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Archiv der Kategorie Kultur Gelsenkirchen

Internationales Kinderfest in Gelsenkirchen

Interkultureller Austausch contra rassistische Hetze

Am 28. April 2012 findet in Gelsenkirchen-Buer in der Realschule an der Mühlenstrasse 15 von 14-18 Uhr ein Internationales Kinderfest statt. Angelehnt ist das Fest an den “Internationalen Tag des Kindes”, der traditionell in der Türkei unter dem Motto “Çocuklarımız geleceğimizdir” (Unsere Kinder sind unsere Zukunft) am 23. 4. begangen wird. Eltern und Kinder, gleich welcher Nationalität, ungeachtet der Kultur, Ethik und Religion, sollen an diesem Tag miteinander feiern. Eine gute Gelegenheit, den interkulturellen Austausch innerhalb der Stadtgesellschaft zu intensivieren.

Zeitgleich will “Pro NRW” vor der Moschee an der Horster Strasse 156 an diesem Tag rassistische Hetze gegen Menschen muslimischen Glaubens jeden Alters verbreiten. Um so wichtiger ist es, Verantwortung zu übernehmen und Flagge zu zeigen gegen die Kulturrassisten von “Pro NRW” und ihre menschenverachtenden Propaganda. Es ist die Aufgabe der Erwachsenen, sich für eine friedliche und bunte Stadtgesellschaft einzusetzen, die unseren Kindern eine sichere Zukunft bietet, eine Zukunft, in der für Diskriminierung und Rassismus kein Platz ist.

Kinderfest

Rainer Vollath - Erste Lesung im Ruhrgebiet

Schwule Männer im KZ

Am Freitag Abend las Rainer Vollath im Gelsenkirchener Kulturraum “die flora” aus seinem Buch “Zwei Lieben” - es war seine erste Lesung im Ruhrgebiet. Der Roman erzählt die Lebens- und Leidensgeschichte des jungen Fritz Weiss. Fritz gehört zu einer in Gelsenkirchen noch weitestgehend unbeachteten Opfergruppe des NS-Regimes: die der schwulen Männer.

Fritz Weiss ist 28 Jahre alt, als er von der Gestapo verhaftet wird. Sieben qualvolle Jahre in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Flossenbürg folgen. Doch auch nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Verfolgung schwuler Männer nicht vorbei, erst 1969 wird der “Schwulen-Paragraf” 175 StGB entschärft, 1994 endgültig abgeschafft. Rainer Vollath erzählt  in “Zwei Lieben” die Geschichte des Fritz Weiss  im Wechsel zwischen den Zeitebenen der Verfolgung im so genannten “Dritten Reich” und der Zeit um 1970. Spannend, lebendig und einfühlsam beschreibt der Autor, wie sich Fritz von den in der NS-Zeit erlittenen Qualen befreit und erst im Herbst seines Lebens sein spätes Glück findet.

Im Anschluss an die Lesung sprach Markus Chmielorz (Rosa Strippe Bochum) über den Eindruck, den dieses bemerkenswerte und berührende Buch bei ihm hinterlassen hat. Ein Buch, das mit dazu beiträgt, dass tausende Unbekannte, die wegen ihrer Homosexualität von den Nazis gedemütigt und ermordet wurden, nicht vergessen werden. Markus Chmielorz erinnerte auch an den Tod des letzten schwulen KZ-Überlebenden Rudolf Brazda, der so gerne rosa Hemden anzog - zur Erinnerung an den “rosa Winkel”, den er selbst und Tausende andere schwule Häftlinge im KZ tragen mussten: “Dass ist die Farbe, mit der uns die Nazis abgestempelt haben, daher trage ich besonders gerne Rosa”.

