- … über den Tellerrand (145)
- Arbeitskreis Stolpersteine Gelsenkirchen (50)
- Ausstellung Zeitgeist (11)
- Gelsenkirchen Allgemein (116)
- Kultur Gelsenkirchen (60)
- Stadtgeschichte Gelsenkirchen (59)
- Veranstaltungskalender Ruhr (49)
- Videos (5)
- 2.9.2010: Nazis planen Großaufmarsch durch Dortmund
- 1.9.2010: Antikriegstag 2010 in Gelsenkirchen
- 31.8.2010: Mahntafel erinnert an die Nazi-Zeit
- 25.8.2010: Erste Stolpersteine in Skandinavien
- 22.8.2010: Zehn Jahre Deutsches Riga-Komitee
- 21.8.2010: Gedenkfeier für die Ruhrkämpfer in Gelsenkirchen
- 19.8.2010: Ein Wettbewerbsbeitrag: Sie sollen nicht vergessen sein
- 19.8.2010: Pressemitteilung - AUF Gelsenkirchen
- 15.8.2010: Kumpel für AUF - Pressemitteilung
- 13.8.2010: Gelsendienste verbietet Gedenkfeier - politische Willkür?
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Oktober 2007
- August 2007
- Juli 2007
- Juni 2007
- Mai 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
- Dezember 2006
- 0
Nazis planen Großaufmarsch durch Dortmund
2.9.2010 von Gelsenzentrum.
Wenn Nazis marschieren, ist Widerstand Pflicht
Am 4. September 2010 wollen sich Neofaschisten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland zum 6. Mal in Folge in Dortmund versammeln. Hintergrund ist der alljährlich am 1. September stattfindende Antikriegstag, den die neuen Nazis (”Autonome Nationalisten”) für sich vereinnahmen und zum so gennanten “Nationalen Antikriegstag” erklärt haben.
Bereits in den letzten Jahren zogen Neonazis mit der Losung “Nie wieder Krieg!” durch Dortmunds Straßen. Sie fügten hinzu: “Nach unserem Sieg!” – also dem Sieg des “Nationalen Sozialismus”. Die Neonazis bejubeln den beispiellosen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion ebenso wie die Massenvernichtung der europäischen Juden. Sie leugnen die Verbrechen von Wehrmacht und Waffen-SS, tragen Slogans wie “Unser Großvater war ein Held!“ bzw. “Opa war kein Mörder” vor sich her. Verschiedene Bündnisse und Organisationen rufen zu Gegendemonstrationen gegen Rechts am kommenden Samstag in Dortmund auf.
Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Hochburg von militanten Neonazis entwickelt. Brutale Übergriffe auf MigrantInnen und linke Jugendliche, auf alternative Buchläden und Zentren, Parteibüros und Privatwohnungen von Antifaschistinnen und Antifaschisten häufen sich. Am 1. Mai 2009 griffen Neofaschisten die 1. Mai-Demo des DGB an. Der Punk Thomas Schulz wurde 2005 von einem jugendlichen Neofaschisten in der Dortmunder Innenstadt erstochen. Im Jahr 2000 hatte der als Neonazi bekannte Dortmunder Michael Berger den Polizisten Thomas Goretzky in Dortmund-Brackel erschossen und danach zwei weitere Beamte, Ivonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz, in Waltrop.
Den Antifaschistinnen und Antifaschisten wurde der Platz vor der Steinwache (Gedenkstätte ehemaliges Gestapo-Gefängnis) als Auftaktort für die Gegenveranstaltung verweigert, dort dürfen sich stattdessen die alten und neuen Nazis versammeln.
Blick nach Rechts
Tagsüber sind sie mit Flugblättern und Buttons „bewaffnet“, nachts ziehen sie mit Steinen und Reizgas los – Dortmunder Neonazis vor ihrem großen Event: dem „Nationalen Antikriegstag“.
Mehr zum Thema: → bnr.de - Alljährlicher September-Marsch
Geschrieben in ... über den Tellerrand | Drucken | Keine Kommentare »
Antikriegstag 2010 in Gelsenkirchen
1.9.2010 von Gelsenzentrum.
