Gemeinsam Gedenken und Erinnern am 27. Januar 2011

 Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Das gemeinsame Gedenken in Gelsenkirchen beginnt am Morgen des 27. Januar 2011, dem Internationalen Holocaustgedenktag mit dem Vortrag eines jüdischen Zeitzeugen. Der Holocaust-Überlebende Rolf Abrahamsohn spricht im Carl-Friederich-Gauß-Gymnasium auf Einladung von Gelsenzentrum vor Schülern über seine Erfahrungen in den Konzentrationslagern der NS-Zeit. Am  Abend sollen auf dem Neumarkt in der Altstadt die „Gelsenkirchener Lichter“ leuchten. Kerzen erinnern dann im Herzen unserer Stadt an die Opfer des NS-Regimes.

→ Holocaustgedenktag 2011

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Gunter Demnig für Stolpersteine ausgezeichnet

Stolpersteine erinnern an Opfer des Holocaust

Seine „Stolpersteine“ erinnern vieltausendfach an Opfer des Holocaust. Der Kölner Künstler Gunter Demnig wurde am Montag Abend  in Stuttgart mit der undotierten Otto-Hirsch-Medaille ausgezeichnet. Die Stuttgarter Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann  und weitere Redner würdigten den 1947 in Berlin geborenen Künstler. Die Medaille wird von der Stadt Stuttgart, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs jährlich verliehen.

Die Stolpersteine sind  kleine Quader aus Beton, mit einer Messingschicht überzogen und werden vor den Häusern, in denen jüdische und andere Opfer des nationalsozialistischen Massenmords wohnten, in die Gehwege eingelassen. Mit der Medaille soll Demnigs Verdienst um die christlich-jüdische Verständigung geehrt werden. 

Gunter Demnig will mit seinen Stolpersteinen erreichen, dass Passanten stehen bleiben und sich herunterbeugen müssen, um zu lesen, wer an der bezeichneten Stelle einst wohnte. Mehr als 27.000 der kleinen Gedenksteine hat er seit 1997 vor allem in Deutschland verlegt, aber auch in mehreren anderen europäischen Ländern.

Es gab allerdings auch Kritik an dem Projekt – so wandte sich erst kürzlich die jüdische Gemeinde im badischen Lörrach gegen die Steine, ähnlich wie die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch – sie kritisieren, dass Passanten achtlos auf die Namen der Verstorbenen trampeln könnten. Judith Neuwald-Tasbach, Vorsitzende der jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, ist ebenfalls dieser Meinung. In Gelsenkirchen wird Demnigs Projekt daher nicht von der jüdischen Gemeinde unterstützt.

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Fritz Bauer – Tod auf Raten

Gelsenkirchen – die „flora“ zeigt:

„Fritz Bauer – Tod auf Raten“

Dokumentarfilm von Ilona Ziok, Deutschland 2010, 100 Min, FSK : ab 12 J.

Mittwoch, 02.02.2011, 19:30 Uhr

Fritz Bauer (1903-1968), wohl der profilierteste Staatsanwalt, den die Bundesrepublik je hatte, glaubte, dass „Unruhe die erste Bürgerpflicht“ sei und war davon überzeugt, dass der Bürger ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates habe. Als hessischer Generalstaatsanwalt (1956-1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. Eine wichtige Rolle spielte Bauer auch bei der Ergreifung Adolf Eichmanns.

Während seiner Amtszeit in Frankfurt a. M. hat Bauer in Hessen als erstem Bundesland außerdem auch die Reform und Humanisierung des Strafvollzugs vorangetrieben. Durch sein vielfach provozierendes Auftreten und durch seine Härte gegenüber NS-Verbrechern wurde Bauer im restaurativen Klima der Adenauer-Ära zur „Provokation für den Zeitgeist“.

Mit Akribie hat die Regisseurin Ilona Ziok Archive durchforscht und wegweisende Statements des hessischen Generalstaatsanwalts ausgegraben. Kombiniert mit Aussagen von Zeitzeugen und ausgesuchten Werken klassischer und zeitgenössischer Komponisten entsteht das spannende Portrait eines der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts.