Rudolf Brazda war der letzte schwule Mann, der noch aus eigenem Erleben von Verfolgung und Leid in der NS-Zeit berichten konnte. Von der oftmals schwierigen Recherche  in den Archiven berichtete an diesem Abend abschließend Jürgen Wenke. Seiner privaten Initiative ist es zu verdanken, dass im Ruhrgebiet in letzter Zeit mehrere Stolpersteine zur Erinnerung an schwule Männer, die zu NS-Opfern wurden, verlegt werden konnten. Bei der nächsten Verlegung  in Gelsenkirchen im Herbst 2012 verlegt Gunter Demnig einen ersten Stolperstein für einen Mann aus unserer Stadt, der von den Nazis wegen seiner Homosexualität verfolgt und ermordet wurde - auch hier hat die Rosa Strippe e.V. die Patenschaft übernommen.

Die Buchhandlung Junius hatte für die Lesung, die für die Zuhörerinnen und Zuhörer eine Bereicherung war, eigens einen Büchertisch organisiert. “Zwei Lieben” ist ein Buch gegen das Vergessen, das man sicherlich nicht so schnell vergisst. Allen, die zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben, sei hier nochmals herzlich gedankt.

Rainer Vollath liest in der “flora” Gelsenkirchen

Die Erinnerung wach halten

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Die “Woche der Erinnerung” fand am Freitagabend mit einem Schweigegang durch die Bahnhofstraße und der daran anschließenden Gedenkveranstaltung “Gelsenkirchener Lichter” ihren Abschluss. Der Tag des Gedenkens an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz erinnerte auch an die erste Verschleppung jüdischer Menschen von Gelsenkirchen nach Riga.

Die Gedenkveranstaltung auf dem Neumarkt in der Gelsenkirchener Innenstadt erinnerte am Abend des 27. Januar an den geplanten, beschlossenen und systematisch durchgeführten Völkermord an den europäischen Juden, Sinti und Roma und schloss dabei alle Opfer des totalitären NS-Regimes ein, ungeachtet ihrer Nationalität, Ethnie, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung oder sonstiger Merkmale. Erinnert wurde auch an diejenigen, die von den Nazis schikaniert, inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden, weil sie Widerstand leisteten oder verfolgten Menschen Schutz und Hilfe gewährten.

An diesem Tag jährte sich auch zum 70. Male die erste Deportation jüdischer Menschen aus Gelsenkirchen. Die allermeisten der am 27. Januar 1942 nach Riga verschleppten jüdischen Menschen wurden von den Nazis ermordet. Die oftmals einzigen Spuren ihres Lebens finden sich heute nur noch in den alten Meldeunterlagen der Stadt. Es sind bürokratischen Vermerke wie „nach dem Osten abgeschoben“ oder „unbekannt verzogen“. Es blieben nur wenige am Leben, die Zeugnis ablegen konnten.

Herman Neudorf, einer der wenigen Gelsenkirchener Juden, die 1945 von den Alliierten befreit wurden, formuliert es so: “Oft wundert man sich selbst, dass man diese schrecklichen Jahre überhaupt überleben konnte.” Veranstalter Andreas Jordan von Gelsenzentrum e.V. sagte in seiner Rede: “Gemeinsam wollen wir heute auch an die Menschen aus Gelsenkirchen denken, denen in Riga und anderswo unbeschreibbares Leid zugefügt worden ist, die dennoch überleben konnten. Ihre Leidenswege sollen heute nicht unbedacht bleiben.” Eine Aufzeichnung der Gedenkveranstaltung wird den in den USA lebenden “Gelsenkirchen Survivors” - eine Gruppe Gelsenkirchener Juden, die den Holocaust überlebt haben - auf Wunsch zur Verfügung gestellt.

Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes NRW und Vorstandsmitglied des Zentralrates und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es sei, “nicht mehr wegzuschauen, denn wir wissen alle, zu was der Nationalsozialismus führte. Leider fehlt hier in Gelsenkirchen aber immer noch ein öffentliches Zeichen der Erinnerung und des Willens, dass Schicksal der aus Gelsenkirchen verschleppten und in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma nie zu vergessen. Der Sinn unseres Gedenkens ist nicht Anklage und Schuldzuweisung, sondern Ermutigung zum handeln - die Erinnerung an das Geschehen durch Zeichen des Gedenkens oder Veranstaltungen wie die heutige ist ein Appell an unsere Verantwortung für unser Zusammenleben heute. Politikerinnen und Politiker sollten darin besonders Vorbilder sein, heutigen Erscheinungen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus endlich entschiedener entgegenzutreten, denn diese sind keineswegs harmloser als damals.”