Gedenken an den deutschen Überfall auf Polen vor 71 Jahren
Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen begann am 1. September 1939 der 2. Weltkrieg. Der Hitlerfaschismus steckte die Welt in Brand, der Weltkrieg forderte mehr als 55 Millionen Tote unter den Völkern und haben das Leben der nachfolgenden Generationen nachhaltig geprägt. Nachdem in Europa bereits am 8. Mai die Waffen schwiegen, warfen die USA im August auf die japanische Stadt Hiroshima die erste Atombombe ab, der drei Tage später, am 9. August 1945, eine weitere Atombombe auf Nagasaki folgte.
Am 1. September 2010 fanden in Gelsenkirchen zwei Veranstaltungen zum Antikriegstag statt. Am Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Stadtgarten wurden Blumen niedergelegt. Hier hatten sich Vertreter von VVN/BdA, der Linkspartei, der Linke Alternative und der DKP zum stillen Gedenken zusammengefunden. Marianne Konze erinnerte in ihrer Rede an den deutschen Überfall auf Polen und an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Sie betonte, dass der 2. Weltkrieg mit all seinen schrecklichen Verbrechen uns allen eine bleibende Mahnung Aufforderung und Verpflichtung sein muß, uns jeder Form von Rassismus und Neofaschismus in den Weg zu stellen.
Bereits um 17 Uhr fand auf dem Preuteplatz in der Gelsenkirchener Innenstadt eine Protestaktion zum Antikriegstag der MLPD Gelsenkirchen und deren Jugendverband REBELL statt. Der MLPD-Kreisvorsitzende Toni Lenz hatte zu dieser Protestaktion aufgerufen. Auch hier wurde an den Überfall auf Polen durch den Hitler-Faschismus am 1. September 1939 erinnert, verbunden mit der Forderung nach Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
Geschrieben in Gelsenkirchen Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Mahntafel erinnert an die Nazi-Zeit
31.8.2010 von Gelsenzentrum.
Schalker Gymnasium stellt sich der NS-Vergangenheit
Seit dem Sommer 2010 erinnert nun eine Mahntafel im Schalker Gymnasium auch an die Verfolgten und Entrechteten der Hitlerschen Gewaltherrschaft. Bisher erinnerte eine Gedenktafel neben der Säule, die man beim Abbruch des alten Schulgebäudes an der Schalker Strasse in den Fünfzigern “gerettet” hatte und im Eingangsbereich des Gymnasiums an der Liboriusstrasse aufstellte, lediglich an die “Gefallenen des Schalker Gymnasiums” in den beiden Weltkriegen. Wobei schlicht “vergessen” wurde, das die Schule im Dritten Reich offiziell garnicht “Schalker Gymnasium” hieß.
Nur noch wenigen Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern ist bekannt, dass das Gymnasium an der Schalkerstrasse im so genannten Dritten Reich “Adolf-Hitler-Gymnasium” hieß. In dieser Zeit hatten jüdische Schüler und auch Lehrer unter Repressionen zu leiden, ehe sie gezwungen wurden, die Schule ganz zu verlassen.
Mit dem veränderten Geschichtsbewußtsein in jüngerer Zeit hat man sich entschlossen, direkt neben dieser Säule nun eine weitere Gedenktafel anzubringen, die an die verfolgten Schüler und Lehrer dieser Schule in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur erinnert.
Der Text auf der Mahntafel endet mit den Sätzen: “Die geschichtlichen Ereignisse ungeschehen machen können wir nicht. Sie als Mahnung für die Zukunft verstehen können wir. Zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.”
→ Schule unterm Hakenkreuz - das “Adolf-Hitler-Gymnasium” in Gelsenkirchen-Schalke
Geschrieben in Stadtgeschichte Gelsenkirchen | Drucken | Keine Kommentare »
Erste Stolpersteine in Skandinavien
25.8.2010 von Gelsenzentrum.
Stolpersteine in Oslo
Am 30. August 2010 wird Gunter Demnig die ersten 19 Stolpersteine in Oslo verlegen. Damit wird Norwegen das zehnte europäische Land, in dem Stolpersteine an NS-Opfer erinnern. Verlegt werden die Stolpersteine vor dem Haus Calmeyers gate 15, aus dem am 26 November 1942 alle 19 jüdischen Bewohner nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet wurden. Im Hinterhof des Hauses befindet sich heute das Jüdische Museum Oslo, dass maßgeblich an der Realisierung des Projektes Stolpersteine in Oslo beteiligt ist. Von den insgesamt 771 deportierten norwegischen Juden überlebten nur 34 die Shoa.