Ausführliche Informationen zum Film unter www.fritz-bauer-film.de

Eintritt: 3,50 €, ermäßigt 3,00 €

Info: (0209) 169 – 9105

Veranstalter: Kulturraum „die flora“

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Stolpersteine Gelsenkirchen bei Facebook

Projektgruppe im sozialen Netzwerk

Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen ist ab sofort auf Facebook zu finden. „Wir können jede finanzielle und auch ideelle Unterstützung gebrauchen und sind deshalb auf öffentliche Aufmerksamkeit angewiesen“, begründet Projektleiterin Heike Jordan diesen Schritt. Seit Sommer 2009 gibt es die Stolpersteine  des Kölner Künstlers Guner Demnig in Gelsenkirchen. Die Aktion Stolpersteine wird ausschließlich mit privaten Spenden finanziert. Zum Fortbestand der Aktion sucht die Projektgruppe neue Paten und Sponsoren. Jeder kann mit einer Spende von mindestens 95 Euro die Patenschaft für einen neuen Stolperstein übernehmen.

In Gelsenkirchen gibt es inzwischen 19 Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus, die einst als Bürger in unserer Stadt gelebt und teilweise durch Mitwirkung in Vereinen das öffentliche Leben in Gelsenkirchen auch aktiv gestaltet haben.

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Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2011

„Gelsenkirchener Lichter“  erinnern an NS-Opfer

Zur Teilnahme an eine besondere Form der Ehrung und des stillen Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes ruft der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger jeden Alters auf. Ein Licht anzünden – ein Zeichen setzen: Am 27. Januar 2011, am Holocaustgedenktag, sollen im Herzen unserer Stadt Kerzen zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes leuchten. Die „Gelsenkirchener Lichter“ sollen zwischen 17-19 Uhr auf dem Neumarkt Höhe Bahnhofstrasse entzündet werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

 Gelsenkirchener Lichter - Internationaler Holocaustgedenktag 2011

 

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Gedenkstunde im Deutschen Bundestag am 27. Januar 2011

Niederländischer Sinto Zoni Weisz spricht bei Gedenkstunde im Bundestag

Bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag am 27. Januar 2011 wird der niederländische Sinto Zoni Weisz sprechen. Zum ersten Mal hält damit ein Vertreter der Sinti und Roma die zentrale Gedenkansprache und erinnert an den NS-Völkermord an der Minderheit. Zoni Weisz überlebte als einziger seiner Familie. Nach dem Krieg wurde Zoni Weisz einer der bekanntesten Vertreter der niederländischen Blumenindustrie und engagierte sich für die Bürgerrechte der niederländischen Sinti und Roma.

→ Zoni Weisz: „Wir haben das Leben wieder in die Hand genommen“

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Internationaler Holocaustgedenktag – 27. Januar 2011

Die Befreiung von Auschwitz

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. In Erinnerung an diesen Tag wird der 27. Januar bereits seit 1959 in Israel als Gedenktag begangen. Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 1. November 2005 erklärte ihn die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „Internationalen Holocaust-Gedenktag“.

Dieser Tag des Gedenkens erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: Juden, Christen, Sinti und Roma, Bibelforscher und Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, an all die Namenlosen, an die  mehr als elf Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedemütigt, entrechtet, verfolgt, gequält und in den Konzentrationslagern und anderen Unrechtsstätten ermordet wurden.

Weiterlesen auf www.gelsenzentrum.de

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Neuer Prozess um den Tod Oury Jallohs

Der Tod des Oury Jalloh – war es Mord?

Am 07. Januar 2011 jährte sich der Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh, der qualvoll in einer Gewahrsamszelle des Dessauer Polizeireviers unter ungeklärten Umständen verbrannte, zum sechsten Mal. Heute begann der neue Prozess in diesem Fall vor dem Landgericht in Magdeburg.

Im ersten Prozess hatte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten, der als Dienstgruppenleiter der Polizei die Verantwortung für den Gewahrsamsbereich getragen habe, zur Last gelegt, er habe es unterlassen, sofort nach dem Ertönen des Alarmsignals des Rauchmelders Rettungsmaßnahmen einzuleiten, obwohl ihm bewusst gewesen sei, dass beim Ansprechen eines Rauchmelders stets vom Ausbruch eines Feuers auszugehen sei. Dabei habe er mögliche Verletzungen Ouri Jallows durch Rauch- und Feuereinwirkung billigend in Kauf genommen. Das Landgericht Dessau-Roßlau hat den Angeklagten aus tatsächlichen Gründen von dem Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge im Amt freigesprochen.

