Ehrung für „Stolpersteine“-Verleger Gunter Demnig

Demnig erhält die Josef-Neuberger-Medaille 2009

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat für sein Dauerprojekt „Stolpersteine“ die Josef-Neuberger-Medaille 2009 der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf bekommen. Seit rund zehn Jahren verlegt er die Messingtafeln in Bürgersteigen, die an deportierte jüdische Bürger erinnern sollen. Der Kölner „Stolpersteine“-Künstler Gunter Demnig erhält für seine besonderen Verdienste um die jüdische Gemeinschaft die Josef-Neuberger-Medaille 2009 der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Mit seinem Projekt erinnere Demnig auf außergewöhnliche und sehr eindringliche Weise an die Opfer des NS-Regimes, teilte die Jüdische Gemeinde am Freitag mit. Der Künstler gebe den Menschen ihren Namen wieder und damit ein Stück Würde und Individualität. Die Auszeichnung soll am 23. September im Rahmen des Jahresempfangs der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf im Leo-Baeck-Saal stattfinden.

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Pressemitteilung 01/2009 Arbeitskreis Stolpersteine Gelsenkirchen

Weitere Patenschaften für STOLPERSTEINE übernommen

Die stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins „Jüdisches Museum Westfalen“, Elisabeth C.-Schulte-Huxel, wird die Patenschaft für den Stolperstein, der Regina Spanier gewidmet wird, übernehmen. Regina Spanier wurde als jüdische Mitbürgerinn am 27. Januar 1942 aus Gelsenkirchen nach Riga deportiert und dort im November 1943 ermordet.

VirtualVoices: Den aus Gelsenkirchen deportierten und ermordeten jüdischen Menschen zum Gedenken. Mehr: VirtualVoices – The Memory Plates

Ursula Möllenberg bestätigte heute: Die Linke Alternative e. V. wird die Patenschaften für Paul Bukowski und Charles Ganty übernehmen. Paul Bukowski gehörte der Widerstandsgruppe um Franz Zielasko an, er wurde von den Nazis zum Tode verurteilt und hingerichtet. Mehr: Franz Zielasko
Die Widerstandsgruppe um Franz Zielasko

Charles Ganty aus Belgien war auf der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst eingesetzt. Er wurde in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Mehr: Charles Ganty

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Schaeffler Group – German media are silent

Konsequent beschwiegen

Die NS-Vergangenheit der Firmengruppe Schaeffler ruft ein wachsendes Medienecho im Ausland hervor. Führende Tageszeitungen in mehreren Staaten berichten über die Ursprünge des weltweit tätigen Unternehmens in der Rüstungsproduktion für die Wehrmacht; auf besonderes Interesse stößt der vor wenigen Tagen von polnischen Historikern bestätigte Verdacht, die Firmengründer könnten Geschäftsbeziehungen zum Vernichtungslager Auschwitz unterhalten haben.

Der Aufmerksamkeit im Ausland steht ein demonstratives Desinteresse fast aller deutschen Medien gegenüber. Nach ausführlichen Berichten über ein zum Teil entlastendes Gutachten eines deutschen Historikers über Schaeffler schweigt sich die deutsche Presse über die Vorwürfe aus, obwohl die Firma Staatsbeihilfen erbittet und deshalb Gegenstand einer umfangreichen Berichterstattung ist. Die NS-Vergangenheit des Unternehmens spielt in der öffentlichen Debatte keine Rolle.

Learn more about: www.german-foreign-policy.com

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Waffenschmiede des Deutschen Reichs

„Krupp – Eine deutsche Familie“

D 2009; Regie: Carlo Rola; mit Iris Berben, Heino Ferch, Barbara Auer, Benjamin Sadler.
Historischer Fernsehfilm in drei Teilen im ZDF – 22., 23. und 25. März, jeweils 20.15 Uhr

