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Archive für Februar 2012
Linke NRW entsendet Heike Jordan als Wahlfrau nach Berlin
29.2.2012 von Gelsenzentrum.
Engagierte Bürgerin nimmt an Bundesversammlung teil
Am Dienstagmorgen wurde Heike Jordan durch die Landtagsfraktion Die Linke NRW einstimmig zur Wahlfrau für die 15. Bundesversammlung gewählt. Sie gehört damit mit den Stimmen aller Fraktionen zu den am Mittag vom NRW-Landtag bestimmten 133 Wahlmänner und -frauen, die neben den Bundestagsabgeordneten aus NRW am 18. März im Reichstagsgebäude in Berlin das neue Staatsoberhaupt wählen sollen. Die Linke schickt bekanntlich die langjährige Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld bei der Wahl für das höchste Staatsamt gegen Joachim Gauck ins Rennen.
Heike Jordan engagiert sich seit vielen Jahren besonders für Freiheit, Frieden und Demokratie. Die aktive Antifaschistin ist auch Mitglied in der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes). Mit der Nominierung als Wahlfrau soll auch Heike Jordans ehrenamtliches Engagement gegen Faschismus und ihr außergewöhnlicher Einsatz für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen gewürdigt werden.
Quelle: Pressemitteilung des Gelsenzentrum e.V. Gelsenkirchen v. 29.2.2012
Der Rote Emscherbote schreibt: Heike Jordan wählt die Bundespräsidentin
98,7 Radio Emscher Lippe schreibt:
Acht Frauen und Männer aus dem Emscher Lippe-Land dürfen Mitte März über den neuen Bundespräsidenten abstimmen
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DIE LINKE. NRW nominiert Vetreter zur 15. Bundesversammlung
28.2.2012 von Gelsenzentrum.
Aktivisten/-innen sozialer Bewegungen vertreten DIE LINKE. NRW bei der Bundespräsidentinnenwahl
Die Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW, Bärbel Beuermann und Wolfgang Zimmermann, sowie Katharina Schwabedissen, Landessprecherin DIE LINKE.NRW und Hubertus Zdebel, Landessprecher DIE LINKE.NRW begrüßen, dass sich mit Beate Klarsfeld eine engagierte Antifaschistin um das Amt des Bundespräsidenten bewirbt. „Beate Klarsfeld hat sich mit ihrem jahrzehntelangen antifaschistischen Engagement, das sie oft unter persönlichen Risiken ausgeübt hat, großen Respekt erarbeitet“, erklären sie. Ihre Kandidatur belege den hohen Stellenwert des antifaschistischen Kampfes für DIE LINKE. Sie betonen: „Nach zehn männlichen Amtsinhabern ist es Zeit für eine Bundespräsidentin.“
Zur 15. Bundesversammlung, die am 18. März ein neues Staatsoberhaupt wählen soll, schicken Fraktion und Partei DIE LINKE aus NRW acht Frauen und Männer nach Berlin, die sich für Freiheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit einsetzen:
- Hüseyin Avgan (Krefeld), Bundesvorsitzender DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine)
- Ellen Diederich (Oberhausen), Frauenfriedensarchiv Oberhausen
- Siegfried Faust (Jülich), Bündnis Westcastor
- Sylvia Gabelmann (Aachen), Landesvorstand DIE LINKE.NRW
- Klaus H. Jann (Wülfrath), Roter Reporter
- Heike Jordan (Gelsenkirchen), Projektleiterin Stolpersteine Gelsenkirchen
- Ulrich Sander (Dortmund), Bundessprecher VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten)
- Corinna Schönwetter (Herne), Verdi/Schlecker
Als Ersatzdelegierte wurden gewählt:
- Derya Kilic (Troisdorf), Studentin
- Andreas Rau (Hamm), Aidshilfe
Pressemitteilung DIE LINKE. Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf, den 28.02.2012
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Erinnerung vor den Türen der Häuser
20.2.2012 von Gelsenzentrum.
Stadtrundgänge - Jeder Stolperstein ein Leben
Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen des Gelsenzentrum e.V. bietet ab Frühjahr 2012 kostenlose Stadtrundgänge für Schulklassen, Einwohner und Gäste der Stadt entlang der in Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine an. Bei den Stadtrundgängen “Jeder Stolperstein ein Leben” wird das von dem Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufene Erinnerungs-Projekt Stolpersteine und die Bedeutung des Projekts für die lokale Erinnerungskultur erläutert.
