Gedenkstein für Neonazi-Opfer

Stein als Zeichen

Für den 2008 in Magdeburg von einem Neonazi getöteten Rick L. ist ein Gedenkstein eingeweiht worden. Das Denkmal sei Mahnung, dass rechte Gewalt verhindet werden müsse, sagte OB Lutz Trümper. Der Stein sei Zeichen, dass Magdeburg recht Gewalt nicht dulde.

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Weitere Patenschaften übernommen

Stolpersteine in Gelsenkirchen

Den Schwestern Zorek, Annemarie und Margit, sollen in Gelsenkirchen nun Stolpersteine gewidmet werden. Heike und Andreas Jordan habe die Patenschaft für die Stolpersteine, die den Geschwistern gewidmet werden, übernommen.

Annemarie Zorek wurde am 12. August 1922 in Gelsenkirchen geboren, ihre Schwester Margit wurde am 19. Mai 1924 ebenfalls in Gelsenkirchen geboren. Sie waren die Töchter von Georg Zorek, der am 30. April 1885 in Wreschen geboren wurde, (er lebte 1963 in New York) und Hedwig Zorek (geborene Cohen, geboren am 11. Juli 1889 in Gelsenkirchen, gestorben am 4. Januar 1932, beerdigt auf dem Jüdischen Friedhof in Ückendorf).

Die letzte Wohnung der Schwestern war in Gelsenkirchen, Augustastraße 7. Am 27. Januar 1942 wurden Annemarie und Margit zusammen aus Gelsenkirchen nach Riga deportiert, beide Schwestern wurden am 12. Februar 1942 aus Gelsenkirchen „amtl. n. unbekannt“ abgemeldet, nach Informationen der jüdischen Kultusgemeinde Gelsenkirchen wurden sie im KZ Riga-Kaiserwald im Sommer 1944 bei einer der „Aktionen“ des SS-Arztes Dr. Eduard Krebsbach ermordet. (Nach dem Gedenkbuch des Bundesarchivs im Juli 1944)

Mehr dazu auf GELSENZENTRUM: Familie Zorek

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Patenschaft für zwei Stolpersteine übernommen

Stolpersteine in Gelsenkirchen

Der Kreisverband Bündnis 90 / Die Grünen Gelsenkirchen haben heute die Patenschaft für zwei Stolpersteine, die in Gelsenkirchen verlegt werden, übernommen!

Aktuelle Infos: Stolpersteine in Gelsenkirchen

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Gedenken an Pater Hermann Vell

Erinnerungsorte-Tafel für Pater Hermann Vell

Am 23. April 1941 wurde Hermann Joseph Vell Vikar an St. Joseph in Gelsenkirchen-Schalke bei Ehrendechant Pfarrer Konrad Hengsbach. Hier arbeitete er eng mit Franz Hengstbach, dem ersten Bischof von Essen und späteren Kardinal, zusammen. Hier in Gelsenkirchen begann die Odyssee des Paters Hermann Joseph Vell durch die nationalsozialistische Mordmaschinerie, die schließlich mit einem Todesurteil und der daran anschließenden Befreiung aus der Todeszelle ihr Ende nahm.

Bis kurz vor seinem Tod 1965 korrespondierte Pater Vell mit einem ehemaligen Gelsenkirchener Bürger in Israel. Auf dessen Antrag hin hob die Staatsanwaltschaft I beim Landgericht Berlin am 02. Februar 1999 mit dem Aktenzeichen 2 P Aufh. 6/98 das Todesurteil gegen Pater Vell vom 06. April 1945 gem. §§ 1,2 Ziff. 1 und 3 NS-AufhG auf. Somit war Vell zwar posthum juristisch rehabilitiert, eine moralische und gesellschaftliche Rehabilitierung ist bisher ausgeblieben. Wo sonst, wenn nicht in Gelsenkirchen, wo Vell mehrere Jahre lebte und wirkte, kann die gesellschaftliche Rehabilitierung Pater Vells stattfinden?

Nur hier in Gelsenkirchen, wo der Leidensweg des Hermann Joseph Vell durch die Todesmaschinerie der Nationalsozialisten, die in das Todesurteil und den Ehrverlust mündete, begann, kann sich der Kreis auch schließen. Vor diesem Hintergrund habe ich die Errichtung einer Gedenktafel im Rahmen des Erinnerungsorte-Projektes beantragt.

