Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Gelsenkirchen

Wir haben Flagge gezeigt!

Auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber Schloss Horst versammelten sich am Sonntagvormittag rund hundert Menschen, um gemeinsam gegen die rechtspopulistische „Pro NRW“ zu protestieren. Der Verein Gelsenzentrum hatte in Aktionseinheit mit AUF zu der Protestkundgebung aufgerufen. Hintergrund war der von den Rechtspopulisten vollmundig „konmmunalpolitische Jahresrückblick“ genannte Empfang des Gelsenkirchener Ablegers von „Pro NRW“ im Schloss Horst.

Neben Redebeiträgen von Menschen aus verschiedenen politschen Spektren und musikalischen Darbietungen wurde vom „offenen Mikrofon“ seitens der KundgebungsteilnehmerInnen rege Gebrauch gemacht. Auch die Gesamtschule Horst war mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern erschienen und meldete sich zu Wort. Vertreter von SPD, CDU, der Linken oder den Grünen suchte man auf der Kundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus jedoch vergebens.

Andreas Jordan (Gemeinnütziger Verein Gelsenzentrum) als Veranstalter der Kundgebung zeigte sich zufrieden: „Wir haben unseren Protest gegen die im Schloss Horst tagende rechtspopulistische Kleinpartei „Pro NRW“ unüberhörbar artikuliert, ohne die Veranstaltung der selbsternannten „Bürgerbewegung“ unnötig aufzuwerten. Die (nichtöffentliche) Veranstaltung der Rechtspopulisten sollte jedoch nicht gänzlich unbeachtet stattfinden, Rechtspopulismus darf nicht selbstverständlicher Alltag werden“.

→ Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus –
Metropole Ruhr / Gelsenkirchen

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Protest gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus

Flagge zeigen!

GELSENZENTRUM und AUF Gelsenkirchen zeigen in einer antifaschistischen Aktionseinheit gemeinsam Flagge gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus in Gelsenkirchen und anderswo. Die Protestkundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus findet am Sonntag, den 13. März 2011 von 11-13 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber dem Schloss Horst in Gelsenkirchen statt. An diesem Tag hält die  rechtspopulistischen Partei „Pro NRW“ im Schloss Horst fast zeitgleich  eine „nichtöffentliche“ Veranstaltung ab, die selbst ernannte „Bürgerbewegung“  hat vollmundig zu einem „kommunalpolitschen Jahresrückblick“ geladen.

„Pro-NRW“ verbreitet eine rechtsgerichtete Denkkultur. Die Partei stellt sozialdarwinistische Rechnungen an, sucht nach Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme und schürt Ablehnung und Hass gegenüber Migranten. Das stellt eine wichtige Herausforderung für uns alle dar. Deshalb: Gesicht zeigen gegen zunehmenden Rechtspopulismus! Wir sind solidarisch mit allen Einzelpersonen und Gruppierungen, die mit uns dieses Ziel teilen und laden zur Teilnahme an der Protestkundgebung ein.

→ Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen

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Dresden 2011: Kein Bock auf Nazis

Bericht: Dresden – die Proteste & Blockaden gegen den Naziaufmarsch am 19. Februar 2011

Bericht über die Proteste gegen den geplanten Großaufmrasch der Neo-Naziszene in Dresden, die Blockaden und Auseinandersetzungen sowie einer Bilanz des Tages.

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Dresden: Neonazis griffen alternatives Kulturzentrum an

Polizei greift nicht ein

Unter den Augen der Polizei haben am Rande des gescheiterten Naziaufmarsches am Samstag in Dresden-Löbtau Rechtsextremisten das Kultur-Zentrum “Die Praxis” angegriffen. Links im Bild des Anwohnervideos und späterer rechts im Bild sind deutlich Polizeiwagen mit Einsatzkräften zu sehen, die die randalierenden Neonazis lediglich beobachten und nicht eingreifen. Ein Polizeisprecher wollte den Angriff am Sonntagmorgen weder bestätigen noch dementieren und konnte auch nicht sagen, ob Rechtsextremisten aus der Gruppe der Randalierer später festgenommen wurden. Man müsse jetzt in Ruhe alle Geschehnisse des Tages auswerten. Videoaktivisten haben hingegen auf Indymedia schon begonnen die ersten Neonazis aus der Gruppe zu identifizieren. Auf das Kulturprojekt war im vergangenen Jahr bereits ein Brandanschlag von Neonazis verübt worden.

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Razzia im Pressebüro von „Dresden Nazifrei“

Auch Repressionen schmälern  den Erfolg nicht

Nachdem am Samstag bis zu 20.000 Menschen dem Aufruf von „Dresden Nazifrei“ gefolgt waren und den Aufmarsch der Nazis durch Blockaden verhinderten, stürmte am Abend das LKA das Pressebüro des Bündnisses. Die BeamtInnen verschafften sich gewaltsam Zutritt zum „Haus der Begegnung“ und durchsuchten alle Räumlichkeiten.