Marianne Konze spricht zum Holocaust-Gedenktag 2012 in Gelsenkirchen
Marinanne Konze (Jg. 1929) berichtete von Faschismus und Krieg

Auch Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas), Marianne Konze (VVN/BdA), Toni Lenz (MLPD) und Kalle Wittmann (AUF) hoben in ihren Wortbeiträgen hervor, dass es grade in unserer Zeit – nicht nur aufgrund des Terrors der NSU und vieler anderer Nazis in Deutschland – wichtig ist, sich der geschichtlichen Verantwortung Deutschlands während des Nationalsozialismus bewusst zu werden. Die Gelsenkirchener Stadtspitze, wie auch Vertreter der etablierten Parteien, der Kirchen sowie der “Demokratischen Initiative” suchte man auf der Gedenkveranstaltung vergeblich. “Wo ist der Oberbürgermeister von Gelsenkirchen? Wo sind die politischen Vertreter und Vertreterinnen? Warum stehen sie nicht hier?” fragte Bärbel Beuermann (DIE LINKE) in ihrem Wortbeitrag, und weiter führte sie aus: “Ich vermisse diese Solidarität der Stadt Gelsenkirchen und ich mahne an: Wenn Mahnen und Gedenken nicht respektiert wird, dann gehen wir in eine Zukunft, die wir alle nicht haben wollen.” Die Gedenkveranstaltung endete mit dem Appell an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: “Seit wachsam! Nie wieder Faschismus!”

Gedenktage und das Erinnern sind für unsere Gesellschaft wichtig, weil sie Demokratie und Menschenrechte stärken. Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar muss uns auch künftig dazu anhalten, über die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Bedeutung von Nationalsozialismus und Holocaust nachzudenken. Dazu bedarf es einer lebendigen Erinnerungskultur quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und Gruppen in der Stadt.

Der Rote Emscherbote schreibt: Doppeltes Gedenken

Woche der Erinnerung in Gelsenkirchen

Internationaler Holocaust-Gedenktag 2012

Der Internationale Holocaust-Gedenktag, der am 27. Januar europaweit begangen wird, erinnert an alle Menschen, die Opfer des nationalsozialistischen Rassen- und Größenwahns geworden sind. An diesem Tag wurden auch die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Allein in der Mordfabrik Auschwitz starben etwa 1,5 Millionen Menschen auf grausamste Weise. Auschwitz, der deutsche Name eines kleinen Ortes in Südpolen, ist weltweit zum Synonym für den NS-Völkermord geworden.

Im Januar wird  in Gelsenkirchen vom 20.-27. Januar 2012 eine “Woche der Erinnerung” zum Internationalen Holocaust-Gedenktag stattfinden. Die Gedenkwoche mahnt zur Erinnerung an den 70. Jahrestag der so genannten “Wannseekonferenz” (20.1.) und den 70. Jahrestag des größten Deportationstransportes von Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen (27.1.).

Gedenken zum 70. Jahrestag der Deportation nach Riga

In Gelsenkirchen verließ am 27. Januar 1942 der erste und größte “Judensammeltransport” die Stadt. Über 500 jüdische Menschen aus Gelsenkirchen und Umbebung wurden an diesem Tag mit der Deutschen Reichsbahn zunächst in das Ghetto Riga verschleppt. Nur die wenigsten der Menschen überlebten Transport, Ghettos und Konzentrationslager.