Mehr zum Thema: → Jüdische Allgemeine
Geschrieben in Arbeitskreis Stolpersteine Gelsenkirchen | Drucken | Keine Kommentare »
Zehn Jahre Deutsches Riga-Komitee
22.8.2010 von Gelsenzentrum.
Erinnerung an den Massenmord in Riga-Bikernieki
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Riga-Komitees im Jahr 2010 nahmen Repräsentanten aus 22 Städten, die Mitglied im Deutschen Riga-Komitee sind, am 9. Juli 2010 an einer Gedenkfeier teil, die an der Gräber- und Gedenkstätte in Riga-Bikernieki stattfand. Darunter Bürgermeister Hermandung als Vertreter der Stadt Gelsenkirchen und auch die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen.
Im Riga-Komitee wirken inzwischen 38 deutsche Städte und die Stadt Wien zusammen. Das Komitee hat sich zum Ziel gesetzt, an das Schicksal von über 25.000 deutschen Juden zu erinnern, die in den Jahren 1941/42 nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki, im Ghetto Riga sowie verschiedenen anderen Nebenlagern und Orten ermordet wurden. Die Repräsentanten von 13 deutschen Großstädten und der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatten am 23. Mai 2000 in Berlin das “Deutsche Riga-Komitee” gegründet. Neben weiteren Städten, die später beigetreten sind, gehört seit 2007 auch die Stadt Gelsenkirchen zu diesem Komitee.
Am 9. Juli 2010 begannen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen den Tag mit einer Kranzniederlegung am Freiheitsdenkmal in der Innenstadt von Riga. Danach suchte die Delegation, zusammen mit 25 deutschen und lettischen Jugendlichen die ehemalige Große Choral Synagoge an der Gogolstraße, den Alten Jüdischen Friedhof und den Wald von Rumbula auf. In diesem Wald haben SS- und Polizeinheiten unter Beteiligung lettischer Hilfskräfte am 30. November und und 8. Dezember 1941 mehr als 28.000 Juden ermordet. Darunter waren auch 1.053 Berliner Juden.
Im Wald von Bikernieki trafen sich die Repräsentanten dann zu einer Gedenkstunde mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde Riga, des lettischen Staates, der Stadt Riga und mit letzten Ghetto-Überlebenden. Die deutschen und lettischen Jugendlichen verlasen die Namen der Deportierten aus den deutschen Städten, die zuletzt dem Riga-Komitee beitraten. Ein Vertreter der Delegation hielt eine Gedenkansprache. Anschließend wurden Kränze niedergelegt, ein christliches Gebet und ein Kaddisch für die Toten der Shoa gesprochen.
→ Erinnerungen von Herman Neudorf: Das war Riga …
Geschrieben in Stadtgeschichte Gelsenkirchen | Drucken | Keine Kommentare »
Gedenkfeier für die Ruhrkämpfer in Gelsenkirchen
21.8.2010 von Gelsenzentrum.
90 Jahre Rote Ruhrarmee
Am Mahnmal für Opfer des Ruhrkampfes 1920 und der faschistischen Gewaltherrschaft 1933-1945 auf dem Friedhof Horst-Süd fand heute ein feierliche Gedenkfeier mit einer Kranzniederlegung statt. Zahlreiche Menschen haben heute gemeinsam der Toten gedacht, die für die Freiheit starben.
Am 13. März 1920 wollten militante rechte Kreise mit dem sogenannten Kapp-Lüttwitz-Putsch den ersten Versuch einer deutschen parlamentarischen Demokratie beenden. Mit einem Generalstreik der Arbeiterschaft in Deutschland wurde der Putsch jedoch zum Scheitern gebracht. Nach dem Ende des Putsches ließ die Reichsregierung den andauernden bewaffneten Widerstand im Ruhrgebiet durch die “Rote Ruhrarmee” im März und April 1920 von der Reichswehr und den Freikorps niederschlagen.
