Einweihung des Shoa-Denkmals in Herne am 29.1.2010

Shoah-Einweihung im KuZ und auf dem Platz

Glaubt man den Meteorologen, steigen die Temperaturen am Freitag bis auf den Gefrierpunkt: Da aber auch Schnee erwartet wird, hat sich die Stadt jetzt entschieden, den Festakt ins nur 50 Meter entfernte Kulturzentrum zu verlegen. Den teilweise älteren Ehrengästen ist nicht zuzumuten, bei klirrender Kälte auf dem großen Platz auszuharren. Als Ausweichmöglichkeit ist der VHS-Saal gebucht, in dem etwa 200 Besucher Platz finden. Alle anderen müssen sich während der etwa 20 Minuten im VHS-Foyer aufwärmen, wo sie sich aber die kleine Ausstellung ansehen können, mit der über die Herner Erinnerungsorte informiert wird. Die Enthüllung ist – natürlich – open air.

Der Festakt beginnt um 12 Uhr mit dem Blechbläserquartett der Städtischen Musikschule unter Leitung von Christian Ribbe. Dann hält Oberbürgermeister Horst Schiereck die Eröffnungsrede. Grußworte sprechen anschließend Hans-Heinrich Große-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur des Landes NRW und – nach einer kurzen musikalischen Darbietung – Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland. Danach ergreift gegebenenfalls ein Vertreter der jüdischen Mitbürger das Wort. Anschließend begeben sich die Gäste nach draußen zum Denkmal auf den Platz unmittelbar vor dem Kulturzentrum, wo das Memorial enthüllt wird. Esther Hochermann, Holocaust-Überlebende und aus Israel angereist, hält eine kurze Rede. Nach einer Schweigeminute schließt der Festakt mit einem Musikstück der Städtischen Musikschule.

Sechs Holocaust-Überlebende, die in Herne und Wanne-Eickel gelebt haben, reisen in diesen Tagen (27. und 28. Januar) aus Israel, Deutschland, USA und England an:
Channa Birnfeld aus Hamburg, Esther Hochermann aus Israel, Keith Kahn aus England, Gunter Ruf aus USA, Melanie Bea aus Stuttgart und Esther Goldschmidt aus Bistoft, Deutschland. Zusammen mit ihren Angehörigen sind es 17 Personen, die von der Stadt Herne eingeladen wurden.

Pressemitteilung der Stadt Herne, Horst Martens

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Gemeinsam Gedenken am Holocaust-Gedenktag

Der Tag des Gedenkens an alle NS-Opfer

Als Unterstützer und Kooperationspartner des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM e.V. möchten wir, der Jüdische Kulturverein KINOR, die Information zur Veranstaltung am 27.01.2010 mit den Gedanken aus der Sicht einer freien, unabhängigen und selbstbewussten jüdischen Organisation ergänzen.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert nicht nur an 6 Mio. Juden, sondern „an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: Juden, Christen, Sinti und Roma, Bibelforscher, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden“.

Wir finden es wichtig, dass an dem Tag nicht nur vorzüglich Juden, sondern alle NS-Opfer dieser Bevölkerungsgruppen gleichberechtigt erwähnt werden sollen. Was aber speziell die Juden betrifft, unserer Meinung nach, braucht die Wahrnehmung der deutsch-jüdischen Geschichte im XXI Jahrhundert entsprechend neuen Realien eine Flexibilität, eine neue Sicht, neue Visionen, neue Einstellungen. Es sollen weitere Facetten der Geschichte gesehen werden. Weiterlesen: → Der Tag des Gedenkens an alle NS-Opfer

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Pro NRW erneut im Schloss Horst

