Die jüdische Familie Meyer aus Gelsenkirchen

Enkel übernimmt Patenschaft für Stolpersteine

Aus den wenigen erhaltenen Dokumenten und den Erzählungen des einzigen Überlebenden der Shoa aus der Familie Meyer hat der Arbeitskreis Stolpersteine in Gelsenkirchen das Leben und Verfolgungsschicksal der Familie im so genannten „Dritten Reich“ dokumentiert. Zunächst gelang der Familie die Flucht in die Niederlande, dort konnten sie den Nazis jedoch nicht mehr entkommen. Bis auf den Sohn Paul, der in die USA emigrierte, wurden alle Mitglieder der Familie Meyer aus Gelsenkirchen in den Gaskammern von Auschwitz ermordet.

→ Familie Meyer aus Gelsenkirchen

→The Jewish Family Meyer from Gelsenkirchen

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Gelsenkirchen wird erinnert

Das Ehepaar Jordan möchte die NS-Vergangenheit der Stadt nicht in Vergessenheit geraten lassen

Die Inschrift kann man noch lesen, doch – die kleine Gedenktafel im Trottoir ist leicht fleckig. »Das kommt von dem Streusalz«, sagt Andreas Jordan, der sich bückt und mit einem Papiertaschentuch behutsam über den Gedenkstein fährt, um ihn zu säubern. Der Gedenkstein erinnert an den Belgier Charles Ganty, der 1941 auf der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst Zwangsarbeiter war und am 7. September 1943 wegen Widerstandes gegen die Nationalsozialisten in Plötzensee hingerichtet wurde. Es ist  die bislang letzte Gedenktafel, die in Gelsenkirchen verlegt wurde.

Einige Stolpersteine liegen noch in der Wohnung von Andreas und Heike Jordan und warten darauf, in das Pflaster eingelassen zu werden. Der kalte Winter und der heftige Frost verhinderten ihre Verlegung im Februar. (…)

Weiterlesen: → Artikel „Neues Deutschland“

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Stolpersteine in Gelsenkirchen

Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist

In Gelsenkirchen sind in den letzten Tagen weitere Stolperstein-Patenschaften für das jüdische Ehepaar Moritz und Toni Meyer sowie den Widerständler Fritz Rahkob übernommen worden.

Gunter Demnigs Pflastersteine mit den in Messingplatten eingeschlagenen Daten von NS-Opfern  haben sich inzwischen zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt.  Die Aktion wurde durch Demnig 1993 ins Leben gerufen. Der Kölner Künstler hat mittlerweile in acht Staaten Europas und 549 Kommunen insgesamt mehr als 24.000 STOLPERSTEINE verlegt. Auch auf der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai werden im deutschen Pavillon 16 seiner STOLPERSTEINE gezeigt.

STOLPERSTEINE setzen für viele Angehörige und Nachfahren der Opfer auch einen persönlichen Schlussstein. Die STOLPERSTEINE sind Denkmäler, die den Toten ein Gesicht geben, die Gräueltaten des Dritten Reichs nicht in Vergessenheit geraten lassen und zusätzlich noch eine Anlaufstelle für Angehörige sind.

Patenschaften

Die STOLPERSTEINE werden über Patenschaften finanziert. Denn nur, wenn Patenschaften übernommen werden, können auch neue STOLPERSTEINE verlegt werden. Um das Projekt STOLPERSTEINE Gelsenkirchen fortzuführen, ist die Mithilfe vieler Menschen nötig. Eine Patenschaft kostet derzeit 95 Euro, damit werden Herstellung und Verlegung des STOLPERSTEINS vor dem Wohnhaus oder der Arbeitsstätte des Opfers finanziert.