Die anwesenden Bündnis-VertreterInnen wurden gezwungen, sich nackt auszuziehen und sich einer Erkennungsdienstlichen Behandlung zu unterziehen. Nach bisherigen Informationen wird ihnen die Verabredung und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten sowie Landfriedensbruch vorgeworden. Bei der Durchsuchung wurden alle Computer und Speichermedien beschlagnahmt.

Während bereits im vergangenen Jahr die Dresdner Staatsanwaltschaft im Vorfeld massiv die Arbeit des Bündnisses „Nazifrei – Dresden stellt sich quer!“ behinderte und u.a. die Webseite sperrte und Plakate beschlagnahmte, gingen die staatlichen Behörden in diesem Jahr am Tag selbst mit unverhältnismäßiger Härte gegen den Zusammenschluss aus linksradikalen Antifa-Gruppen, Parteien, Gewerkschaften und Einzelpersonen vor.

Die eingesetzten Polizeibeamten konnten keinen Durchsuchungsbefehl vorlegen. Laut „Dresdner Neueste Nachrichten“ handelte das sächsische LKA im Auftrag der örtlichen Staatsanwaltschaft, die auf Nachfragen der Zeitung bisher nicht reagierte. Die Dresdner Bundestagsabgeordnete Katja Kipping (DIE LINKE) verurteilte den Einsatz: „Die Polizei hat eindeutig den Weg der Verhältnismäßigkeit verlassen. Sie hat grundlos hohen Sachschaden verursacht und Menschen ihrer Grundrechte beraubt“.

Die Repressionen der Sächsischen Behörden schmälern den Erfolg des Bündnisses jedoch nicht. Das zweite Jahr in Folge mussten die angereisten Nazis in Dresden unverrichteter Dinge nach Hause fahren. Bis zu 20.000 Menschen aus der gesamten Bundesrepublik und Europa blockierten am 19. Februar 2011 über Stunden mögliche Anreise- und Aufmarschwege der nur noch rund 1.000 Rechten. Der wichtigste Termin für Jung- und Altnazis ist aus dem Kalender gestrichen worden.

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70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion

Arbeitskreis  bildet sich

In Gelsenkirchen wurde jetzt auf der Mitgliederversammlung des Gelsenzentrum e.V.  die Bildung eines Arbeitskreises beschlossen, der sich ausschließlich mit der Vorbereitung und Planung einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestags des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 2011 befasst. „Wir wollen am 70. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion an das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg den Angehörigen der Völker der ehemaligen Sowjetunion zugefügt haben, erinnern. Lokale zeitgeschichtliche Ereignisse werden mit in die Gedenkveranstaltung einbezogen“, so ein Sprecher des gemeinnützigen Vereins.

→ Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion

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Aktiv gegen antimuslimischen Rassismus

Flugblatt zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 14. bis 27. März 2011 hat der Interkulturelle Rat ein Flugblatt „Aktiv gegen antimuslimischen Rassismus“ herausgegeben.

In seiner Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit hat Bundespräsident Christian Wulff darauf hingewiesen, dass der Islam längst zu Deutschland gehört. Etwa vier Millionen Muslime leben in Deutschland, fast die Hälfte von ihnen sind Deutsche. Wie andere auch streben sie nach Bildung, beruflichem Erfolg und nach gesellschaftlicher Anerkennung. Dabei stoßen sie immer wieder an Grenzen, die signalisieren: „Ihr gehört nicht dazu! Wir wollen Euch nicht!“

  • In Boulevardzeitungen und in Talk-Shows werden Vorurteile gegenüber dem Islam transportiert und darüber diskutiert, „wie viel Islam wir noch vertragen“;

  • In rechtsextremen und antimuslimischen Internetblogs werden Muslime verächtlich gemacht und es wird offen zur Gewalt gegen Muslime aufgerufen;

  • Parteien und Bewegungen mobilisieren mit Angst vor Muslimen für demokratiefeindliche Zwecke;

  • Prominente Vertreterinnen und Vertreter demokratischer Parteien erklären „Mulitkulti“ für tot und ziehen daraus den Schluss, „dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen“.

Nach einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung vom Oktober 2010 sind mehr als 58 Prozent der Bevölkerung in Deutschland der Auffassung, das Recht auf freie Religionsausübung sollte für Muslime erheblich eingeschränkt werden. Und mehr als 55 Prozent können „es gut verstehen, dass manchen Leuten Araber unangenehm sind“.

Dieses gesellschaftliche Klima der Ausgrenzung hat vielfach Konsequenzen: Ausgrenzungen und Diskriminierungen im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt; die Verweigerung von Dienstleistungen; Benachteiligung bei der Erbringung von Dienstleistungen und der Vergabe von Wohnraum sowie herablassendes oder beleidigendes Verhalten in der Öffentlichkeit.

Das Faltblatt „Aktiv gegen antimuslimischen Rassismus“ gibt Anregungen, wie das Thema „antimuslimischer Rassismus“ im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2011 bearbeitet werden kann. Es ist ab sofort in begrenzter Anzahl kostenlos bei der Geschäftsstelle des Interkulturellen Rates erhältlich und kann unter www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de heruntergeladen werden.

