Stolpersteine Gelsenkirchen

Der Film

Diese ergreifende Dokumentation der ersten Stolperstein-Verlegung in Gelsenkirchen am 13. Juli 2009 hat pito auf eine ganz besonders einfühlsame Art und Weise videografisch in Szene gesetzt. Die Stolpersteine sind ein weiterer Meilenstein in der Gelsenkirchener Erinnerungskultur. An diesem denkwürdigen Tag, dem 13. Juli 2009, haben wir, die Initiatoren, Förderer und Paten, gemeinsam Stadtgeschichte geschrieben.

 

Stolpersteine für Gelsenkirchen

Gelsenkirchener Geschichten

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NS-Urteile wegen Kriegsverrat sollen aufgehoben werden

Rechtsausschuss – 26.08.2009

Berlin: (hib/AW/STO) Die Urteile wegen Kriegsverrats während der Herrschaft der Nationalsozialisten sollen aufgehoben werden. Der Rechtsauschuss empfahl am Mittwochnachmittag einstimmig, den entsprechenden Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen (16/13654) anzunehmen. Der Entwurf sieht vor, dass die Strafvorschrift des Militärstrafgesetzbuches wegen Kriegsverrats ebenfalls in das Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile aufgenommen werden soll.

Zwei ältere, aber in den wesentlichen Punkten übereinstimmende Gesetzentwürfe einer überfraktionellen Gruppe von Parlamentariern aus den Reihen von SPD, Grünen und Linke (16/13405) und der Fraktion Die Linke (16/3139) wurden vom Ausschuss nicht mehr abgestimmt, sondern zurück an das Plenum überwiesen. Dort sollen sie nach Annahme des neuen Gesetzentwurfes für erledigt erklärt werden.

Die Fraktionen führen zur Begründung an, dass der Straftatbestand des Kriegsverrats unter der NS-Herrschaft erweitert und das Strafmaß generell erhöht worden sei. Seit April 1934 sei für Kriegsverrat statt Zuchthaus als alleinige Strafandrohung die Todesstrafe eingeführt worden. Mit der sogenannten Verratsnovelle seien die Vorschriften zum Hoch- und Landesverrat grundlegend neu gefasst worden. Diese Verratsnovelle sei Ausdruck des völkischen Strafrechtsdenkens der Nationalsozialisten gewesen, deren Ausgangspunkt eine auf rassische Artgleichheit begründete Volksgemeinschaft gewesen sei, aus der sich der Verräter durch Treubruch ausschließe. Ein so verstandenes Gesetzesrecht sei mit dem rechtstaatlich gebotenen Grundsatz der Bestimmtheit von Strafgesetzen unvereinbar.

Die fehlende rechtsstaatliche Bestimmtheit der Strafvorschriften des Kriegsverrats wird nach Meinung aller Fraktionen auch durch neuere Untersuchungen zur Urteilspraxis belegt. Sie zeigten, dass Soldaten – und auch Zivilisten – für ganz unterschiedliche Handlungen wegen Kriegsverrats zum Tode verurteilt wurden: für politischen Widerstand, für die Hilfe für verfolgte Juden oder für Unbotmäßigkeiten gegen Vorgesetzte. Der unbestimmte Tatbestand des Kriegsverrats habe sich als Instrument der NS-Justiz erwiesen, um nahezu jedwedes politisch missliebiges Verhalten als ”Verrat“ zu brandmarken und mit dem Tode bestrafen zu können.

Quelle: Aktuelle Meldungen des deutschen Bundestages

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NS-Regime erschoss Michael Kitzelmann

Sondersitzung des deutschen Bundestages

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen plant der Deutsche Bundestag für morgen, Mittwoch, in einer Sondersitzung die Aufhebung ehemaliger NS-Urteile gegen „Kriegsverräter“. Einer von ihnen war Michael Kitzelmann, der 1937 in Lindaus Kaserne die Grundausbildung absolvierte.