Der historische Fernsehfilm in drei Teilen erzählt die Geschichte der Familie Krupp über mehrere Generationen. Im Mittelpunkt steht der Konflikt zwischen der Alleinerbin Bertha Krupp und ihrem ältesten Sohn Alfried von Bohlen und Halbach. Als Alleinerbin des „Kanonenkönigs Fritz“ erlebt Bertha Krupp (1886-1957) als junges Mädchen die glanzvollen Zeiten, in denen die Firma Krupp unter Kaiser Wilhelm II. zur „Waffenschmiede des Deutschen Reichs“ wird. In der riesigen „Villa Hügel“, dem repräsentativen Wohnsitz der Familie Krupp in Essen, erzieht ihre Mutter Margarethe (1854-1931) Bertha und ihre jüngere Schwester Barbara nach einem preußischen Regelsystem, in dem wenig Platz für Emotionen ist. Umso mehr hängt Bertha an ihrem sanft auftretenden Vater Fritz.

Siehe ausführlich auf: www.zdf.de

Bereits am 9. März 2009, 20.00 Uhr, zeigt die Lichtburg Essen den Mehrteiler als Deutsche Kinopremiere in Anwesenheit von Regisseur, Darstellern und Filmteam. Restkarten ab 14.00 Uhr am kommenden Montag an der Kinokasse der Lichtburg. Auf Grund der sehr großen Nachfrage für die Deutsche Kinopremiere wird der Film zudem am 10.03.2009 um 20.00 Uhr gezeigt;

Reservierung unter: 0201 231023; Lichtburg Essen

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Neonazi-Schlägerei: Haltern unter Schock

Ein Pulk von 15 Neonazi-Schlägern hat am Wochenende Passanten angegriffen und krankenhausreif geschlagen – Bürgermeister: „Solche Spinner haben bei uns nichts verloren“

Haltern am See. Es ist gemütlich in der Seestadt. Doch seit dem Wochenende hat das Idyll in Haltern Risse bekommen. Der Grund: Die Attacken einer etwa 15-Mann starken Neonazi-Gruppe aus Haltern, Marl und Essen, die in der Nacht zum Samstag, scheinbar wahllos Menschen angegriffen und verletzt haben.

Nach einer feuchtfröhlichen Party zogen sie los. Mit Schlagstöcken und Schlagringen haben sie regelrecht Jagd gemacht. Es gab mindestens vier Verletzte. Eine 19-Jährige wurde vor dem Bahnhof zusammen geschlagen. Zwei der Opfer sollen Nasenbeinbrüche erlitten haben und einer schwere Kopfverletzungen. Alle mussten ärztlich versorgt werden und konnten das Krankenhaus erst nach Stunden wieder verlassen.

Einem 19-jährigen Farbigen gelang die Flucht. „Jetzt töten wir dich, Nigger“, sollen sie ihm gedroht haben. Sein Freund sei mit einem Ziegelstein zu Boden gestreckt worden. Er habe nun Angst vor die Tür zu gehen, erklärte der 19-Jährige.

Ganzen Artikel mit Kommentaren lesen: Der Westen – Portal der WAZ

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Verarbeitete Schaeffler Haare aus Auschwitz?

Schaeffler AG – ein deutsches Unternehmen mit Tradition

Der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Schaeffler-Gruppe macht jetzt auch die Vergangenheit zu schaffen. Nachdem der Einsatz von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg publik geworden war, gibt es jetzt einen neuen, furchtbaren Verdacht: Schaeffler soll tonnenweise Haare vergaster KZ-Opfer verarbeitet haben.

Der Automobilzulieferer Schaeffler war anscheinend weit mehr in das politische System des Dritten Reiches verstrickt als bisher angenommen. Das ergeben Recherchen von SPIEGEL TV Magazin in Polen, die an diesem Sonntag, 1. März 2009, um 22.20 Uhr auf RTL ausgestrahlt wurden.

Nachdem bekannt geworden war, dass die von Wilhelm Schaeffler 1940 erworbene Firma im oberschlesischen Kietrz (Katscher) Zwangsarbeiter beschäftigte, bringen polnische Wissenschaftler den Namen Schaeffler nun auch in Zusammenhang mit der Verarbeitung von menschlichen Haaren aus dem KZ Auschwitz.