In den nächsten Wochen werden im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus weitere Materialien erscheinen, die sich mit der aktuellen Situation der Sinti und Roma in Deutschland und Europa sowie mit der sozialen Situation von Flüchtlingen und Geduldeten in Deutschland auseinandersetzen.

Darmstadt, 28. Januar 2011

gez. Britta Graupner, Referentin „Internationale Wochen gegen Rassismus“

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Stolpersteine im Internet

 Projektgruppe in Gelsenkirchen erweitert Online-Angebot

Von Anfang an war beabsichtigt, die Geschichten der Menschen, für die „Stolpersteine“ verlegt wurden, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen hat nun ihr Online-Angebot erweitert und PDF-Dateien online gestellt, die barrierefrei für Sehbehinderte sind und sich maschinell erfassen lassen. So können die Informationen über Verfolgungsschicksale und Verlegeorte auch von Sehbehinderten und Blinden mittels Screenreader, Sprachgerät oder Braille-Leiste gelesen werden.

„Seit heute stellen wir Hintergrundinformationen zu den Verfolgungschicksalen der Menschen, für die bereits Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt wurden, auch barrierefrei für Sehbehinderte und Blinde im Internet zur Verfügung. Nachdem die Projektgruppe bereits seit Januar auch im sozialen Netzwerk Facebook zu finden ist, haben wir nun das Informationsangebot weiter ausgebaut“ freut sich Projektleiterin Heike Jordan, „Wenn auch der Hintergrund sicherlich keinen Anlass zur Freude bietet.“

Die „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig werden seit 2009 auch in Gelsenkirchen verlegt. Sie finden sich an vielen Orten im Stadtgebiet, und zwar genau dort, wo Menschen wohnten, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. „Stolpersteine“, das sind kleine Erinnerungszeichen, die zusammengenommen ein außergewöhnliches dezentrales Denkmal bilden. Es entsteht langsam, ist auf viele Orte verteilt und fügt sich erst im Kopf des Betrachters zu einem Ganzen. Das Projekt steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung.

Denn nur wenn Patenschaften übernommen werden, können neue „Stolpersteine“ verlegt werden. In Gelsenkirchen beteiligen sich zahlreiche Menschen: Privatpersonen, Vereine, Verbände, Parteien, Schulen, Auszubildende und andere mehr. Alle am Projekt „Stolpersteine“ Beteiligten tragen das Ihre dazu bei, der Erinnerung an die NS-Opfer den Platz zu geben, der ihr zusteht: in der Mitte der Gesellschaft.

→ Stolpersteine Gelsenkirchen

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Jüdischer Zeitzeuge aus Marl spricht vor Schülern in Gelsenkirchen

Rolf Abrahamsohn: Ich weiß noch alles…

Das gemeinsame Gedenken in Gelsenkirchen begann am Morgen des 27. Januar 2011, dem Internationalen Holocaustgedenktag mit dem Vortrag eines jüdischen Zeitzeugen. Der Holocaust-Überlebende Rolf Abrahamsohn aus Marl sprach im Carl-Friederich-Gauß-Gymnasium vor 200 Schülern über seine Erfahrungen in der NS-Zeit. Der 85-jährige hat sieben Konzentrationslager überlebt.  Rolf Abrahamsohn ist sichtlich erschöpft, als er seinen vom Verein Gelsenzentrum initiierten Vortrag unter Applaus beendet. Die Erinnerung zerrte an seinen Kräften. „Ich hätte ihnen noch soviel mehr erzählen können. Aber es ist so anstrengend.“

Weiterlesen: → Ich weiß noch alles…

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Vergessene NS-Opfer – sowjetische Kriegsgefangene

OFFENER BRIEF AN DEN BUNDESTAGSPRÄSIDENTEN Prof. Dr. NORBERT LAMMERT ZUM GEDENKTAG FÜR DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS AM 27. JANUAR 2011

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident!

Seit 15 Jahren finden zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee Gedenkstunden im Bundestag statt. Noch nie wurde jener gedacht, die nach den europäischen Juden zur größten NS-Opfergruppe zählen, der sowjetischen Kriegsgefangenen. Ihnen wird ein Platz im offiziellen Erinnern verweigert. Wer weiß, dass sowjetische Kriegsgefangene als erste in Auschwitz mit Zyclon B vergast wurden? Ist bekannt, dass ihnen nur als Zwangsarbeiter für die deutsche Kriegswirtschaft eine befristete Lebens­berechtigung zugedacht war und Millionen in den „Russenlagern“ der Wehrmacht verhungerten, an Seuchen starben, dass sie erschossen oder erschlagen wurden? Wer den wenigen Überlebenden nur ein „allgemeines Kriegsschicksal“ attestiert, leugnet eines der größten NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident, im 70. Jahr des Überfalls auf die Sowjetunion, dem 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes zum Opfer fielen, darunter über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene, fordern wir Sie auf und bitten Sie, am 27. Januar 2011 auch dieses Verbrechen beim Namen zu nennen und der Toten zu gedenken!

Vorstand des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

→ Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI

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