Der Verein Gelsenzentrum ruft  Organisationen, Schulen, Initiativen und Verbände zum Mitgestalten der “Woche der Erinnerung” auf:  “Denkbar sind beispielsweise Gottesdienste, Workshops, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen, Zeremonien oder das Verlesen der Namen von NS-Opfern als aktiver Beitrag.  Der 27. Januar soll langfristig integraler Bestandteil der Gelsenkirchener Erinnerungskultur werden” sagt Andreas Jordan von Gelsenzentrum. Der gemeinnützige Verein hat die Woche der Erinnerung” initiiert, geplant sind u.a. Filmvorführungen und Vorträge im Kulturzentrum “die flora” sowie eine Gedenkveranstaltung mit einem Schweigegang und Redebeiträgen. Ihren Abschluss findet die “Woche der Erinnerung” mit dem Entzünden der Gelsenkirchener Lichter auf dem Neumarkt. Infos per Email: a.jordan ätt gelsenzentrum.de oder Telefon:0209/9994676
Quelle: Presse- und Medienmitteilung des Gelsenzentrum e.V. vom 30. November 2011

Wider dem Vergessen

20. - 27. Januar 2012 - Woche der Erinnerung - Gelsenkirchener Lichter

70. Jahrestag der “Wannsee-Konferenz” - Auf der “Wannseekonferenz” vom 20. Januar 1942 kamen 15 hohe Vertreter von NS-Verfolgungsbehörden und Parteidienststellen zusammen, um den bereits begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu planen und zu organisieren. Unter den Teilnehmern war auch der Gauleiter von Westfalen-Nord und Reichsstatthalter Dr. Alfred Meyer, der in Gelsenkirchen als Repräsentant des NS-Regimes äußerst aktiv war. Als Stellvertreter des Reichsministers Alfred Rosenberg war Meyer vom Sommer 1941 bis November 1942 verantwortlich für die drei Hauptabteilungen Politik, Verwaltung und Wirtschaft. In dieser Eigenschaft beteiligte er sich an der Ausbeutung und Plünderung der besetzten sowjetischen Gebiete, der Unterdrückung und Ermordung ihrer Bewohner, besonders der jüdischen Bevölkerung. Auf der Wannsee-Konferenz forderte Meyer, “gewisse vorbereitende Arbeiten” jeweils an Ort und Stelle durchzuführen, ohne jedoch die Bevölkerung zu beunruhigen. In einem Schreiben von Juli 1942, schlug er vor, in der Sowjetunion gegen “jüdische Mischlinge” dieselben Maßnahmen wie gegen Juden zu treffen.

Am 27. Januar, der in vielen Ländern Europas vor dem Hintergrund der Befreiung des KZ Auschwitz als Internationaler Holocaust-Gedenktag zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus begangen wird, jährt sich zum 70. Male das Datum des ersten und größten Deportationstransportes von Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen in das Ghetto Riga.

Anlässlich dieser zeithistorischen Ereignisse zeigt Gelsenzentrum e.V. im Kulturzentrum “die flora” in Gelsenkirchen im Rahmen der “Woche der Erinnerung” die Filme:

Nacht und Nebel

Als Mahnmal gegen das Vergessen entstand 1955, 10 Jahre nach der Auflösung der Konzentrationslager, unter der Regie von Alain Resnais der Film “Nacht und Nebel”. Er nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der “Endlösung”. Dabei verbinden sich einprägsame Bilder mit der Musik Hanns Eislers und der künstlerischen Ausdruckskraft der Schriftsteller Jean Cayrol und Paul Celan (für die deutsche Bearbeitung), die beide den Holocaust überlebten, zu einem Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität. Regie Alain Resnais, Frankreich 1955 (32 Min.) Deutsche Fassung. FSK: 12 Jahre

Einführung (Vortrag): Hartmut Hering

19. Januar 2012 ab 19:00 Uhr im Kulturzentrum “die flora” in Gelsenkirchen, Florastraße 28. Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

“Alles weiß ich noch… und das ist das Schlimme an der Geschichte”

Der 86-jährige Rolf Abrahamsohn aus Marl ist einer der wenigen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Was Rolf Abrahamsohn erzählt, ist spannend, ist aufregend, ist unglaublich - und leider wahr. Sichtlich zerrt die Erinnerung an seinen Kräften, wenn er von den Erlebnissen in der so genannten “Reichskristallnacht” berichtet oder von der Deportation am 27. Januar 1942 aus dem “Judensammellager” auf dem Gelsenkirchener Wildenbruchplatz in das Ghetto Riga. Als er vom gewaltsamen Tod seiner Mutter spricht, versagt dem alten Mann beinahe die Stimme. Abrahamsohn berichtet von seinem Leidensweg, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte, wo er schließlich befreit wurde. In Marl baute sich Rolf Abrahamsohn, dem am 17. November 2011 in Recklinghausen die Auszeichnung “Vestischer Ehrenbürger” verliehen wurde, nach seiner Rückkehr ein neues Leben auf. Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn am 27. Januar 2011 im Gauß-Gymnasium Gelsenkirchen. Eine Aufzeichnung von Jesse Krauß. (53 Min.)