Rechtsextreme tagen mal wieder in Schloss Horst

Im Rahmen eines Parteitages plant die rechtsextreme Gruppierung Pro NRW am 27. März 2010 eine Anti-Islam-Konferenz im Schloss Horst, der „guten Stube“ von Gelsenkirchen. Gelsenzentrum e.V. plant eine Gegen-Kundgebung unter dem Motto „NO NAZIS 2010“   am 27.3.2010 auf dem Josef-Büscher-Platz und hat diese bereits angemeldet. Wie am 14. Juni des Vorjahres – seinerzeit tagte Pro NRW ebenfalls im Schloss Horst – regt sich breiter gesellschaftlicher Widerstand gegen die Aktivitäten von Pro NRW. So planen die Rechtsextremen Mahnwachen und Kundgebungen vor Moscheen in mehreren Städten. In Gelsenkirchen ist für den 26. März vor der DITIB-Moschee an der Fischerstrasse in Horst eine Kundgebung der Rechtsextremen Gruppierung geplant. „Wir müssen deutlich zeigen, das alte und neue Nazis nicht willkommen sind – in Gelsenkirchen wie anderswo!“ so die Sprecherin des Gelsenzentrum e.V., Heike Jordan.

→ GELSENZENTRUM eV.: Gegendemo NO NAZIS 2010 am 27.3.2010

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Stadt Herne weiht Shoah-Denkmal ein

Jüdische Bürger von fern und nah reisen an

Am Freitag, 29. Januar, in zeitlicher Nähe zum Auschwitz-Gedenktag am 27. Januar, übergibt Oberbürgermeister Horst Schiereck um 12 Uhr auf dem umgestalteten Willi-Pohlmann-Platz das zentrale Mahnmal für die Opfer der Shoah aus Herne und Wanne-Eickel“ der Öffentlichkeit. Die Stadt Herne hat zu diesem Festakt jüdische Mitbürger aus der ganzen Welt eingeladen. Trotz ihres Alters haben sich 17 Frauen und Männer aus Israel, Deutschland, USA und England angesagt. Unter den Ehrengästen ist auch Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, die ein Grußwort spricht.

„Es ist mir eine innere Verpflichtung, bei der Einweihung des Mahnmals dabei zu sein“, erklärte zum Beispiel Esther Hocherman, die mit ihren Enkeln aus Israel anreisen wird. Ihre Eltern wurden 1942 von Herne aus in den Osten deportiert und dort in den Vernichtungslagern ermordet. Ebenfalls kommen wird Channa Birnfeld, die 1944 aus dem ungarischen Teil Siebenbürgens nach Auschwitz deportiert worden war und die Torturen des Lagers überlebte. 1946 zog sie mit ihrem Mann, ebenfalls ein Überlebender des Konzentrationslagers, nach Herne und ist der Stadt bis heute verbunden geblieben.

Das nach den Plänen der Wuppertaler Künstler und Designer Gabriele Graffunder und Winfried Venne realisierte Denkmal hatte sich 2008 gegen 29 weitere Vorschläge durchgesetzt. Zum Ideenwettbewerb rief der Rat der Stadt Herne auf. Das Memorial besteht aus einer Steinplatte, einer Rampe und 410 Okularen, in denen Namen sowie Geburts- und Todestage der Shoah-Opfer aus Herne und Wanne-Eickel eingelassen sind. Gesponsert wird es von der Stiftung Kunst und Kultur der Herner Sparkasse.Seit 2004 existiert in Herne das Projekt „Erinnerungsorte“: In Zusammenarbeit mit Herner Schulklassen entstanden in dieser Zeit zehn dezentrale Gedenktafeln, die beispielhaft vor Ort, vor den ehemaligen Häusern der Holocaust-Opfer, Geschichte darstellen.