Zahlreiche Redebeiträge wurden von den Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen teilnehmenden Gruppierungen gehalten. Heike Jordan, Sprecherin des gemeinnützigen Vereins Gelsenzentrum und VVN-Mitglied, die an der Gedenkfeier im Rahmen des Projektes NO NAZIS 2010 teilnahm, betonte in ihrer Rede, wie wichtig es ist, gegen faschistische Umtriebe Flagge zu zeigen: “Der Tod aller Opfer des Faschismus muss uns, die wir gegen das Vergessen, das Verdrängen und Ignorieren aktiv sind, mahnende Erinnerung sein, in unseren antifaschistischen Bestrebungen nicht nachzulassen. Die Geschichte lehrt uns: Wir müssen wachsam sein!” Unter den Klängen des antifaschistischen Kampfliedes “Bella Ciao” legten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Blumen am Mahnmal nieder.
→ Gedenkfeier für die Ruhrkämpfer in Gelsenkirchen mit Fotostrecke
→ Die Rote Ruhrarmee im Ruhrkrieg 1920
Geschrieben in Kultur Gelsenkirchen | Drucken | Keine Kommentare »
Ein Wettbewerbsbeitrag: Sie sollen nicht vergessen sein
19.8.2010 von Gelsenzentrum.
Ausländische Zwangsarbeiter in Gelsenkirchen-Hassel während des 2. Weltkrieges
Vor dem Hintergrund lokalhistorischer Ereignisse im Ortsteil Hassel zwischen 1940-1945 wurde ein Geschichts- und Politikprojekt als Wettbewerbsbeitrag von einer Schülergruppe der Klasse 10b der Hauptschule am Eppmannsweg aus Gelsenkirchen-Hassel im Jahr 1993 erarbeitet. Ein exemplarisches, sehr bemerkenswertes Beispiel für zivilgesellschaftliches Engagement Jugendlicher gegen den erstarkenden Rassismus Anfang der 90er Jahre. Die Jugendlichen erreichten mit ihrer Arbeit die Aufstellung einer Erinnerungstafel, eingelassen in einen Findling. Anläßlich der Thematisierung des Schicksals des polnischen Zwangsarbeiters Walerjan Wróbel im Geschichtsunterricht erfuhren die Schülerinnen und Schüler 1993 von ihrem Geschichtslehrer, dass es auch in Gelsenkirchen-Hassel Zwangsarbeiterlager in der Zeit der Hitlerschen Gewaltherrschaft gegeben hat.
Weiterlesen → auf www.gelsenzentrum.de
Geschrieben in Stadtgeschichte Gelsenkirchen | Drucken | Keine Kommentare »
Pressemitteilung - AUF Gelsenkirchen
19.8.2010 von Gelsenzentrum.
Gedenkfeier für Ruhrkämpfer findet statt
Nachdem das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung von AUF, Freidenkerverband Gesenkirchen sowie Kumpel für AUF am 17.8.2010 abgelehnt und dagegen beim Oberverwaltungsgericht Münster am 18.8.2010 Beschwerde eingelegt wurde, erklärt der Vorstand von AUF Gelsenkirchen nach einer a.o. Vorstandssitzung am 19.8.: Das würdige Gedenken für die Ruhrkämpfer von 1920 am Samstag, dem 21.8.2010 um 14 Uhr findet auf jeden Fall statt. Der Treffpunkt am Friedhof Horst Süd (Parkplatz am Friedhof Horst Süd, Am Schleusengraben, ab 13:30 Uhr) bleibt in jedem Fall.
Zu Beginn wird über die dann aktuelle Rechtslage informiert und das würdige Gedenken dementsprechend durchgeführt. AUF Gelsenkirchen protestiert in jedem Fall entschieden gegen die Unterdrückung einer angemessenen Würdigung der Vorkämpfer von 1920.
“Bis zu 100.000, vor allem Bergleute, haben ihr Leben für Demokratie und Arbeiterrechte aufs Spiel gesetzt und über Parteigrenzen hinweg gemeinsam erfolgreich den faschistischen Putsch von Kapp und Lüttwitz zurückgeschlagen. Zum “Dank” dafür wurden viele anschließend niedergemetzelt – in einer unseligen Kooperation von Freikorps, Reichswehr und SPD-Führung”, erinnert Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete von AUF Gelsenkirchen. Die Intention von Stadtspitze Gelsenkirchen und Verwaltungsgericht erscheint dem AUF-Vorstand eindeutig: Diesen historischen Tatsachen soll die Gedenkfeier keinesfalls politisch Rechnung tragen. “Politischer Ermordungen muss aber auch politisch gedacht werden – so wie es immer wieder auch bei anderen Anlässen wie Bergwerksunglücken, Reichspogromnacht oder ähnlichen von den unterschiedlichsten politischen Kräften in Gelsenkirchen praktiziert wird. Hier wird eindeutig und aus durchsichtigen Motiven mit zweierlei Maß gemessen” kritisiert Janine Heinlein, Vorstandssprecherin von AUF Gelsenkirchen.