26. Januar 2012 ab 19:00 Uhr im Kulturzentrum “die flora” in Gelsenkirchen, Florastraße 28. Der Eintritt ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

Gelsenzentrum - Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen bereitet derzeit neben den “Gelsenkirchener Lichtern”, die im kommenden Jahr am 27. Januar wieder in der Gelsenkirchener Innenstadt auf dem Neumarkt entzündet werden sollen, weitere Aktionen zum aktiven Gedenken in der “Woche der Erinnerung” vor.

Vertreter interessierter Organisationen, Schulen, Vereine oder Verbände sind herzlich zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten der “Woche der Erinnerung” aufgerufen. Infos per Email bei Gelsenzentrum e.V. - Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen oder unter Telefon 0209 9994676.

Theater-AG nimmt Fahrt auf

Freie Bühne Gelsenkirchen soll auch Begegnungsort werden

Theater-AG: Freie Bühne Gelsenkirchen

Mit der Gründung eines gemeinsamen Theaterprojektes gehen Hans Rüther und der Gemeinnützige Verein Gelsenzentrum jetzt neue Wege. Die Theater-AG “Freie Bühne Gelsenkirchen” will sozialkritisches und kulturübergreifendes Theater machen. Neben den Theater-aufführungen bietet die Freie Bühne szenische Lesungen, Kleinkunst, Kaberett und Musik sowie Kinder- und Jugendtheater an. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Hans Rüther, der die künstlerische Leitung übernommen hat, sagt dazu: “Wir verstehen Theater nicht als Hochglanzprospekt, sondern agieren aus sozialkritischer Verantwortung. Wir wollen humanistisches Gedankengut übermitteln und so Zusammenarbeit und Mitgefühl fördern. Es soll den Anspruch des Theaters auf Vision, Utopie und Widerstand aufgreifen”. Derzeit gastiert die Freie Bühne in den Räumlichkeiten der Alternative e.V. an der Overwegstrasse 53.

Zum Auftakt wird das Theaterstück von James Still “Und dann kamen sie zu mir - Erinnerungen an die Welt der Anne Frank” (Titel der englischsprachigen Originalfassung: “And then they came for me”), dass auf biografischen Material von Anne Franks Jugendfreund Ed Silverberg und ihrer Stiefschwester Eva Schloss aus den Jahren 1939-1945 basiert, aufgeführt.

“Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dieses einfühlsame und erschütternde Drama als ein collagenartig aufgebautes Theaterstück, das mit Fotoeinblendungen, Wochenschaumaterial und Videotechnik inszeniert werden soll, und durch den besonderen Effekt, dass die Darsteller der „jungen Eva“ und des Ed Silverberg immer wieder in einen Dialog mit heutigen Aussagen von Eva Schloss und Ed Silverberg treten, den Blick auf das Thema „Erinnerungen und Weitergabe der Geschichte“ zu richten”, umreißt Hans Rüther die Zielsetzung. Ed Silverberg (Hello), der heute in den USA lebt, schreibt in einer Grußnote im September 2011: “Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem Theaterstück”. Die Freie Bühne sucht für das Drama “Und dann kamen sie zu mir…” noch Laien und AmateurdarstellerInnen mit Lust am Theater. Info und Kontakt per Email unter freie-buehne@gelsenzentrum.de

“Wer Lust hat, sich einzubringen, mitzuarbeiten, auftreten möchte oder Interesse an den anderen Angeboten hat, ist herzlich willkommen. Wir wünschen uns, dass sich die Freie Bühne langfristig zum Treffpunkt der Kulturen entwickelt, zu einem Ort der Begegnung von Deutschen und MigrantInnen” so Heike Jordan, Mitgründerin der Freien Bühne Gelsenkirchen.