Geboren wurde Michael Kitzelmann am 29. Januar 1916 als Bauernsohn im Weiler Horben bei Gestratz im Landkreis Lindau. Streng katholisch zu Gehorsam gegenüber den Eltern und in Ehrfurcht vor dem christlichen Gott erzogen, erreichten sein Lehrer und der Pfarrer, dass Michael Kitzelmann von 1928 bis 1936 das humanistische Gymnasium in Dillingen besuchen und dort im katholischen Knabenseminar wohnen durfte. 1936 absolvierte er für sechs Monate den Reichsarbeitsdienst bei Pfronten-Ried und begann im September an der kirchlichen Akademie in Augsburg mit dem Studium der für den Priesterberuf notwendigen philosophischen Semester.

Im Jahr 1937 wurde seine Bewerbung an die Lehrerhochschule in München-Pasing abgelehnt, weil er sich weigerte, in eine der vorgeschriebenen NS-Organisationen einzutreten. Im Sommer des Jahres rückte er als Freiwilliger zum 91. Infanterie-Regiment in die Lindauer Luitpold-Kaserne ein. (…)

Artikel weiterlesen: Schwäbische Zeitung Online

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Erinnerungsort Gesamtschule Gelsenkirchen-Horst

Antrag auf Umbennenung der Gesamtschule Gelsenkirchen-Horst

Erinnerungstafel im Eingangsbereich der Gesamtschule Gelsenkirchen-Horst. (Industriestrasse)

Gelsenkirchen. Der Verein GELSENZENTRUM e.V. in Gelsenkirchen hat heute die Umbennung der Gesamtschule Horst in Herman-Neudorf-Gesamtschule beantragt

Herman D. Neudorf, Überlebender der Shoa aus Gelsenkirchen-Horst lebt heute in den USA. Neudorf wurde als Dreizehnjähriger vor den Augen der Mitschüler von der Gestapo aus dem Unterricht heraus verhaftet. Herman Neudorf: „Am 28 Oktober l938 kam ein Polizist in meine Schule, das Realgymnasium Horst – und brachte mich in das Gefängnis in Horst. Ich war gerade 13 Jahre alt. Von diesem Tag an war meine Jugend zu Ende!! Von dort schleppte man mich nach Polen und dann Riga, in das KZ Stutthof und nach Buchenwald wo ich dann 1945 befreit wurde. Vergeben muss man – aber vergessen ist unmöglich.“

OFFENER BRIEF

An den Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen

Sehr geehrter Herr Baranowski,

zur Ehrung des in Gelsenkirchen geborenen Herman Neudorf, Überlebender der Shoa, beantrage ich die Umbenennung der Gesamtschule Horst in „Herman-Neudorf-Gesamtschule“. Ich bitte Sie, den Antrag zu prüfen und ggf. weiterzuleiten.

Herman Neudorf lebt heute in den USA, er wurde als Dreizehnjähriger vor den Augen der Mitschüler von der Gestapo aus dem Unterricht heraus verhaftet. Herman Neudorf: „Am 28 Oktober l938 kam ein Polizist in meine Schule, das Realgymnasium Horst – und brachte mich in das Gefängnis in Horst. Ich war gerade 13 Jahre alt. Von diesem Tag an war meine Jugend zu Ende!! Von dort schleppte man mich nach Polen und dann Riga, in das K.Z. Stutthof und nach Buchenwald wo ich dann 1945 befreit wurde. Vergeben muss man – aber vergessen ist unmöglich.“

Mit freundlichen Grüßen, Andreas Jordan

Mehr dazu: Erinnerungsort Gesamtschule Horst

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Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma in Auschwitz

2. August 2009

P R E S S E E R K L Ä R U N G

Internationaler Gedenktag der Sinti und Roma in Auschwitz

65. Jahrestag der Mordaktion der SS am 2. August 1944
Wirksame Maßnahmen gegen rassistische Gewalt und Hetze gefordert

Eine Delegation von 120 Personen aus Deutschland – unter ihnen mehr als 50 KZ-Überlebende – nimmt am 2. August unter Leitung des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, an dem Internationalen Auschwitz-Gedenktag der Sinti und Roma teil. Aufgrund Himmlers „Auschwitz-Erlass“ vom 16. Dezember 1942 deportierte die SS 23.000 Sinti und Roma familienweise aus elf Ländern Europas in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Am 2. August 1944, vor 65 Jahren, ermordete die SS dort in den Gaskammern die letzten 2.900 Sinti und Roma – Kinder, ihre Mütter und Alte. Zuvor von SS-Ärzten noch als „arbeitsfähig“ selektierte 3.000 Sinti und Roma kamen als Sklavenarbeiter in andere Konzentrationslager wie Buchenwald und Ravensbrück. Im besetzten Europa wurden 500.000 Roma und Sinti Opfer des Holocaust.