Spenden

Gerne können Sie auch mit einer Spende die Erinnerungsarbeit des von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Arbeitskreises STOLPERSTEINE für Gelsenkirchen unterstützen. (z.B. für den Unterhalt der Internetpräsenz und die Archivarbeit). Sie erhalten auf Anfrage einen Verwendungsnachweis für Ihre Spende. Helfen Sie mit, den Menschen Ihre Namen zurück zu geben, dort wo sie einmal gewohnt haben – vor den Türen der Häuser.

Mehr über die STOLPERSTEINE: → Internetpräsenz des Arbeitskreises STOLPERSTEINE in Gelsenkirchen

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Erschlagen, erschossen und zertreten

 Ein Stolperstein für Erich Lange

Erschlagen, erschossen und zertreten – Mit diesen Worten beschrieb die Zeitzeugin Rosa Eck den Mord an Erich Lange. Bei den nächsten Verlegungen soll nun ein Stolperstein für Erich Lange verlegt werden. Für diesen Stolperstein ist bereits eine Patenschaft übernommen worden.

Erich Lange wurde Am Rundhöfchen in der Gelsenkirchener Innenstadt von SS-Leuten in der Nacht vom  21/22. März 1933 ermordet. Lange, der bis 1932 Mitglied der Schutzstaffel  der NSDAP (Abkürzung SS) war, hatte sich frühzeitig gegen die Nationalsozialisten gestellt und wurde Mitglied der KPD und des „Kampfbundes gegen den Faschismus“. Die Nazis sahen das als „Verrat“ an und ermordeten Erich Lange.

→ Stolpersteine in Gelsenkirchen

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9. Mai 2010 – 65. Jahrestag des Sieges über den Faschismus 1945

Mahnmal für russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Gelsenkirchen-Horst

Der quaderförmige Gedenkstein erinnert an die 884 sowjetischen Opfer des Nationalsozialismus, die als Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter nach Gelsenkirchen-Horst verschleppt wurden und hier ums Leben gekommen sind. Gelsenzentrum e.V. und viele Menschen haben auch in diesem Jahr anläßlich des 65.  Jahrestages der Befreiung vom Hitler-Faschismus Blumen zum Gedenken an die Toten niedergelegt.

Mahnmal für russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Gelsenkirchen-Horst

Weiterlesen: → 9. Mai 2010 – 65. Jahrestag des Sieges über den Faschismus

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Gunter Demnig – Stolpersteine

Vortrag auf der EXPO 2010 in Shanghai

Günter Demnigs „Stolpersteine“ liegen mittlerweile in vielen Orten Deutschlands. Vor den letzten Wohnhäusern Verfolgter in der NS-Zeit, erinnern die Steine an die Menschen, die einst in diesen Häusern gelebt haben. Neben der Präsentation dieses Projekts in der Dauerausstellung des Deutschen Pavillons als Beispiel bürgerschaftlichen Engagements, wird Günter Demning in einem Vortrag am 18.6.2010 über sein Projekt berichten, welches die Erinnerung an Opfer der NS-Zeit wach halten soll.

EXPO 2010 – Lecture in Shanghai

By now Gunter Demnig’s „Stolpersteine“ (stumbling blocks) lie in many places in Germany. In front of the last homes of those persecuted during the NS-era, the stones remind of the people who used to live in these houses. In addition to the presentation of this project as an example of volunteerism in the exhibition of the German Pavilion Gunter Demnig will give a lecture about his project on June 18th, 2010.

Ort/Location: Shanghai Jewish Refugee Museum, Changyang Road 62 (Ecke Haimen Road), Hongkou Metrolinie 4, Haltestelle Dalian Lu

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Ein Stein, ein Name, ein Mensch

Stolpersteine werden verlegt

Im Februar verhinderte der strenge und anhaltende Frost die Verlegung von Stolpersteinen. Lediglich vier der ursprünglich geplanten 13 Stolpersteine konnten am 9. Februar verlegt werden, die verbliebenen Stolpersteine sollen nun am 22. Juni 2010 verlegt werden.