Auf dem Willi-Pohlmann-Platz soll nun an die Shoah in unserer Kommune als Ganzes erinnert werden. „Natürlich ist das Mahnmal ein weit sichtbares Symbol. Das ist beabsichtigt. Aber darin darf sich unsere Erinnerungsarbeit zu diesem schrecklichsten Kapitel deutscher Geschichte nicht erschöpfen. Was allein wichtig ist: dass wir diese Symbole immer wieder mit lebendigem Dialog aufladen“, sagte Oberbürgermeister Horst Schiereck.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Herne vom 14. Januar 2010


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Ich bin keine Heldin

Miep Gies rettete die Tagebücher der Anne Frank – jetzt starb Sie hundertjährig

Sie hat ihr Leben für andere Menschen riskiert, hat Verfolgten geholfen. Immer wieder. Doch „Heldin“, war ein Wort, das Miep Gies nie gerne gehört hat. „Ich habe getan, was mir notwendig erschien“, hat sie dann immer abgewiegelt. Eigentlich stammt sie aus Österreich, als Kind heißt sie Hermine Santrouschitz, geboren am 15. Februar 1909 in einem der ärmsten Stadtviertel von Wien. Im Alter von 100 Jahren ist die Retterin der Anne-Frank-Tagebücher jetzt in einem niederländischen Pflegeheim nach kurzer Krankheit gestorben.

Miep Gies

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Flucht in den Tod

Zwei Stolpersteine für Helene Lewek

Für Helene Lewek werden am 9. Februar 2010 zwei Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt. Ein Stolperstein wird am Standort der ehemaligen Ausstellungshalle an der Wildenbruchstrasse 31 verlegt, dort entzog sich Helene Lewek der Deportation, in dem Sie die Flucht in den Tod wählte. Dieser Stolperstein wird auch an die jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen erinnern, die in der Ausstellungshalle gesammelt wurden, bevor man Sie am 27. Januar 1942 nach Riga in Lettland deportierte. Die meisten von ihnen wurden in Riga von den Nazis ermordet, nur einige wenige überlebten das Grauen. Der zweite Stolperstein wird am letzten selbstgewählten Wohnort von Helene Lewek am damaligen Moltkeplatz 6, dem heutigen Neustadtplatz 6, verlegt.

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Stolpersteine in Gelsenkirchen – Verlegungen am 9. Februar 2010

Jeder Name ist eine Person, jeder Name ist eine Seele

Passanten können sie nur mit gesenktem Blick identifizieren: die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. 20.000 Stück gibt es mittlerweile in Europa. Ein „Stolperstein” ist eine Erinnerung an ein Leben, dass das NS-Regime ausgelöscht hat. Der Arbeitskreis Stolpersteine des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM e.V. wird am Februar 2010 weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegen lassen.

Andreas Jordan, Initiator des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen: „2009 haben wir die ersten sechs Stolperteine in Gelsenkirchen verlegt,  der Arbeitskreis Stolpersteine des GELSENZENTRUM e.V. recherchierte weitere Lebensschicksale von NS-Opfern aus unserer Stadt, so dass im Februar 2010 durch Gunter Demnig, dem „Vater“ des Projektes weitere zwölf Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt werden können. Die  Messing-Gedenktafeln werden flächenbündig in die Gehwege vor den Häusern, in denen die Menschen einst gelebt haben, eingelassen. „Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen über die Stolpersteine. Und wenn man den Namen lesen will, muss man sich vor dem Opfer automatisch verbeugen“,  so der Kölner Künstler Gunter Demnig. Finanziert werden die Stolpersteine durch Patenschaften, die von Privatleuten, Institutionen, Firmen, Vereinen und Verbänden übernommen werden können.

Am 9. Februar 2010 werden in Gelsenkirchen Stolpersteine für diese Menschen verlegt:

Charles Ganty, Verlegeort:  Am Bugapark 1 – 9:00 Uhr

Paul Bukowski, Verlegeort:  Zollvereinstrasse 4 – 9:20  Uhr

Sally Haase, Carola Haase, geborene Cossmann und Ingrid Haase, Verlegeort:   Kurt-Schuhmacher-Strasse 10 – 9:40 Uhr

Hulda Silberberg, Verlegeort:  Bochumerstrasse 45 – 10:00 Uhr

Helene Lewek, Verlegeort: Ehem. Ausstellungshalle Wildenbruchplatz/Wildenbruchstrasse – 10:20 Uhr