In der Gedenkansprache „appelliert“ Romani Rose „an diesem historischen Ort an die politisch Verantwortlichen, rassistische Gewalt gegen Roma und Sinti endlich ebenso konsequent zu ächten wie den Antisemitismus“. Der Zentralratsvorsitzende forderte außerdem wirksame Maßnahmen gegen die menschenverachtende Propaganda durch Neonazis im Internet. Gemeinsam müssten auf der internationalen Ebene durch Internet-Industrie und staatliche Stellen Schritte vereinbart werden, mit denen Aufrufe zur Gewalt gegen die Minderheit aus dem Netz beseitigt werden können. Rose kritisierte auch Politiker bürgerlicher Parteien, die in populistischer Manier mit rassistischen Klischees und Zerrbildern über Sinti und Roma in vielen Ländern Europas auf Stimmenfang gingen.

Die Sprecherin der Auschwitz-Überlebenden, Luise Bäcker, äußerte Dank und Respekt für die alliierten Soldaten, die sie „aus dieser Hölle befreit“ haben. Zu der um 12.00 Uhr beginnenden Veranstaltung erwarten der Zentralrat und der Verband der polnischen Roma mehrere hundert Sinti und Roma aus vielen Ländern Europas. Die Reise der deutschen Delegation zu dem Internationalen Gedenktag in Auschwitz wurde von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, dem Auswärtigen Amt, von dem Fonds „Erinnerung und Zukunft“ und dem „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ gefördert.

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Erinnerung im kleinen Kreis

Erinnerungsorte-Tafel am Gesundheitsamt

Heute Mittag wurde die Erinnerungsorte-Tafel, die Bernd Haase selbst gestiftet hat, im kleinen Kreis vorgestellt. Im Entree des Gesundheitsamtes haben sich Angehörige der Jüdischen Gemeinde, ausschließlich alte Menschen, und Vetreter der Stadtverwaltung, Dr. Priamus (ISG) und der Oberbürgermeister, versammelt.

Nach einer kurzen Begrüßung der Anwesenden erwähnte der OB, dass es nicht möglich war, die Erinnerungstafel am damaligen tatsächlichen Wohnort der Familie Haase, Nr. 10, anzubringen. Der Hintergrund dafür blieb so im unklaren.

Dann übergab der OB das Wort an Bernd Haase, der kurz aus der Zeit seines Lebens, die er in seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen verbrachte, erzählte. Anschließend wurde das Kaddisch gesprochen. Die Eheleute Haase werden heute weiterreisen, um an der großen Feier der Familie Haase teilzunehmen, war dies doch der Hintergrund Ihrer Reise nach Deutschland.

Im Gespräch, welches wir gestern mit Haases geführt hatten, erwähnte Bernd, dass er, am Fenster einer Wohnung stehend, beobachtet hat, wie Hitler anlässlich der Beerdigung von Emil Kirdorf in Gelsenkirchen nur wenige Meter an Ihm vorbei ging. „Hätte ich ein Gewehr gehabt, so hätte ich in gut treffen können – aber damals war ich zu jung für einen Selbstmord. Ich frage mich bis heute immer wieder, was gewesen wäre, wenn…“ Diese Begebenheit erzählte er uns am 20. Juli 2009 – dem Jahrestag des Attentats auf Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Bernd und Erika Haase in Gelsenkirchen

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Bernd Haase besucht Gelsenkirchen

Ein Treffen mit Herrn und Frau Haase

Wir hatten heute die Ehre, Bernd Haase und seine Ehefrau Erika persönlich kennenzulernen. Das Ehepaar Haase besucht anlässlich der anstehenden Familienfeier in Süddeutschland zum 80ten Geburtstag von Erika und Ihrem Ehejubiläum, das Ehepaar ist 40 Jahre miteinander verheiratet, auch die Geburtsstadt von Bernd. Wir folgten der Einladung von Bernd zu einem gemeinsamen Mittagessen im Gelsenkirchener Hotel Maritim.