Der Arbeitskreis Stolpersteine in Gelsenkirchen hatte sich im Februar an das Gelsenkirchener Tiefbauamt gewandt und um Mithilfe bei den Verlegungen der verbliebenen Stolpersteine gebeten. Die Stolpersteine sollten in Absprache mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig durch den Initiator des Projektes in Gelsenkirchen zu einem späteren Zeitpunkt verlegt werden. Der Initiator wandte sich dann an das hiesige Tiefbauamt und erbat Hilfestellung beim Aufbrechen der Gehweg-Pflasterung, das wurde bisher unter Hinweis auf die angespannte Haushaltslage und der dünnen Personaldecke im Tiefbauamt seitens der Stadt abgelehnt.

Nach Protesten verschiedener Stolperstein-Initiativen aus anderen Städten der Bundesrepublik gegen die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung stellte Oberbürgermeister Baranowski dann Anfang März eine Prüfung der bisherigen Ablehnung in Aussicht, Zitat: (…) „Wir schauen unter diesem Gesichtspunkt noch einmal, ob es nicht doch einen Ansatz gibt, zu helfen.“ (…)

Nach einer daraufhin erfolgten Rückfrage des Arbeitskreises an den zuständigen Abteilungsleiter beim Gelsenkirchener Tiefbauamt Mitte März und erfolgten Planungsänderungen in der Sache ist eine zugesagte Antwort seitens des Tiefbauamtes leider bis heute ausgeblieben. Die Verlegungen im Juni werden nun mit der handwerklichen Hilfe eines Steinmetzes vorgenommen, der das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen ehrenamtlich unterstützt. Am 22. Juni 2010 werden in Gelsenkirchen Stolpersteine für diese Menschen verlegt:

Margit Zorek und Annemarie Zorek

Verlegeort: Augustastrasse 7 – 8:00 Uhr

Hulda Silberberg

Verlegeort: Bochumer Strasse 45 – 8:45 Uhr

Helene Lewek

Verlegeort: Neustadtplatz 6 – 9:15 Uhr

Helene Lewek

Verlegeort: Ehem. Ausstellungshalle Wildenbruchstrasse 31 (Höhe Polizeiwache) – 9:45 Uhr

Sally Haase, Carola Haase, geborene Cossmann und Ingrid Haase

Verlegeort: Kurt-Schumacher-Strasse 10 – 10:30 Uhr

Paul Bukowski

Verlegeort: Zollvereinstrasse 4 – 11:30 Uhr

(Die angegebenen Uhrzeiten der jeweiligen Verlegung können ggf. abweichen)

→ Stolpersteine in Gelsenkirchen

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Der Fall Eichmann

BND darf Eichmann-Akte nicht komplett sperren

Eine argentinische Journalistin hat einen Teilerfolg gegen den Bundesnachrichtendienst errungen. Weil dieser ihr die Einsicht in bislang geheime Akten des SS-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann verweigerte, zog sie vor das Bundesverwaltungsgericht. Die Richter befanden, die Akten dürften nicht länger komplett gesperrt werden.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) darf nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts die Akte des NS-Verbrechers Adolf Eichmann nicht komplett sperren. Damit gab das höchste deutsche Verwaltungsgericht in Leipzig einer Südamerika-Korrespondentin recht, die Einsicht in die maßgeblich aus den 50er- und 60er-Jahren stammenden Archivunterlagen beantragt hatte. (…)

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Familie Gompertz, früher Gelsenkirchen

