichte

Weitere 22 Stolpersteine werden im August 2011 zu den 19 bereits in Gelsenkirchen vorhandenen hinzukommen. Standen bisher der Allgemeinheit die hinter jedem Stolperstein stehenden Lebens- und Verfolgungsschicksale der NS-Opfer ausschließlich auf der Internet-Präsenz der Projektgruppe zur Verfügung, soll jetzt auch eine Dokumentation unter dem Titel „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist …“ in Buchform entstehen.

Zu Wort kommen in der geplanten Publikation auch Überlebende des Holocaust aus Gelsenkirchen, die heute überwiegend in den USA leben. Aber auch Angehörige und Nachfahren der NS-Opfer, die bisher mit einem Stolperstein gewürdigt wurden, werden ihren Teil zu dem Gedenkbuch beitragen. In die Bearbeitung und Erstellung des Gedenkbuches sollen die Patinnen und Paten der einzelnen Stolpersteine mit einbezogen werden. Neben den Texten mit lebensgeschichtlichen Eckdaten und Fotos von den im Gelsenkirchener Stadtgebiet bisher verlegten Stolpersteinen soll auch unveröffentlichtes Material, dass überwiegend aus dem Privatbesitz von Überlebenden stammt, mit in das Druckwerk einfließen. Erscheinen soll die Dokumentation bereits im nächsten Jahr.

(Pressemitteilung der Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen)

Stolpersteine erinnern an Nazi-Verbrechen

Einladung zur Stolperstein-Verlegung in Gelsenkirchen

Am 1. und 20. August 2011 werden in Gelsenkirchen weitere 22 Stolpersteine verlegt. Die Projektgruppe Stolpersteine lädt alle Interessierten herzlich zur Teilnahme an den Verlegungen ein. Uhrzeiten und Verlegeorte entnehmen Sie bitte der Einladung.

→ Einladung zur Stolperstein-Verlegung