Weiterlesen: Bernd Haase – Das Treffen

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Stolpersteine Gelsenkirchen: Fotos Online

Erste Verlegung von Stolpersteinen in Gelsenkirchen: Fotostrecken Online

Die Fotos von diesem denkwürdigen Tag, an dem die ersten 6 Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt worden sind, hat Werner Neumann gemacht, sehen sie fotografische Impressionen von den Verlegeorten auf der Internetpräsenz des Arbeitskreises Stolpersteine für Gelsenkirchen:

Die Fotostrecken von den Verlegeorten 2009

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Stolpersteine in Gelsenkirchen

Stadtspiegel Gelsenkirchen schreibt am 15. Juli 2009: Stolpersteine in Gelsenkirchen

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat in fast 500 europäischen Städten mehr als zwanzigtausend Stolpersteine gegen das Vergessen der im Nationalsozialismus ermordeten Menschen verlegt. Nun gibt es auch in Gelsenkirchen die ersten sechs Stolpersteine.

Die Stolpersteine sind mit einer Messingplatte versehen und werden niveaugleich in die Gehwegpflasterung eingelassen. Auf jeder Platte sind Name, Geburts- und Todesjahr, sowie der Todesort des Opfers eingraviert. Die Steine werden dort verlegt, wo die Menschen einst wohnten und ihren Lebensmittelpunkt hatten. Dadurch bleiben diese „ehemaligen Nachbarn“ keine namenlosen Opfer, sondern Menschen, deren Namen ins Gedächtnis der Stadt zurückkehren. Verlegt wurden die Steine vor dem Haus Markenstraße 19 für Frieda und Simon Neudorf, vor dem Haus Florastraße 84 für Regina Spanier und in der Kolpingstraße, zwischen Kauf hof und C & A, in Erinhereung an Grete und Fritz Goldschmidt sowie Mathilde Wertheim. Die Verlegung wurde von einer jüdischen Vorbeterin und einem Vorbeter begleitet und im Bildungszentrum mit einer kleinen Matinee abgeschlossen. Esther Goldschmidt, eine in Herne geborene Verwandte von Grete und Fritz Goldschmidt, las aus ihrem Buch „Vergangene Gegenwart“. Die Verlegung weiterer Steine ist geplant. Die Kosten werden durch Spenden finanziert.

Zitat mit freundlicher Genehmigung des Stadtspiegel Gelsenkirchen

Am Rande: Das zum Artikel gedruckte Foto, abgebildet sind Frau Schulte-Huxel und Andreas Jordan sowie einige der TeilnehmerInnen, will der freie Fotograf Gerd K. nur gegen Berechnung freigeben, wie er uns telefonisch mitteilte …

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Stolpersteine in Gelsenkirchen

Nun gibt es sie auch in Gelsenkirchen: Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig

Die Stolpersteine vor der Verlegung

Am 13. Juli wurden an drei Verlegeorten in Gelsenkirchen 6 Stolpersteine für jüdische Opfer der Shoa verlegt, an der Markenstrasse 19 in Horst für Simon und Frieda Neudorf, an der Florastrasse 84 für Regina Spanier und an der Kolpingstrasse in der City für Fritz und Grete Goldschmidt sowie für Mathilde Wertheim geborene Goldschmidt. Sie alle wurden vom Sammelort auf dem Wildenbruchplatz (ehemamlige Ausstellungshalle) am 27. Januar 1942 in den Tod deportiert.