Margit Zorek und Annemarie Zorek, Verlegeort: Augustastrase 7 – 10:40 Uhr

Paul Grüneberg, Helene Grüneberg georene Levy, Helene „Hella“ Grüneberg, Verlegeort: Hauptstrasse 16 – 11:00 Uhr

(Die angegebenen Uhrzeiten der jeweiligen Verlegung können ggf. abweichen)

Internetpräsenz der Stolpersteine in Gelsenkirchen

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Yad Vashem dankt Heike und Andreas Jordan

Dank von Yad Vashem für Eheleute Jordan

Ehrung für Heike und Andreas Jordan im Düsseldorfer Landtag durch Yad Vashem Jerusalem
Bei der Danksagung für die Eheleute Jordan, von links: Joseph Israel Ben Gal, Oliver Wittke, Heike Jordan, Olaf Lehne und Arik Rav-On. Bild:Werner Neumann, GELSENZENTRUM

Große Anerkennung für Andreas und Heike Jordan: Das Gelsenkirchener Ehepaar ist am 17. Dezember 2009 im Düsseldorfer Landtag für seine Arbeit zur Dokumentation der Geschichte der Gelsenkirchener Juden durch Yad Vashem mit einer Anstecknadel bedacht worden. Die Danksagung nahm Arik Rav-On (Direktor von Yad Vashem Deutschland, Österreich und der Schweiz) vor. Bei der Danksagung sagte Arik Rav-On:  „Der Dank für Heike und Andreas Jordan ist eine Anerkennung der zahlreichen Bemühungen und Aktivitäten der Eheleute Jordan, das Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft lebendig zu halten, dafür möchte ich mich im Namen von Yad Vashem Jerusalem herzlich bei Ihnen bedanken.“ Direktor Arik Rav-On an Heike Jordan, die stellvertretend die Danksagung entgegen nahm: „Für Ihren selbstlosen Einsatz, Ihr Engagement gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit danke ich Ihnen auch im Namen von drei Generationen meiner Familie“.

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SS-Mann Boere gesteht drei Morde

Prozess gegen NS-Verbrecher

Der in Aachen vor Gericht stehende ehemalige SS-Mann Heinrich Boere hat heute gestanden, 1944 drei Zivilisten in den deutsch besetzten Niederlanden ermordet zu haben. Heinrich Boere war im Zweiten Weltkrieg eines der Mitglieder des SS-Kommandos „Silbertanne“. Das Kommando „Silbertanne“ war eine Todesschwadron, die Vergeltungsmorde verübte, drei tote Niederländer für einen toten Nazi, so lautete der Auftrag. „Ich habe 1944 zu keinem Zeitpunkt mit dem Bewußtsein oder mit dem Gefühl gehandelt, ein Verbrechen zu begehen. Heute, nach 65 Jahren, sehe ich das natürlich anders“. Das ließ Boere heute von seiner Anwältin im Prozess vor dem Aachener Langericht verlesen.

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Vortrag von Gunter Demnig in Gelsenkirchen

Stolpersteine gegen das Vergessen

Der Kölner Künstler Gunter Demnig  hat die Einladung des gemeinnützigen Vereins GELSENZENTRUM E. V. angenommen und  wird über die Entwicklung seines Projektes „Stolpersteine – gegen das Vergessen“ sprechen. Der Vortrag ist auch Auftakt für die am nachfolgenden Tage in Gelsenkirchen stattfindenden Stolperstein-Verlegungen. Vortragsdauer ca. 50 Minuten. Anschließend besteht die Möglichkeit, dem Künstler Gunter Demnig Fragen zum Gesamtprojekt zu stellen.

Veranstaltungsbeginn: 8. Februar 2010, 19:00 Uhr

Veranstaltungsort: Kulturraum „die flora“, 45879 Gelsenkirchen, Florastraße 26

Veranstalter: GELSENZENTRUM e.V.

Voranmeldung erforderlich, per Telefon unter  0209 9994676 oder per Email an a.jordan@gelsenzentrum.de

 die flora – Wegbeschreibung

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