Lebensgeschichtliche Erinnerungen einer jüdischen Familie

Die Geschichte der jüdischen Familie Gompertz kann bis ins Jahr 1765 verfolgt werden, als in Issum am Niederrhein Alexander Gompertz geboren wurde. Er war der Großvater von Gumpel Gompertz, der 1820 in Uerdingen (ab 1929 Stadtteil von Krefeld) geboren wurde. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts kam  der älteste Sohn  von Gumpel und Henriette Gompertz, Albert Gompertz, geboren am 20. Mai 1857 in Krefeld, nach Gelsenkirchen, um hier eine Familie zu gründen. Er heiratete in Gelsenkirchen Sophie Rubens und führte das Pelzhaus Gompertz an der Bahnhofstrasse 22 in Gelsenkirchen. Albert starb 1920 an den Folgen einer Grippe, seine Frau Sophie starb 1927. Beide sind auf dem alten jüdischen Friedhof an der Wanner Strasse in Gelsenkirchen-Bulmke beigesetzt. Das Ehepaar hatte fünf Kinder, der älteste Sohn, Leo Gompertz, heiratete Betty Rubens. Aus dieser Ehe  gingen drei Söhne hervor, Albert, der Erstgeborene, Fritz und Ralph.

Nach der Machtübergabe 1933 an die Nazis war auch die Familie Gompertz der Ausgrenzung und dem Verfolgungunsdruck durch die Nazis ausgesetzt. Nachdem auch das Pelzgeschäft in der so genannten „Kristallnacht“ am 9. November 1938 – wie alle Geschäfte jüdischer Inhaber – zerstört worden war, entschloß sich Vater Leo, den die Nazis nach den Pogromen im November 1938 enteigneten, mit seiner Familie Deutschland zu verlassen. 1939 konnte die Familie noch rechtzeitig Gelsenkirchen bzw. das von den Nazis besetzte Europa über die Niederlande verlassen und so der Verschleppung und Ermordung in den Konzentrationslagern durch Auswanderung in die USA entkommen.

Leo Gompertz setzte sich im Dienste des Judentums nach 1945 besonders für die Überlebenden Juden in Gelsenkirchen ein und hat so den Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen nach dem 2. Weltkrieg erst möglich gemacht. Als Vorsitzender des „Relief Commitee for Jews in Gelsenkirchen“ in New York organisierte Leo Gompertz in den ersten Nachkriegsjahren immer wieder Geld- und Lebensmittelspenden für die 75 in Gelsenkirchen lebenden Juden.

So schreibt z.B. die jüdische Exil-Zeitung „Der Aufbau“ 7. Mai 1948, Zitat:

New York: Relief Committee for Jews in Gelsenkirchen

Chairman: Leo Gompertz, 282 Cabrini Blvd., New York 33.

Unsere letzte Reliefsendung von ca. 750 Pfund Lebensmitteln ist anfangs Januar in Gelsenkirchen durch das dortige Komitee zur Verteilung gelangt. Aus den Dankschreiben ersehen wir, welche Freude diese Gaben bei den 75 Bedachten ausgelöst haben. Das jüdische Hilfskomitee hat in jeder Beziehung vorzügliches geleistet und auch die Friedhöfe wieder in beste Ordnung gebracht. Wollen Sie von der letzten Ruhestätte Ihrer Lieben ein Photo, schreiben Sie an uns und Sie werden die Aufnahme schnellstens erhalten. Wie sehr unsere Hilfe von Nöten ist, können Sie am besten beurteilen, wenn wir die Gelsenkirchner selbst zu Ihnen sprechen lassen. Dafür geben wir Ihnen nachstehend einige Auszüge von Briefen aus Gelsenkirchen:

„. . . Ich danke Ihnen herzlich für die übersandte Spende. Es war einmal wieder eine schöne Hilfe für uns, denn leider haben sich die Verhältnisse im Ruhrgebiet noch nicht gebessert. . . .“‚

„Hätten wir vor allen Dingen nicht Ihre Spenden, dann sähe es in unseren Reihen böse aus.“

In einem Schreiben, das von allen 75 Empfängern unserer Spenden unterzeichnet ist, heisst es:

„. . . Ihre Hilfe ist für uns alle eine Ermunterung, auszuhalten, wenn wir wissen, dass Freunde im Ausland wohnen, die an uns denken und auch zu opfern für uns bereit sind. Vergessen Sie uns bitte nicht. . . .“

Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Zeigen wir uns dem Schicksal, das uns hierher geführt hat, dankbar. Geben Sie uns die Möglichkeit weiter zu helfen und senden Sie bald wieder einen Scheck an unseren Schatzmeister, Max Klein, 384 Knickerbocker Avenue. Brooklyn, N. Y. Gez. Otto Guthmann, Sekretär. 504 West 173rd Street, New York 33. N. Y.