Die Erinnerungsorte-Gedenktafel für Hermann Joseph Vell soll vor oder an der Pfarrkirche St. Joseph zu Schalke oder an adäquater Stelle im Ortsteil Schalke angebracht werden. Der OB hat die Idee bereits als positives bürgerschaftliches Engagement befürwortet und an das ISG weitergegeben.

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Das Gelsenberglager

…eine Reise ins Herz der Finsternis

Im Gelsenberglager, einem Aussenlager des KZ Buchenwald auf dem Firmengelände der Gelsenberg Benzin AG in Gelsenkirchen-Horst, waren im September 1944 insgesamt 2000 Jüdinnen eingepfercht. Ob die Frauen tatsächlich nur zu Aufräum- und Entrümmerungsarbeiten bei Gelsenberg gezwungen wurden, oder ob Sie zu Arbeiten im Rahmen der so genannten U-Verlagerung eingesetzt werden sollten, ist noch nicht hinreichend erforscht. Die Nazis planten unter anderem, dass Kraftwerk der Gelsenberg AG unterirdisch zu verlagern.

U-Verlagerung (Untertage-Verlagerung) bezeichneten die unter die Erdoberfläche verlagerten deutschen Rüstungsproduktionsanlagen während des Zweiten Weltkriegs. Die NS-Regierung beschloss die Verlagerung von kriegswichtigen Fabriken unter Tage, vor allem in alten Bergwerken, Strassen-und Eisenbahntunnel oder in extra neu angelegten Stollen fanden die Betriebe Platz. Der große Arbeitskräftebedarf in den U-Verlagerungen wurde durch Zwangsarbeiter und den Einsatz von KZ-Häftlingen neu errichteter Konzentrationslager gedeckt.

Insbesondere wurde die Herstellung synthetischen Benzins im sogenannten Geilenberg-Programm unter die Erde verlegt. Das Programm wurde nach Edmund Geilenberg, dem Generalkommissar für Sofortmaßnahmen beim Reichsministerium für Rüstung- und Kriegsproduktion benannt. Unter den Tarnbezeichnungen waren geplant: Schwalbe I, unterirdisches Hydrierwerk der Gelsenberg in einem Steinbruch im Sauerland bei Oberrödinghausen, Schwalbe IV bei Finnentrop im Sauerland, geplante Betreiberfirma Gelsenberg Benzin AG – Hydrierwerk.

Zum Gedenken an die bei alliierten Luftangriffen auf die Gelsenberg AG im September 1944 ums Leben gekommenen mehr als 150 der jüdischen Mädchen und Frauen aus Ungarn, die zur Zwangsarbeit aus dem KZ Auschwitz hierhin deportiert worden waren, ist nun eine Zusammenfassung der Ereignisse unter dem Titel „Das Gelsenberglager – Außenlager des KZ Buchenwald in Gelsenkirchen“ als PDF-Datei abrufbar:

…eine Reise ins Herz der Finsternis

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Große Resonanz auf WAZ-Artikel über Stolpersteine

Überlastung

Nach Erscheinen des sehr gelungen Artikels von Lars Oliver Christoph über die Stolpersteine in Gelsenkirchen in der heutigen Print-Ausgabe der WAZ kommt es zu Serverüberlastungen, sodass die Internetpräsenzen des GELSENZENTRUM und der Stolpersteine Gelsenkirchen zeitweilig nicht zu erreichen sind. Bitte versucht es dann zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

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Start der Stolpersteine

Der Boden ist bereitet

Am 13. Juli wird Gunter Demnig auch in Gelsenkirchen seine „Stolpersteine“ verlegen. Jeder Stein soll an ein Nazi-Opfer erinnern. Im Vorfeld gab es heftige Diskussion um Andreas Jordan (Gelsenzentrum) gegeben, der mit seinem „Gelsenzentrum“ die Initiative zur Verlegung der Steine ergriffen hatte.

Zum Beispiel: die Neudorfs. Die Juden Simon und Frieda Neudorf betreiben in den 30er Jahren ein Bekleidungsgeschäft auf der Markenstraße 19 in Horst. Simon Neudorf wird ins KZ Sachsenhausen verschleppt und am 14. März 1941 von den Nazis ermordet. Seine Frau und sein Sohn Hermann werden 1942 nach Riga deportiert; Frieda Neudorf wird am 28. Juli 1944 erschossen. Hermann landet in den Konzentrationslagern Stutthof und Buchenwald, kann aber auf einem „Todesmarsch” fliehen. Über Paris und Kolumbien landet er in den USA, wo er heute seinen Lebensabend verbringt.