Die Stolpersteine für Menschen, die von den Schergen des NS-Terrorregime gedemütigt, entrechtet, verfolgt und schlussendlich ermordet wurden, werden vor den Türen der Häuser verlegt, in denen die Menschen einst lebten. Und genau dort werden bei den Rundgängen die persönlichen Lebens- und Leidensgeschichten der Menschen erzählt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten so die Möglichkeit, sich mit konkreten und realen zeitgeschichtlichen Ereignissen aus ihrer unmittelbaren Lebensumfeld auseinandersetzen.
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Zwei Lieben - Lesung mit Rainer Vollath in Gelsenkirchen
12.2.2012 von Gelsenzentrum.
“Uns haben sie einfach vergessen…” - schwule Männer als Opfer des NS-Terrors und in der jungen Bundesrepublik
Lange blieb das Schicksal schwuler Männer und deren Verfolgung in der Zeit zwischen 1933 und 1945 im Verborgenen. Der berüchtigte Paragraph 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, galt in der während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft verschärften Version unverändert in der Bundesrepublik Deutschland - bis zum Jahr 1969.
Der Autor Rainer Vollath hat sich in seinem Buch “Zwei Lieben” diesem verdrängten Kapitel deutscher Geschichte gewidmet. Am Freitag, den 30. März 2012 liest er um 19 Uhr im Kulturzentrum “die flora” in Gelsenkirchen, Florastraße 26, aus seinem zeitgeschichtlichen Roman “Zwei Lieben”.
Möglich wurde diese Lesung durch eine Kooperation des Vereins Rosa Strippe, der in Bochum die zweitgrößte psychosoziale Beratungsstelle für Lesben, Schwule und deren Angehörige in NRW betreibt und der Projektgruppe STOLPERSTEINE des Gelsenzentrum e.V. in Gelsenkirchen. Beide Initiativen widmen sich schon seit langem der Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus. Auf Initiative der Rosa Strippe e.V. hat der Künstler Gunter Demnig im Februar in Dortmund einen weiteren Stolperstein für ein schwules Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Auf Initiative der Gelsenkirchener Projektgruppe wird dort im September ein Stolperstein für einen verfolgten schwulen Mann dazukommen. Die Recherchen für die Stolpersteine stammen von Jürgen Wenke, der seit langem die Lebensgeschichten schwuler Männer während der NS-Zeit erforscht und der am 30. März auch von seiner Arbeit berichten wird.
In einem Interview hat der 1966 geborene Autor Rainer Vollath über seine Beweggründe gesprochen, “Zwei Lieben” zu schreiben. Er habe das Buch wider das Vergessen schreiben wollen: “Ich wünsche mir, dass das Leben und Leiden der verfolgten Schwulen im Nationalsozialismus, aber auch in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik der Nachwelt im Gedächtnis bleibt”, so der Autor weiter. So erzählt er die Lebensgeschichte von Fritz Weiss, der als 28jähriger im Berliner Tiergarten von der Gestapo verhaftet wird und daraufhin sieben Jahre in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Flossenbürg inhaftiert bleibt.
Und der Roman erzählt nicht nur die Geschichte der Homosexuellenverfolgung in Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur. Er erzählt eben “Zwei Lieben” und auch von der Kriminalisierung und Verfolgung von schwulen Männern in der jungen Bundesrepublik bis hin zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre. Sie ging einher mit der Strafrechtsreform, die erst 1969 -24 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Terrorherrschaft unter dem Hakenkreuz den berüchtigten Paragraphen 175 wieder entschärfte. Die vom nationalsozialistischen Regime verschärfte Fassung, die männliche Homosexualität unter Strafe stellte, galt eben auch in der jungen Bundesrepublik unverändert weiter, wollte man darin doch kein spezifisch nationalsozialistisches Unrecht erkennen. Und die Geschichte dieses Paragraphen endete erst 1994 nach dem Beitritt der Länder der ehemaligen DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, nach der Wiedervereinigung Deutschlands.
Der Eintritt zur Lesung ist frei. Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen wird gebeten.
Informationen erhalten Interessierte auch unter www.rosastrippe.de oder www.stolpersteine-gelsenkirchen.de
Quelle: Pressemitteilung der Rosa Strippe
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