Menschenhaar

Auf die Textilsparte der damaligen Schaeffler AG richtet sich das Interesse polnischer Historiker, die möglichen Geschäftskontakten des Unternehmens zum Vernichtungslager Auschwitz nachgehen. Die Hinweise betreffen die Verwertung von Menschenhaar in Betrieben der deutschen Textilindustrie. Wie der Historiker Andrzej Strzelecki schreibt, der am Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau (Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau) tätig ist, wurden nach dem Abzug der Deutschen aus Kietrz 1945 große Mengen Menschenhaar in einer dortigen Fabrik gefunden. Laut Strzelecki handelte es sich um die “Teppichfabrik G. Schoffler AG”. Derselbe Befund ist einer Veröffentlichung des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau zu entnehmen; dort ist von einer “Teppichfabrik G. Schoeffler AG” die Rede. Der Name “Schoffler” ist für Katscher ebensowenig belegt wie “Schoeffler”; dies gilt nicht zuletzt für umfangreiche Bestandslisten aus dem Milieu der deutschen Vertriebenen, in denen die ab 1945 aus Katscher geflohenen oder umgesiedelten Personen verzeichnet sind. Vielfältig belegt ist hingegen der Name “Schaeffler”.

Industrielle Verwertung

Wie es in der Publikation des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau heißt, konnten Wissenschaftler an den in Kietrz aufgefundenen Menschenhaaren Zyanwasserstoff nachweisen. Zyanwasserstoff war Bestandteil des Giftgases (”Zyklon B”), mit dem die Nazis ihre Opfer in den Gaskammern ermordeten. In Kietrz wurden zudem mehrere Ballen Haargewebe sichergestellt, die die industrielle Verwertung menschlichen Haares belegen. Ähnliche Verwertungen fanden in verschiedenen Betrieben der deutschen Textilindustrie statt – Andrzej Strzelecki berichtet unter Berufung auf Archivquellen in Polen unter anderem von Produktionen für die Wehrmacht. Das Gewicht der in Kietrz aufgefundenen Menschenhaare gibt Strzelecki mit 1.950 Kilogramm an. Angaben von Historikern zufolge entspricht dies dem Haar von rund 40.000 Menschen.

Nicht aufgeklärt

Dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau zufolge wurde die Textilfabrik, in der die Menschenhaare aus Auschwitz gefunden wurden, nach dem Krieg verstaatlicht. Darüber, wie die Haare in die Textilfabrik gelangten, sind keinerlei Details bekannt. Quellen aus dem Polnischen Staatsarchiv in Opole behaupten, dass es sich bei dem nach dem Kriege verstaatlichten Werk um die Schaeffler’sche Textilfabrik gehandelt habe. Eine präzise Aufklärung steht bis heute aus.
Der stellvertretende Leiter der Forschungsabteilung des Museums Auschwitz, Dr. Jacek Lachendro, erklärte gegenüber Spiegel TV, dass Teile (1,95 Tonnen) der noch heute in Auschwitz ausgestellten Haare damaliger KZ-Häftlinge nach Kriegsende in einer Fabrik in dem Ort Katscher gefunden worden waren. Die damals zu Protokoll gegebenen Aussagen über den Fundort zeigten, dass es sich bei der Fabrik um das Unternehmen von Schaeffler handelte, so Lachendro zu Spiegel TV. Lachendro präsentierteinen Tuchballen aus Menschenhaar, der nach Kriegsende auf dem Firmengelände gefunden wurde.

Darüber hinaus gebe es Vernehmungsprotokolle ehemaliger Fabrikmitarbeiter, nach denen im Jahr 1943 zwei Waggonladungen Haare in die Fabrik nach Katscher geliefert worden waren. Spätere Analysen der Haare durch polnische Behörden ergaben, dass es sich um menschliche Haare handelte, in denen sich Rückstände von Zyklon B fanden. Dieses Gift wurde in den Gaskammern von Auschwitz eingesetzt.

Die Ruine der früheren Schaeffler-Fabrik überragt noch heute den Ort Kietrz, der circa drei Autostunden von Auschwitz entfernt liegt. Das Textilunternehmen, das aus der vormals jüdischen Davistan AG hervorgegangen war, war der Grundstein späterer Schaeffler-Firmen und damit des heutigen Familienkonzerns. Nach der Übernahme durch Wilhelm Schaeffler und seinen Bruder Georg begann man auch mit der Produktion von Rüstungsgütern. Zum Kriegsende verlagerten die Schaeffler-Brüder ihr Unternehmen nach Bayern.