Auf die darauf erfolgten Revisionen der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger hat der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs das Urteil des Landgerichts mit folgender Begründung aufgehoben: Nach den Urteilsausführungen ist nicht nachvollziehbar, wie sich der Brand der Matratze im Einzelnen entwickelt hat. Insbesondere bleibt unklar, ob ein vom Landgericht angenommenes „Anschmoren“ des Matratzenbezuges ohne Verbrennungen der Hand und entsprechende Schmerzenslaute möglich wäre, die den Angeklagten zu einem frühzeitigen Eingreifen hätten veranlassen müssen. Zudem hat das Landgericht bei der Bemessung der für die Rettung Ouri Jallows zur Verfügung stehenden Zeit nicht bedacht, dass der Rauchmelder bereits Minuten vor dem Entzünden der Schaumstofffüllung der Matratze, das innerhalb von zwei Minuten zu einem tödlichen Inhalationsschock führte, möglicherweise bereits dadurch ausgelöst worden war, dass der schwer entflammbare Matratzenbezug zunächst unter Verwendung eines Gasfeuerzeuges angeschmolzen wurde, um die Schaumstofffüllung freizulegen. Dann hätte der Angeklagte aber möglicherweise den Todeserfolg verhindern können, wenn er sofort nach dem Alarm die erforderlichen Rettungsmaßnahmen eingeleitet hätte. Der 4. Strafsenat hat im Übrigen die Annahme des Landgerichts beanstandet, der Angeklagte habe sich pflichtgemäß verhalten, obwohl er den Alarm zunächst wegdrückte, anschließend ein Telefongespräch mit seinem Vorgesetzen führte und danach auf dem Weg zu dem Gewahrsamsbereich umkehren musste, weil er vergessen hatte, die Fußfesselschlüssel mitzunehmen.

Der Bundesgerichtshof hatte den Fall an das Landgericht Magdeburg zurückverwiesen, dort muss sie nun neu verhandelt werden.  Die Große Strafkammer in Magdeburg hat zunächst 20 Verhandlungstage bis zum 26. Mai 2011 terminiert.

Was geschah in Zelle Nr. 5?

Er habe sich selbst angezündet, sagt die Polizei. Aber wie sollte das gehen, gefesselt, ohne Feuerzeug?, fragen andere. Vor sechs Jahren starb Oury Jalloh, Asylbewerber aus Afrika. Wie es dazu kam, blieb ungeklärt – und wird nun neu verhandelt.

Der Vertreter der Landesregierung hatte sein Beileid ausgesprochen und war dabei zu gehen, als er Holz splittern hörte. Die Menschen in der Kirche versuchten, den Sarg zu öffnen. „In dem Zusammenhang war dann Schreien zu hören“, sagt der Landesvertreter, ein Abteilungsleiter aus dem Innenministerium von Sachsen-Anhalt. Schreien vor Entsetzen. Denn der Tote im Sarg war vollkommen verkohlt. Das hatten sie nicht gewusst.

Der Tote: Oury Jalloh, geboren 1968 in Kabala, Sierra Leone. In der letzten Phase des Bürgerkriegs entschloss er sich zur Flucht nach Guinea. Die Eltern lebten schon dort. Sie schickten den Sohn Oury weiter nach Europa. Dafür legten sie Geld zusammen. Als Oury aus Deutschland anrief, freuten sie sich. Oury Jalloh stellte einen Asylantrag und bekam ein Bett im Asylbewerberheim Roßlau, Sachsen-Anhalt. Sechs Jahre später, am 7. Januar 2005, ist er tot. Verbrannt in Zelle fünf des Polizeigewahrsams Dessau, bei lebendigem Leibe. Er habe sich selbst angezündet, sagte die Polizei.

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AUF Gelsenkirchen verleiht Bürgerpreis

Unerschrockene BürgerInnen geehrt

Der Titel „Unerschrockene BürgerInnen“ wurde zum fünften Mal verliehen, AUF Gelsenkirchen ehrt damit  Bürgerinnen und Bürger, die sich durch ihr besonderes bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet haben. Auf der diesjährigen Jahresabschlußfeier von AUF Gelsenkirchen wurden den PreisträgerInnen feierlich vor rund 100 Gästen ihre Urkunden und ein Preisgeld überreicht.