Die Familie Gompertz hat dem Gelsenzentrum e.V.  freundlicherweise die niedergeschriebenen, lebensgeschichtlichen Erinnerungen von  Albert und Fred Gompertz in der amerikanischen Orginalfassung zusammen mit Fotografien und Dokumenten zur multimedialen Aufbereitung und Publizierung auf der Internetpräsenz des Gelsenzentrum e.V. zur Verfügung gestellt. Die Texte geben in Auszügen Erinnerungen von Albert und Fred Gompertz wieder. Zahlreiche Dokumente und Fotos ergänzen die lebensgeschichtlichen Schilderungen der Brüder Gompertz und dokumentieren den Neuanfang der Familie in Amerika.

Die lebensgeschichtlichen Erinnerungen wurden als Familiengeschichte für die Kinder, Enkel und nachfolgenden Generationen niedergeschrieben und mit den Erzählungen von Vater Leo Gompertz ergänzt. Die Geschichte und Verfolgung der Familie Gompertz in Nazi-Deutschland soll nach dem Wunsch von Albert Gompertz der heutigen und den künftigen Generationen eine Warnung sein.

→ Memoirs of Albert Gompertz – „From Nazi-Germany To Amerika“

→ Fred Gompertz – My Story

→ Leo Gompertz, jüdischer Aktivist

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Erinnerung an NS-Verbrechen bewahren

65. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald

An diesem 11. April 1945 konnten sich die Gefangenen des KZ Buchenwald angesichts der vorrückenden US-Truppen selbst befreien, das Lagertor wurde nach langen Jahren des nationalsozialistischen Terrors von innen durch die Häftlinge geöffnet. Gestern trafen sich in der Gedenstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar überlebende ehemalige Häftlinge zusammen mit Veteranen der US-Army und zahlreichen Gästen, um  den 65. Jahrestag der Selbstbefreiung zu begehen und der mehr als 56.000 Menschen zu gedenken, die im KZ Buchenwald von den Nazis ermordet worden sind. Bei der Eröffnung der Gedenkfeierlichkeiten auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ Buchenwald forderte der französische Überlebende und Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora, Bertrand Herz, die nachfolgenden Generationen auf, das Erinnern an die NS-Verbrechen zu bewahren.

Erinnerung bewahren heißt auch, sich an die jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen zu erinnern, die von den Nazis im KZ Buchenwald ermordet worden sind, sich zu erinnern, dass es in Gelsenkirchen-Horst 1944 ein Außenlager des KZ Buchenwald gab. Seit Sommer 1944 richtete die SS in der Nähe von Rüstungsbetrieben, zu denen auch das Hydrierwerk in Horst gehörte, Außenlager für weibliche KZ-Häftlinge ein. In dem Außenlager  auf dem Betriebsgelände  der Gelsenberg Benzin AG in Horst waren 2.000 ungarische Jüdinnen eingepfercht, die zur Trümmerbeseitigung nach Bombenangriffen auf das Hydrierwerk eingesetzt wurden. Bei Bombenangriffen im September 1944 kamen  mehr als 150 von den ungarischen Mädchen und Frauen ums Leben, weil ihnen als Jüdinnen der Zutritt zu Bunkern und Splittergräben verwehrt worden ist.

Gelsenzentrum: → „Das Gelsenberglager, Außenlager des KZ Buchenwald in Gelsenkirchen“

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