Die offizielle Unternehmenshistorie der Schaeffler-Gruppe beginnt erst im Jahre 1946 mit der Gründung des Unternehmens INA. Vor zwei Jahren fertigte der Erlangener Historiker Professor Gregor Schöllgen dann eine Ausarbeitung über die NS-Vergangenheit Schaefflers im Auftrag der Familie an. Während Schöllgen den Einsatz von Zwangsarbeitern in Katscher bestätigt, gibt es seiner Ansicht nach keine Beweise für eine Verbindung zwischen dem Unternehmen Schaeffler und einer Verarbeitung von Menschenhaar aus Auschwitz.

Siehe auch: http://antinazi.wordpress.com/2009/03/02/schaeffler-ag-ein-deutsches-unternehmen-mit-tradition/

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Yiddish Folk Songs – Mazzel en brooche voor de hele misjpoge!

Mazzel en brooche voor de hele misjpoge!

GELSENZENTRUM, dass Portal für Stadt- und Zeitgeschichte in Gelsenkirchen, stellt auf seiner Internetpräsenz nun auch jiddische Songs vor. Ein Querschnitt durch die jüdische Musik des 20. Jahrhunderts, Schwerpunkt sind jedoch die Werke von Mordechai Gebirtig (eigentlich Morche Bertig). Gebirtig wurde am 4. April 1877 in Krakau (damals Österreich-Ungarn) geboren. Am 4. Juni .1942 wurde er im Krakauer Ghetto auf offener Straße von den Nazis erschossen. Die meisten Lieder werden auf jiddisch gesungen, eine Sprache, die heute eher selten unter den jüdischen Menschen gesprochen wird.

Die Sprachbezeichnung Jiddisch

Jiddisch ging zur Zeit des Hochmittelalters aus dem Mittelhochdeutschen hervor und ist allgemein auch heute noch der deutschen Sprache und deren Mundarten sehr nahe. Es wird von etwa drei Millionen Menschen, größtenteils Juden, auf der ganzen Welt gesprochen. Vor dem Holocaust gab es etwa 12 Millionen Sprecher, die meisten davon in Ostmittel- und Osteuropa. Heutzutage sprechen neben älteren Menschen aller jüdischen Glaubensrichtungen vor allem chassidische Juden Jiddisch als Umgangssprache.

Jiddisch ist ein verhältnismäßig neues Kunstwort und hat im Deutschen seit den 1920er Jahren die älteren Bezeichnungen „Judendeutsch“, „Jüdisch-Deutsch“ und „Jargon“ (für Ostjiddisch) verdrängt, die in der älteren Literatur oft abwertend für die deutsch basierten Sprachen der Juden in Mittel- und Osteuropa gebraucht wurden. Das deutsche Wort jiddisch ist eine Entlehnung aus Englisch Yiddish, das seinerseits auf das von ostjüdischen Emigranten nach England mitgebrachte jiddische Wort jidisch zurückgeht

Mehr: Mazzel en brooche voor de hele misjpoge!
Jiddish Folk Songs, sampeld by GELSENZENTRUM

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Vom Ursprung deutschen Reichtums II