Dabei stand für die Veranstalter immer außer Frage, dass das Gedenken würdig, in einer der Umgebung des Friedhofs angemessenen Form durchgeführt wird. “Vielleicht tritt den Verantwortlichen der Stadt – die vermutlich Gelsendienste nur vorschieben – unangenehm in Erinnerung, dass die Auseinandersetzung um den Kapp-Putsch nicht nur in Berlin oder in Stuttgart stattfand – sondern Horst lebendiger Schauplatz des Geschehens war” vermutet Manuela Reichmann, ebenfalls vom AUF-Vorstand.
Tausende sammelten sich nämlich nach dem faschistischen Putsch zum Protest an der Rennbahn, auf der Essener Straße – wo damals das Rathaus war – schrieben sich die Kämpfer für die Rote Ruhrarmee ein und auch Horster wurden ermordet. - 1000 gute Gründe, am Samstag seine Ehrerbietung vor den Ruhrkämpfern zu erweisen.
Geschrieben in Gelsenkirchen Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Kumpel für AUF - Pressemitteilung
15.8.2010 von Gelsenzentrum.
Stadt muss sich unverzüglich gegenüber dem Verwaltungsgericht erklären
Wie aus WAZ-Artikel vom 13.08.2010 zu erfahren ist, wurde die Gedenkfeier am Grabmal der in den Märzkämpfen 1920 gefallenen Arbeiter auf dem Friedhof Horst-Süd durch die Stadtbürokratie verboten. Dagegen haben die Veranstalter u.a. der Freidenkerverband Gelsenkirchen, Kumpel für AUF e.V. sofort eine einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht beantragt. Das Verwaltungsgericht hat nun die Stadt aufgefordert, unverzüglich dazu Stellung zu nehmen.
„Dieser Vorgang zeigt, dass das Verwaltungsgericht diese Sache sehr ernst nimmt. Wir selbst wenden uns an die breite demokratische Öffentlichkeit. Diese politische Willkür der Stadtbürokratie darf nicht durchkommen! Es kann nicht sein, dass die Kulturhauptstadt 2010 gefeiert wird, und zugleich in den breit öffentlich publizierten Veranstaltungen kein Wort über die rote Ruhrarmee verloren wird sowie die Gedenkfeier sogar verboten wird. Es steht der Verdacht, dass die unrühmliche Rolle der SPD-Regierung in den Märzkämpfen, als sie sich nach Abtreten der Putschisten Kapp/Lüttwitz mit Hilfe der Freikorps Massaker an Bergleuten verüben ließ, der Grund für das Verbot der Gedenkfeier ist“ empört sich Gerd Buckler, Stadtsprecher von Kumpel für AUF.
„Die Märzkämpfe waren immerhin der größte revolutionäre Aufstand in Deutschland seit den Bauernkriegen. Es waren vorwiegend junge Bergleute aus dem Ruhrgebiet, die den faschistischen Putsch erfolgreich bekämpft haben. Diese kämpferische und revolutionäre Kultur der Bergleute zu verankern, das ist gerade heute sehr aktuell! So stehen doch die Bergleute im Ruhrgebiet und an der Saar angesichts des Betrugs um das Scheitern der Kohlevereinbarung vor der Herausforderung, den Kampf um ihre Arbeitsplätze aufzunehmen“.
Die Montagsdemonstration am 16.08. um 18 Uhr am Platz der Montagsdemo – ehemals Preuteplatz – wird sich schwerpunktmäßig mit dem Thema der Märzkämpfe 1920 befassen. Alle interessierten sind herzlich eingeladen.
Geschrieben in Gelsenkirchen Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Gelsendienste verbietet Gedenkfeier - politische Willkür?
13.8.2010 von Gelsenzentrum.