Preisverleihung auf der Jahresabschlussfeier von AUF Gelsenkirchen

Unter Applaus nahmen SchülerInnen und LehrerInnen der Gesamtschule Horst Urkunde und Preis entgegen für ihren antifaschistischen Einsatz bei den Protesten vor dem Schloß Horst am 27. März 2010 gegen „Pro NRW“ und für ein solidarisches Zusammenleben der Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen in unserer Stadt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden eine  unerschrockene Migrantin, die sich in Lebens- und Arbeitsfragen für ihre Rechte einsetzt, BürgerInnen aus Rotthausen, die gemeinsam und uneigennützig im Kampf gegen das Hochwasser ein Zeichen im Stadtteil auch für die Zukunft gesetzt haben und Heike und Andreas Jordan für ihre Initiative „Stolpersteine Gelsenkirchen“, welches das Horster Ehepaar beharrlich entgegen allen Anfeindungen umsetzte und weiterführt.

Laudatio auf Heike und Andreas Jordan, Laudator: Günter Wagner

„Wir ehren euch als unerschrockene Gelsenkirchener, weil ihr unerschrocken für die Stolpersteine streitet. Die Stolpersteine, die in der Stadt dafür sorgen, dass Opfer der faschistischen Nazi-Diktatur nicht vergessen werden. Dazu musstet ihr euch unerschrocken gegen viel Gegenwind und auch Verleumdungen behaupten. Andreas, der trotz seiner schweren Herzerkrankung sein Engagement weiter aufrecht erhält – auch wenn manchmal Einschränkungen unvermeidbar waren; und Heike, die das voll mit trägt und wenn Andreas nicht konnte unerschrocken alleine einsteht.

Gegen faschistische Umtriebe heute und gegen das Auftreten faschistoider Gruppen wie Pro Gelsenkirchen und Pro NRW habt ihr euch beide am kämpferischen Protest beteiligt und für diese Sache auch viel Druck und Anfeindung in Kauf genommen. Wir danken euch für die Co-Moderation des von AUF-Gelsenkirchen initiierten Protests gegen den Parteitag von Pro NRW im Schloss Horst. Wir sind stolz auf die gemeinsame, würdige Ehrung der Ermordeten der revolutionären Ruhrkämpfe 1920. Mit eindringlichen Worten versicherte Heike, diese Kämpfer genauso wie die des antifaschistischen Widerstands sind nicht umsonst gestorben. Das Vermächtnis dieser Unerschrockenen wird von euch und uns allen weiter getragen.“

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Gedenken in Gelsenkirchen

Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma

Gedenkveranstaltung am 16. Dezember 2010 in Gelsenkirchen

Obwohl starker Schneefall und Eisglätte gestern den Verkehr in Nordrhein-Westfalen lahmlegte und viele TeilnehmerInnen nicht anreisen konnten, fand die Gedenkveranstaltung in Gelsenkirchen wie geplant statt. Unweit des ehemaligen Zwangslagerplatzes für die als „Zigeuner“ verfolgten Menschen an der damaligen Reginenstraße wurde gestern Abend ein Kranz niedergelegt, um so einen temporären Erinnerungsort zu schaffen. Gemeinsam  gedachten wir der Sinti und Roma,  für die Auschwitz bereits in Gelsenkirchen begann.

Der 16. Dezember ist für Sinti und Roma weltweit ein Tag des Gedenkens

Am 16. Dezember 1942 ordnete Heinrich Himmler mit dem so genannten „Auschwitz-Erlass“ die Deportation aller noch in Deutschland und in den besetzten Gebieten lebenden Sinti und Roma in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau an. Zehntausende der nach Auschwitz verschleppten Menschen starben dort in den folgenden Monaten in den Gaskammern, an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und medizischen Experimenten.

In Gelsenkirchen wird bisher im öffentlichen Raum nicht an die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma erinnert. Es ist wünschenswert, dass endlich ein öffentlich zugänglicher Gedenkort im Stadtgebiet Gelsenkirchens gefunden wird, an dem in geeigneter und würdiger Form des rassistischen Völkermords an Sinti und Roma erinnert wird.

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