NS-Vorgeschichte der Schaeffler Gruppe

Die Schaeffler Gruppe räumt bislang verschwiegene Kriegsgeschäfte ihrer Firmengründer im NS-Reich ein. Demnach geht der heutige Konzern nicht nur auf ein Vorgängerunternehmen zurück, das 1940 billig zu erwerben war, weil sein jüdischer Eigentümer hatte fliehen müssen. Die Maschinen, mit denen die Schaefflers nach Kriegsende ihre Unternehmertätigkeit fortführten, entstammten zudem der Rüstungsproduktion für die Wehrmacht. Während des Zweiten Weltkriegs beutete die Unternehmerfamilie schließlich auch polnische, russische und französische Zwangsarbeiter aus. Dies ist einem Gutachten des Historikers Gregor Schöllgen zu entnehmen. Es bestätigt kürzlich publizierte Recherchen dieser Redaktion. Unklarheit herrscht nach wie vor über die Frage, ob Geschäftskontakte der früheren Schaeffler AG aus Katscher (heute Kietrz) zum Vernichtungslager Auschwitz bestanden.
Während Schöllgen keine Belege dafür gefunden haben will, berichten polnische Historiker, nach dem Abzug der deutschen Truppen aus Katscher sei in einer dortigen „Schoeffler AG“ mit Giftgas kontaminiertes Menschenhaar sichergestellt worden. german-foreign-policy.com veröffentlicht Auszüge aus den Berichten.

Mehr dazu auf www.german-foreign-policy.com

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Nazi-Zeit: Zwangsarbeiter bei Schaeffler

Herzogenaurach/Erlangen (dpa) – Die Gründer des angeschlagenen Schaeffler-Konzerns, Wilhelm und Georg Schaeffler, waren während des Zweiten Weltkriegs auch in der Rüstungsproduktion tätig und hatten Zwangsarbeiter beschäftigt.

Dies geht aus der Arbeit des renommierten Erlanger Historikers Prof. Gregor Schöllgen hervor, der die Rolle der Firma während der Nazi-Zeit erstmals wissenschaftlich untersucht hat.

Schöllgen war von Firmeneigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg Schaeffler mit der Untersuchung beauftragt worden. Er kommt in seiner Zusammenfassung, die in der März-Ausgabe der Zeitschrift «Cicero» veröffentlicht wird, zu dem Ergebnis, dass die Firma im Ganzen «die für die Zeit typischen Verhältnisse nicht nur in den Industriebetrieben des Deutschen Reiches» spiegelte.

Den Grundstein für das Unternehmen hatte Wilhelm Schaeffler (1908- 1981) 1940 mit dem Kauf der vormals jüdischen Textilfirma Davistan gelegt, die damals von Gläubigerbanken verwaltet wurde. Verbindungen zur NSDAP hätten beim Kauf aber keine Rolle gespielt, schreibt Schöllgen. In der Partei, in die Wilhelm Schaeffler 1941 eintrat, habe er keine aktive Rolle gespielt.

Artikel weiterlesen: sueddeutsche.de

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Verbrannte Worte – verbotener Autor: Kurt Tucholsky (1890-1935)

Vortrag von Martina Bracke, Essen, mit anschließender Diskussion

Mittwoch, 25. Februar 2009, 19.30 Uhr

„Ich werde nun langsam größenwahnsinnig – wenn ich zu lesen bekomme, wie ich Deutschland ruiniert habe. Seit zwanzig Jahren aber hat mich immer dasselbe geschmerzt: dass ich auch nicht einen Schutzmann von seinem Posten habe wegbekommen können.“ (Kurt Tucholsky, 1933)

Tucholsky, Jahrgang 1890, erlebt Kaiserreich, Weimarer Republik und die Anfänge des „Dritten Reiches“. Bereits 1907 veröffentlicht er anonym erste Arbeiten. Von da an ist Tucholsky unermüdlich mit streitbarer Feder auf seinem Weg, einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts zu werden. Unter verschiedenen Pseudonymen schreibt er im politischen Gedicht und in Satiren, in Literatur- und Theaterkritiken über alles, was ihn bewegt. So aktiv und manchmal prophetisch er geschrieben hat, ab 1932 fällt ihm zu Deutschland fast nichts mehr ein. Lediglich in Briefen äußert er sich noch. Ausgebürgert, seine Bücher verbrannt – seine letzten Jahre verbringt er in Schweden, wo er sich 1935 das Leben nimmt. Der Vortrag beleuchtet das Leben Tucholskys mit Blick auf die Entwicklungen in Deutschland und mit Ausschnitten aus seinem Werk.

Veranstaltungsort:
Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“
Cranger Straße 323, 45891 Gelsenkirchen
Telefon: +49 (0)209/169-8552
Telefax: +49 (0)209/169-8553
E-mail: isg@gelsenkirchen.de

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