Nazis stoppen – in Gelsenkirchen und anderswo

Medienmitteilung Gelsenzentrum e.V. 11/2010:

… Die Reihen fest geschlossen – Vlaams Belang unterstützt pro NRW nun auch in Gelsenkirchen

Eine große Delegation der flämischen Volkspartei Vlaams Belang wird zusammen mit dem eigenen „Ordnungsdienst“ und einer Bühnen- und Technikcrew bereits am 27. März im Ruhrgebiet eintreffen. Vlaams Belang wird umfangreich an der Anti-Islam-Konferenz mitwirken.

Die „Vlaams Belang“ wird im In- und Ausland vor allem wegen Ihrer Fremdenfeindlichkeit kritisiert, ihr werden Hassparolen gegen Ausländer und Rechtsextremismus vorgeworfen. Die so genannten Rechtsdemokraten aus Belgien sind breits bei dem ersten Anti-Islamisierungskongress auf dem Kölner Heumarkt zum Einsatz gekommen. Die flämischen Rechtspopulisten stellen auch den „Ordnungsdienst“ bei den geplanten Veranstaltungen.

Der angekündigte „Ordnungsdienst“ weckt unwillkürlich Erinnerungen an eine dunkle Zeit – damals hieß der Ordnungsdienst allerdings noch „Saalschutz“. Wie die geplante Unterstützung am letzten März-Wochenende in Gelsenkirchen ausehen wird, bleibt abzuwarten.

Wir rufen daher auf: Kommt am 27. März 2010 zur Gegendemonstation NO NAZIS 2010 nach Gelsenkirchen!

ARTIK NAZILERE DUR DEME ZAMANI GELDI!
ÖZGÜRLÜK ESITLIK VE KARDESLIK IÇIN BU IRKÇILARA GEÇIT VERMEMEMIZ GEREKIYOR BUGÜNÜMÜZ VE INSANCA BIR GELECEGIMIZ IÇIN
HAYDI HEP BERABER SOKAKLARA!

Setzen wir der menschenverachtenden Hetze der Nazis unseren Widerstand entgegen! Setzen wir ihrem Rassismus unsere Forderung nach Gleichberechtigung, Freiheit und Respekt entgegen!
Kommt Alle: Nazis Stoppen!

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Dokumentation überreicht

Gelsenzentrum übergibt Archivalien

In den Räumen der Stadtgemeinschaft Allenstein an der Vattmannstrasse übergab Andreas Jordan heute als Repräsentant des Gelsenzentrum e.V. ein Konvolut von Akten an den Vorsitzenden  der  Stadtgemeinschaft, Gottfried Hufenbach. Darin enthalten ist auch eine Ablichtung des Allensteiner Volksblatt vom 20. April 1909.

Der Archivar und Journalist Joseph P. Krause, ein ehemaliger Gelsenkirchener, hatte die Dokumentation aus seinem Archiv zusammengestellt, aufbereitet und sich mit der Bitte an Gelsenzentrum e.V. gewandt , die Archivalien an die Stadtgemeinschaft Allenstein zu übergeben.

Mit der Stadt Olsztyń (früher Allenstein) ist die Stadt Gelsenkirchen bereits seit Jahrzehnten befreundet. Im Jahre 1952 ist zunächst eine Patenschaft über Olsztyń entstanden, mit der das Zusammengehörigkeitsgefühl der vielen in Gelsenkirchen lebenden Vertriebenen mit ihrer Heimatstadt gepflegt wurde. Diese Patenschaft wurde, auch vor dem Hintergrund des Deutsch-Polnischen Vertrages vom 18. Juni 1991 über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, im Jahre 1992 in eine Städtepartnerschaft umgewandelt.