Theater-AG des Gelsenzentrum e.V.: → Freie Bühne Gelsenkirchen

Späte Ehre für Kurt Neuwald

Gemeindesaal wird nach Kurt Neuwald benannt

Jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge in Gelsenkirchen

Am 23. November 2011 wäre Kurt Neuwald 105 Jahre alt geworden. Jetzt wird ihm posthum “späte Ehre” zuteil. Der Saal  im jüdischen Gemeindezentrum wird bald seinen Namen tragen. Bereits im Februar 2007 war das neue Gemeindezentrum mit Synagoge auf dem Platz der in der Pogromnacht 1938 niedergebrannten Synagoge eröffnet worden. Der Saal, der mehr als 200 Personen Platz bietet, wird seitdem für  kulturelle und andere Veranstaltungen der Gemeinde genutzt und soll auch Ort der Begegnung sein, davon kündet die Inschrift über den Eingangsportal: “Mein Haus ist ein Haus der Gebete für alle Völker”.

Kurt Neuwald, Überlebender des Holocaust, hatte nach 1945 mit massiver Unterstützung des von Leo Gompertz’ gegründeten “Relief Committee for Jews in Gelsenkirchen” (New York) mit zum Aufbau der jüdischen Nachkriegsgemeinde in Gelsenkirchen beigetragen. Die Eröffnung der neuen Synagoge erlebte Kurt Neuwald jedoch nicht mehr, sein Todestag  jährte sich in diesem Jahr  zum 10. Mal - der Gelsenkirchener Ehrenbürger starb am 6. Februar 2001.

Wir machen Theater

Und dann kamen sie zu mir - Erinnerungen an die Welt der Anne Frank

Mit der Gründung eines gemeinsamen Theaterprojektes gehen Hans Rüther und der Gemeinnützige Verein Gelsenzentrum jetzt neue Wege. Zum Auftakt soll das Theaterstück von James Still “And then they came for me”, dass auf biografischen Material von Anne Franks Jugendfreund Ed Silverberg und ihrer Stiefschwester Eva Schloss aus den Jahren 1939-1945 basiert, aufgeführt werden. Titel der deutschen Fassung: ”Und dann kamen sie zu mir - Erinnerungen an die Welt der Anne Frank”.

Am 14. September 2011 um 19:00 Uhr findet in der Alternative e.V. in Gelsenkirchen, Overwegstraße 53 ein erstes Sondierungsgespräch statt. Dazu sind alle Interessierten herzlichst eingeladen.

Theater: Und dann kamen sie zu mir - Erinnerungen an die Welt der Anne Frank
Grafik: Gelsenzentrum e.V.

Wir machen Theater: → Und dann kamen sie zu mir - Erinnerungen an die Welt der Anne Frank

70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion

Arbeitskreis  bildet sich

In Gelsenkirchen wurde jetzt auf der Mitgliederversammlung des Gelsenzentrum e.V.  die Bildung eines Arbeitskreises beschlossen, der sich ausschließlich mit der Vorbereitung und Planung einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestags des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 2011 befasst. “Wir wollen am 70. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion an das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg den Angehörigen der Völker der ehemaligen Sowjetunion zugefügt haben, erinnern. Lokale zeitgeschichtliche Ereignisse werden mit in die Gedenkveranstaltung einbezogen”, so ein Sprecher des gemeinnützigen Vereins.

→ Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion

Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2011

“Gelsenkirchener Lichter”  erinnern an NS-Opfer

Zur Teilnahme an eine besondere Form der Ehrung und des stillen Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes ruft der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger jeden Alters auf. Ein Licht anzünden - ein Zeichen setzen: Am 27. Januar 2011, am Holocaustgedenktag, sollen im Herzen unserer Stadt Kerzen zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes leuchten. Die “Gelsenkirchener Lichter” sollen zwischen 17-19 Uhr auf dem Neumarkt Höhe Bahnhofstrasse entzündet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

 Gelsenkirchener Lichter - Internationaler Holocaustgedenktag 2011