Ein Schicksal, das in Gelsenkirchen nur wenige Menschen kennen. Ein Schicksal, über das ab dem 13. Juli aber viele Menschen stolpern könnten: An diesem Tag verlegt nämlich Gunter Demnig auf dem Pflaster vor der Markenstraße 19 zwei so genannte Stolpersteine, auf die die Namen der beiden Mordopfer Simon und Frieda Neudorf graviert sind. Anschließend wird der bekannte Kölner Künstler noch Gedenksteine für die Nazi-Opfer Fritz und Grete Goldschmidt sowie Mathilde Wertheim (Kolpingstr. 6; zwischen Kaufhof und C&A) und Regina Spanier (Florastr. 84) setzen.

„Die Stolpersteine geben den Menschen, den Opfern des Nazi-Regimes, ihre Namen, ihre Würde und ihre Individualität zurück”, sagt Andreas Jordan (47). Mehr als zwei Jahre lang hat der gelernte Maschinenbauschlosser aus Horst mit dem von ihm gegründeten ehrenamtlichen Portal „Gelsenzentrum” darum gekämpft, dass das in über 450 deutschen Städten präsente Projekt auch in Gelsenkirchen Fuß fasst.

Heftigen Vorwürfen aus dem linken Lager und vor allem von Roland Küpper (Mitglied im Bündnis gegen Rechts) sah sich Jordan, der u.a. auch den „Zug der Erinnerung” nach Gelsenkirchen geholt hat, ausgesetzt. Der Tenor: Er habe einst Kontakte zur rechten Szene und zum Nazi-Laden „Vikingship” gehabt. „Die Vorwürfe sind völlig aus der Luft gegriffen. Da ist nichts dran”, so Jordan zur WAZ.

Nachdem Küpper auch Demnig per E-Mail über die vermeintlich rechte Vergangenheit des Stolperstein-Förderers Jordan informiert hatte, stand das Projekt vor dem Aus. Nicht zuletzt eine Initiative der Gelsenkirchener Geschichten (GG) mit dem früheren Kulturdezernenten Peter Rose an der Spitze trug wohl dazu bei, dass Demnig die Stolpersteine in Kooperation mit Jordan nun doch in Gelsenkirchener Bürgersteige einlässt.

Der GG-Initiative schloss sich auch Paul Erzkamp vom Bündnis gegen Rechts an. Seine Begründung: „Vor allem ein persönliches Anliegen bewegte mich, mitzuwirken: Es gab schwere Vorwürfe gegen Personen des Projektes. Ich möchte sicherstellen, dass das Projekt realisiert wird und es keine Zweifel an der antifaschistischen Arbeit gibt.”

Die ersten sechs Stolpersteine sollen nicht die letzten bleiben: Weitere Verlegungen seien bereits in Planung, so Jordan, potenzielle Paten hätten Zusagen gegeben. Und noch eine Zusage hat er in der Tasche: Herman Neudorf wird aus den USA anreisen, um der Verlegung des Steins zum Gedenken an seine ermordeten Eltern beizuwohnen.

Informationen zum Projekt

Gunter Demnig will mit dem 1995 gestarteten Projekt „Stolpersteine” an das Schicksal von Menschen erinnern, die von den Nazis ermordet, deportiert oder vertrieben wurden. Der Künstler verlegt jeden Stolperstein persönlich. Die kleinen Betonsteine mit Messingplatte werden jeweils vor dem letzten Wohnort des Nazi-Opfers in den Bürgersteig eingelassen. Unter der Überschrift „Hier wohnte” steht Name, Jahrgang und Schicksal der jeweiligen Person. Die Verlegung (95 € pro Stein) wird von Paten finanziert. Jeder kann eine Patenschaft übernehmen (Einzelpersonen, Schulen, Gruppen etc.). Die Stadt muss die Aktion im Vorfeld genehmigen. In Gelsenkirchen erfolgt zudem eine Absprache mit dem Institut für Stadtgeschichte.