Erinnerungsfeier an Bergleute soll nicht stattfinden
Gelsenkirchen. Am Samstag, den 21. August 2010 soll um 14 Uhr am Denkmal auf dem Horster Südfriedhof der Opfer des Ruhrkriegs 1920 gedacht werden. Das planen seit Monaten Kumpel für AUF, AUF Gelsenkirchen, der Freidenkerverband Gelsenkirchen, der Frauenverband Courage und weitere Gruppierungen. “Gelsendienste”, verantwortlich für Betrieb und Unterhalt der Gelsenkirchener Friedhöfe, will die Gedenkfeierlichkeiten unter Hinweis auf die Friedhofsatzung verbieten.
AUF Gelsenkirchen vermutet hinter der Ablehnung “politische Willkür” und hat den Gelsenkirchener Rechtsanwalt Frank Jasenski eingeschaltet, der eine einstweilige Verfügung erwirken soll. Frank Jasenski dazu: “Ein Friedhof ist für alle da. Die Gedenkfeier wird von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit durchgeführt, unter anderem dem Freidenkerverband, der den Kirchen rechtlich gleichgestellt ist. Das ist politische Willkür. Es finden immer wieder an Gedenkstätten, ob auf dem Friedhof oder ausserhalb, Gedenkfeiern statt, so z.B. auch am Mahnmal für die Zwangsarbeiter, welches ebenfalls auf dem Friedhof Horst Süd steht”.
Sprach Gelsendienste im ersten Ablehungsbescheid noch davon, das die Friedhofsatzung “keine Veranstaltungen nichtreligiösen Vereinigungen bzw. politischer Parteien zulasse”, wurde der zweite Ablehnungsbescheid mit formalen Gründen (u. a. Fristversäumnisse) begründet. Weiter heißt es darin: (…) “der 21. August “ist kein herkömmlicher Totengedenkfeiertag, ein Auftritt auf dem Friedhof sei demnach zu unterlassen.”
Gerd Buckler und Manuela Reichmann vom AUF-Vorstand kündigten an: “Dieses Verbot akzeptieren wir auf jeden Fall nicht. Noch im Frühjahr wurde die Gedenkfeier als Beitrag zur Kulturhauptstadt begrüßt und die Renovierung des Mahnmals zugesagt. Nach der Landtagswahl kam die Kehrtwende. Der Beschluss wurde bis heute nicht umgesetzt, die Kranzniederlegung verboten. Was für ein Armutszeugnis für die Stadtbürokratie! Warum wird die Gedenkfeier von der Stadtverwaltung unterdrückt, statt sie als Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 zu unterstützen?”
Historischer Hintergrund
Im Kulturhauptstadtjahr 2010 jährt sich zum 90. Mal ein fast vergessener Kampf gegen die Errichtung einer faschistischen Militärdiktatur in Deutschland. Am 13. März 1920 wollten militante rechte Kreise mit dem sogenannten Kapp-Lüttwitz-Putsch den ersten Versuch einer deutschen parlamentarischen Demokratie beenden. Mit einem nachfolgenden Generalstreik der Arbeiterschaft in Deutschland wurde der Putsch jedoch zum Scheitern gebracht. Es ist der unbestreitbarer Verdienst der Arbeiter, das 1920 durch ihren Kampf die Errichtung einer Militärdiktatur in Deutschland verhindert wurde.
Auf einem Denkmal auf dem Horster Südfriedhof wird namentlich an 11 tote Arbeiter erinnert, die bei den Kämpfen 1920 ums Leben kamen bzw. ermordet worden sind. Nach dem Ende des Putsches ließ die Reichsregierung den andauernden Widerstand im Ruhrgebiet durch die “Rote Ruhrarmee” im März und April 1920 von der Reichswehr und den Freikorps niederschlagen.
Wer oder was sind Gelsendienste?
Das Unternehmen schreibt in seinem Webauftritt über sich: “GELSENDIENSTE, das ist der zentrale Anbieter kommunaler Dienstleistungen bei uns in Gelsenkirchen. Als „eigenbetriebsähnliche Einrichtung“ sind wir ein Unternehmen der Stadt, das seit den 1990er Jahren aus den drei ehemaligen Einzelorganisationen GELSENGRÜN, GELSENHAUS und GELSENREIN hervorgegangen ist.”
Geschrieben in Stadtgeschichte Gelsenkirchen | Drucken | Keine Kommentare »