Im Rahmen einer kleinen Zeremonie wurde den ermordeten Menschen am Verlegeort gedacht, während der Künstler die Stolpersteine verlegte, verlas Andreas Jordan, Initiator des Stolperstein-Projekts in Gelsenkirchen, die lebensgeschichtlichen Daten der Menschen. An der Markenstrasse verlas er Worte und Gedanken des überlebende Sohnes Herman Neudorf, der heute in den USA lebt. Eine rote Rose mit schwarzer Schleife wird auf auf den Gehweg niedergelegt, anschließend beteten Yuriy Zemskyi bzw. Mirjam Lübke das jüdische Totengebet „El male rachamim“ für die auf dem Stolperstein genannten Menschen. Während der Gebete schien die Zeit still zu stehen. Zwei Schülerinnen der Gerhard-Hauptmann Realschule, Jennifer und Franziska, begleiteten für Radio Herby (Radioprojekt der Schule) die gesamte Veranstaltung mit dem Mikrofon und interviewten Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

An der Florastrasse 84 verlas die Patin des Stolpersteins für Regina Spanier, Frau Elisabeth Schulte-Huxel Auszüge aus der Lebensgeschichte von Regina Spanier und übermittelte Grüße und Dank der überlebeneden Enkelin, Frau Ilse Reifeisen-Hallin, die heute in Schweden lebt.

Esther Goldschmidt, die zur Verlegung aus Flensburg angereist war, verlas am Verlegeort an der Kolpingstrasse 6 einen Brief, den Sie an Ihre sel. Angehörigen Fritz und Grete Goldschmidt sowie Mathilde „Tilla“ Wertheim, geborene Goldschmidt gerichtet hatte.
Bewegende Zeilen, bei denen viele der Teilnehmer und Zuschauer Ihre Emotionen kaum verbergen konnten, es flossen Tränen.

Die an den Verlegungen anschließende Matinee im Bildungszentrum bildete den Abschluß dieses denkwürdigen Tages. Lothar Lange von den gelsenkirchener geschichten führte durch die Abschlußveranstaltung. Gunter Demnig erläuterte sein Projekt Stolpersteine, Peter Rose, Kulturdezernent a.D. erinnerte an den Nazi-Terror, Frau Schulte-Huxel berichtete aus dem Leben von Regina Spanier, Andreas Jordan fasste die Entwicklung seiner Bemühungen um das Stolperstein-Projekt zusammen und Esther Goldschmidt las aus den Briefen, die Ihre Tante Hilde Laut, die heute in den USA lebt, 67 Jahre aufbewahrt hatte. Briefe der Menschen, die kurz vor Ihrer Deportation und anschließender Ermordung verfasst worden sind.

Es war ein besonderer Tag für unsere Stadt, für die wenigen noch lebenden Menschen, die das Grauen des Nazi-Terrors überleben konnten und für die TeilnehmerInnen der Veranstaltungen. Menschen, die eine Patenschaft übernehmen wollen, oder das projekt mit einer Spende unterstützen wollen, wenden sich bitte an den Arbeitskreis Stolpersteine für Gelsenkirchen, Ansprechpartner ist Andreas Jordan. Ein nächster Termin für die Verlegung weiterer Stolpersteine in Gelsenkirchen ist für Februar 2010 geplant.


Auf der Internetpräsenz des Arbeitskreises Stolpersteine Gelsenkirchen finden Sie Bilder von den Verlegungen sowie alle Redebeiträge der Veranstaltung: Stolpersteine Gelsenkirchen

Weitere Berichte und Stimmen zum Projekt Stolpersteine für Gelsenkirchen beim Internetforum Gelsenkirchener Geschichten, unter dem Dach der Gelsenkirchener Geschichten hatte sich ein Unterstützerkreis für das überkonfessionelle und überparteiliche Projekt gebildet: Gelsenkirchener Geschichten

Dokumentationen über die Schicksale der aus Gelsenkirchen deportierten und von den Nazis ermordeten Menschen der verschiedenen Opfergruppen sowie umfassende Informationen über Gelsenkirchen im nationalsozialismus finden sie auf der Internetpräsenz des GELSENZENTRUM e.V., ein Portal für Stadt- und Zeitgeschichte in Gelsenkirchen: GELSENZENTRUM

Stolpersteine für Simon und Frieda Neudorf

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