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Archive für Juli 2011

Stolpersteine für Opfer des Naziregimes in Gelsenkirchen

Verlegungen am 1. August 2011

Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus, an Menschen, die in den Jahren des Dritten Reiches verfolgt, entrechtet, gedemütigt, in die Flucht getrieben und schlussendlich ermordet wurden. Im Rahmen des Kunstprojektes „Stolpersteine“ des Kölner Bildhauers Gunter Demnig werden Stolpersteine vor den Häusern ins Pflaster der Gelsenkirchener Gehwege eingelassen, in denen die Menschen einst gelebt haben.

Gunter Demnig, der am 1. August zuerst in Tönisvorst Stolpersteine verlegt, wird  um 14 Uhr an der Küppersbuschstrasse 25 den Stolperstein für Oskar Behrendt verlegen. Alexander Behrendt verliest das Verfolgungsschicksal des Widerständlers, Bärbel Beuermann (MdL), wird an die Verfolgung im NS-Staat erinnern. An der Schwanenstrasse erinnert Paul Humann um 14:15 Uhr an Erich Lange. Der Widerständler Erich Lange wurde von den Nazis auf offener Strasse erschossen. Am Rundhöfchen, dem Ort des Mordes, wird um 14:30 Uhr Lothar Wickermann bei der Verlegung des zweiten Stolpersteins für Erich Lange an die zeithistorischen Hintergründe erinnern.

Das Ehepaar Wollenberg wohnte an der Von-der-Recke-Strasse 4, hier wird Ludwig Baum um 14:45 Uhr an das Verfolgungsschicksal der Eheleute erinnern, die im Ghetto Warschau starben. Der Kaufmann Isidor Kahn wohnte Im Lörenkamp 2, bevor er in das Ghetto Riga deportiert wurde. Im Lörenkamp 2 wird der Stolperstein um 15:00 Uhr verlegt. An diesen beiden Verlegeorten wird der Vorbeter der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen das Totengebet “El Male Rachamim” für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust beten.

Gegen 15:15 Uhr spricht Karlheinz Rabas an der Liebfrauenstrasse 38 über das Verfolgungsschicksal von Fritz Rahkob, hier wird der Stolperstein für den Widerständler Rahkob verlegt. Für den als Zeugen Jehovas verfolgten und ermordeten Friederich Poburski wird um 15:30 Uhr ein Stolperstein an der Vandalenstrasse 14, für Peter Heinen, ebenfalls als Zeuge Jehovas ermordet, um 15:45 Uhr an der Neuhüller Strasse 27 verlegt. An beiden Verlegeorten wird Dr. Michael Krenzer an das Schicksal dieser Männer erinnern. An Paul Kusz, der wegen Fahnenflucht von den Nazis enthauptet wurde, wird der Stolperstein, der gegen 16:00 Uhr an der Hohenzollernstrasse 272 verlegt wird,  erinnern.

Ihren Abschluss finden die Stolperstein-Verlegungen an diesem Tag um ca. 16:15 Uhr an der  Bismarckstrasse 152, wo  Demnig 8 Stolpersteine für NS-Opfer jüdischer Herkunft verlegen wird.  

Hier werden Oberbürgermeister Frank Baranowski, der die Anwesenden begrüßen wird und auch die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Judith Neuwald-Tasbach, erwartet. Der Gelsenkirchener Jazz- und  Klezmer-Musiker Norbert Labatzki setzt bei der Verlegung an der Bismarckstrasse musikalische Akzente. An der Bismarckstrasse werden auch Stolpersteine für Moritz und Toni Meyer verlegt. Mark A. Meyer, in New York lebender Enkel der Eheleute Moritz und Toni Meyer, kann leider nicht persönlich teilnehmen: Er  befindet sich auf Hochzeitsreise. Stellvertretend wird Projektleiterin Heike Jordan seine Gedanken auf Englisch und Deutsch verlesen.

An diesem Ort werden auch Stolpersteine  für die Familie Hirschhorn und  für Kurt Rosengarten verlegt.  Auch hier wird der Vorbeter das “El Male Rachamim” beten. Schülerinnen der Evangelischen Gesamtschule Bismarck, die zusammen mit der muslimischen Lehrerin Nagihan Varol die Patenschaft für den Stolperstein, der Käthe Hirschhorn gewidmet wird, übernommen haben, werden trotz Ferienzeit an der Verlegung teilnehmen. Die Stolperstein-Patin Regina Hölscher-Christ wird  ein Gedicht von Jesse Krauß vortragen. Ein Redebeitrag von Ingrid Remmers (MdB), wird die Verlegungen an diesem Tag abschließen.

Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein. Informationen zur Verlegung und zum Projekt unter 0209 9994676. Die Stolpersteine Gelsenkirchen im  Internet: → www.stolpersteine-gelsenkirchen.de

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, den Verlegungen am 1. August 2011 beizuwohnen, und wünschen uns, dass viele Bürgerinnen und Bürger Gelsenkirchens durch ihre Teilnahme dazu beitragen, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus als Mahnung für die Gegenwart und Verpflichtung für die Zukunft wach zu halten.

Presse- und Medienmitteilung des Gelsenzentrum e.V - Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen vom 18.7.2011, 20:30 Uhr

Gesamtschule Bismarck stellt Stolperstein-Projekt vor

Stolpersteine werden auf Sommerfest vorgestellt

Auf dem diesjährigen Sommerfest der Evangelischen Gesamtschule Bismarck stellen Schülerinnen Gunter Demnigs Projekt “Stolpersteine” vor. Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die vom nationalsozialistischen Gewalt-Regime ermordet wurden. Es sind pflastersteingroße Betonwürfel, mit einem Messingblech überzogen, die vor dem letzten Wohnort der NS-Opfer flächenbündig in das Pflaster der Gehwege eingelassen werden. Name, Jahrgang und Verfolgungsschicksal der Menschen werden von Hand in das rund 10 x 10 cm große Messingblech eingeschlagen. Über die Stolpersteine “stolpern” heißt stutzen, stehen bleiben, nachdenken - Stolpersteine verursachen natürlich kein tatsächliches stolpern. Seit 2009 werden auch in Gelsenkirchen Stolpersteine verlegt.

Projektleiterin zum Interview eingeladen

Die Schülerinnen haben Heike Jordan, die dass Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen ehrenamtlich betreut, zum Interview in die Schule eingeladen. Elisa Reckort aus der 9c, Denise Heße und Leonie Pawelzik, beide 9d, haben das Interview geführt. Die Schülerinnen wollen nun ein großformatiges Plakat erstellen, auf dem das Gedenk-Projekt Stolpersteine thematisiert wird. Auch Auszüge aus dem Interview sollen darauf vorgestellt werden. Präsentiert wird die Gemeinschaftsarbeit auf dem Sommerfest in der Schulbibliothek. Die muslimische Lehrerin Nagihan Varol war es, die den Schülerinnen den Denkanstoß lieferte und den Kontakt zur Projektgruppe vermittelte. Die Jugendlichen haben die Patenschaft für den Stolperstein übernommen, der Käthe Hirschhorn am 1. August an der Bismarckstrasse 152 gewidmet wird. Dort hatte die Familie Hirschhorn bis zur Deportation gewohnt.

Stolpersteine Gelsenkirchen - Projektgruppe plant Gedenkbuch

Jeder Stolperstein eine Geschichte

Weitere 22 Stolpersteine werden im August 2011 zu den 19 bereits in Gelsenkirchen vorhandenen hinzukommen. Standen bisher der Allgemeinheit die hinter jedem Stolperstein stehenden Lebens- und Verfolgungsschicksale der NS-Opfer ausschließlich auf der Internet-Präsenz der Projektgruppe zur Verfügung, soll jetzt auch eine Dokumentation unter dem Titel „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist …“ in Buchform entstehen.

Zu Wort kommen in der geplanten Publikation auch Überlebende des Holocaust aus Gelsenkirchen, die heute überwiegend in den USA leben. Aber auch Angehörige und Nachfahren der NS-Opfer, die bisher mit einem Stolperstein gewürdigt wurden, werden ihren Teil zu dem Gedenkbuch beitragen. In die Bearbeitung und Erstellung des Gedenkbuches sollen die Patinnen und Paten der einzelnen Stolpersteine mit einbezogen werden. Neben den Texten mit lebensgeschichtlichen Eckdaten und Fotos von den im Gelsenkirchener Stadtgebiet bisher verlegten Stolpersteinen soll auch unveröffentlichtes Material, dass überwiegend aus dem Privatbesitz von Überlebenden stammt, mit in das Druckwerk einfließen. Erscheinen soll die Dokumentation bereits im nächsten Jahr.

(Pressemitteilung der Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen)

Stolpersteine erinnern an Nazi-Verbrechen

Einladung zur Stolperstein-Verlegung in Gelsenkirchen

Am 1. und 20. August 2011 werden in Gelsenkirchen weitere 22 Stolpersteine verlegt. Die Projektgruppe Stolpersteine lädt alle Interessierten herzlich zur Teilnahme an den Verlegungen ein. Uhrzeiten und Verlegeorte entnehmen Sie bitte der Einladung.

→ Einladung zur Stolperstein-Verlegung

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