Kontakt zu Gelsenzentrum: Telefon: 0209/999 46 76
oder ⇒ info ätt stolpersteine-ge.de

Weitere Infos auf der Homepage von Gunter Demnig: www.stolpersteine.com

und in Gelsenkirchen Stolpersteine in Gelsenkirchen

Artikel in der WAZ: Der Boden ist bereitet

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Der letzte lebende Täter von Sobibor

Ich will nur die Wahrheit

Der mutmaßliche Kriegsverbrecher John Demjanjuk, wohl letzter lebender Täter von Sobibor, ist nun in München angekommen und wurde in das Gefängnis Stadelheim gebracht. Dort liegt er auf der Krankenstation, sein Gesundheitszustand bleibt vorerst weiter unklar. Demjankuk hat auch in Sobibor gemordet.

Der Holocaust-Überlebende Thomas Toivi Blatt, einer der Organisatoren des Aufstandes im KZ Sobibor am 14. Oktober 1943, wünscht sich nur eines: „Mir ist es völlig egal, ob er in das Gefängnis muss oder nicht. Ich will nur die Wahrheit. Die Welt soll erfahren, wie es tatsächlich in Sobibor gewesen ist. Er soll gestehen, denn er weiß so viel…

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Auszeichnung mit hoher Symbolik

GELSENKIRCHEN: Andreas Jordan mit der Pflanzung von 10 Bäumen in Israel geehrt

Der Gründer des GELSENZENTRUM – Internetportal für Stadt- und Zeitgeschichte in Gelsenkirchen, Andreas Jordan, wurde jetzt mit der Pflanzung von 10 Bäumen in Israel geehrt. Die Bäume werden im „Wald deutscher Länder“ nahe der Stadt Beerscheva in der Negev-Wüste gepflanzt.

Der als gemeinnützig anerkannte und beim Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer eingetragene Verein „GELSENZENTRUM – Internetportal zur Aufarbeitung und Dokumentation lokaler zeitgeschichtlicher Ereignisse in Gelsenkirchen“ hat sich im Jahr 2005 gegründet. GELSENZENTRUM dokumentiert die Zeit des Nationalsozialismus in Gelsenkirchen. Weitere Arbeitsschwerpunkte des „GELSENZENTRUM“, dessen langjähriger Vorsitzender Andreas Jordan ist, sind neben der Dokumentation des Holocaust und dessen Nachwirken bis in die Gegenwart tätige Erinnerungsarbeit durch Unterstützung überregionaler Erinnerungsprojekte in unserer Stadt, wie beispielsweise die fahrende Austellung “ Zug der Erinnerung “ oder das Projekt „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig. So lautet der Text auf der Ehrenurkunde:

… DER IST WIE EIN BAUM, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl. (Psalm 1,3)

„Zu Ehren von Andreas Jordan in Anerkennung seiner unermüdlichen Aufarbeitung der NS-Zeitgeschichte im „Gelsenzentrum“ veranlaßte Joseph Israel Ben Gal die Pflanzung von 10 Bäumen im „Wald der deutschen Länder“ in Israel durch den Keren Kayemeth le’Israel (Jüdischer Nationalfonds) 2009 – 5769″

Mehr dazu: Forum Gelsenkirchener Geschichten

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Gelsenkirchen: Erste Stolpersteine werden verlegt

Stolpersteine in Gelsenkirchen

Nun steht der erste Termin für die Verlegung von Stolpersteinen fest. Gunter Demnig wird am Montag, den 13. Juli erstmals Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegen. „Es war ein langer Weg“, freut sich Initiator Andreas Jordan, „Nun ist es soweit!“

Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen bündig ins Pflaster der Gehwege eingelassenen Mahnmalen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden.

Gunter Demnig hat mittlerweile rund 19.000 Stolpersteine in mehr als 450 Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Österreich, Tschechien, der Ukraine und Ungarn gesetzt. Nun werden auch in Gelsenkirchen Stolpersteine verlegt.

Die Verlegung von Stolpersteinen ist auch eine Geste an die Überlebenden des Holocaust, denn sie geben den Menschen ihre Namen, die Würde und den Respekt zurück. Stolpersteine verursachen kein tatsächliches stolpern, sondern es soll ein „darauf stoßen“ im übertragenen Sinne sein.

Weitere Informationen auf der Internetpräsenz des Arbeitskreises

→ Stolpersteine in Gelsenkirchen

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