Übergabe der Archivalien
Andreas Jordan, 1. Vorsitzender des Gelsenzentrum übergibt das Aktenkonvolut an Gottfried Hufenbach von der Stadtgemeinschaft Allenstein

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Aufruf des Bündnis gegen Rechts in Gelsenkirchen

Aufruf des Bündnis gegen Rechts in Gelsenkirchen gegen die Konferenz von pro NRW und den Aufmarsch der NPD am 26./27. März in Gelsenkirchen

Zitat: Quer-GE-stellt – am 26./27. März keine Nazi-Konferenz in Gelsenkirchen

Die rechtspopulistische Partei Pro-NRW und die faschistische NPD kündigen an, am 27. und 28.3.2010 Aufmärsche in Gelsenkirchen und gegen die Merkez-Moschee in Duisburg durchzuführen. Pro-NRW und NPD wollen wie in der Schweiz ein Minarettverbot durchsetzen. RassistInnen und NeofaschistInnen aus Deutschland und ganz Europa sind zu ihren Aufmärschen/Konferenzen bereits eingeladen. Wir stellen uns allen RassistInnen und NeofaschistInnen entgegen, egal woher sie kommen! (…)


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Gelsenkirchen stellt sich quer – No Nazis 2010

MEDIENMITTEILUNG 10/2010

Flugblattaktion begann erfolgreich

Erfolgreich war die  erste Flugblattaktion des Vereins Gelsenzentrum gegen die Aktivitäten der  „pro NRW“ in Horst. Bereits am Freitag wurden mehrere hundert  Flugbätter mit dem Aufruf zum friedlichen Protest gegen den  so genannten Parteitag der „pro-NRW“  an der Horster Markenstrasse verteilt, heute befand sich der Infostand des Vereins an der Essener Strasse vor der St. Hippolytus-Kirche in Horst-Nord.

An der Aktion beteiligten sich auch Mitglieder der Linken Alternative Gelsenkichen. Gemeinsam rief man zur Teilnahme an der Kundgebung gegen die Aktivitäten der selbsternannten Bürgerbewegung „pro NRW“ auf. Die Flugblattaktion stieß auf  breiten Zuspruch bei den Bürgerinnen und Bürgern. Eine der am häufigsten gestellten Fragen der Passanten war allerdings: „Wer lässt den Auftritt der Rechten im Schloss Horst überhaupt zu?“ Eine durchaus berechtigte Frage, die eindeutig an die politisch Verantwortlichen in unserer Stadt gerichtet ist.

Das Treffen der Rechtspopulisten und -extremisten mehrerer Länder im Horster Schloss firmiert als „ordentlicher Parteitag“ von „pro NRW“.  So wollen die Rechten im Rahmen ihres Parteitags am 27. März eine Anti-Islam-Konferenz unter dem Motto „Abendland in Christenhand“ im Schloss abhalten und ein „Minarettverbot“ für ganz Europa fordern. Die Gegenkundgebung findet unter Beteiligung verschiedener Gruppierungen als ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis gegen Rechts am 27. März 2010 auf dem Josef-Büscher-Platz vor dem Horster Schloss statt.

„Unsere Flugblattaktion wird fortgesetzt, die Infostände werden bis zum 20. März jeweils Freitags an der Markenstrasse 3 und Samstags an der Essener Strasse 70 von 10-12 Uhr stehen. Wir wollen weiter informieren und sensibilisieren, uns den Nazis in den Weg stellen.“ Das sagte Andreas Jordan vom Gelsenzentrum am Samstag.

Der Infostand an der Essener Strasse
Der Infostand an der Essener Strasse wird aufgebaut. Von links: Gabi Wieczorrek, Heike und Andreas Jordan.

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Stolpersteine symbolisch verlegt

Winter erschwert Verlegung – neuer Termin folgt

Vier Stolpersteine hat Gunter Demnig heute in Gelsenkirchen verlegt. Der anhaltende Bodenfrost machte die geplante Verlegung von neun weiteren Stolpersteinen für den heutigen Tag erst einmal zunichte. Diese neun Stolpersteine sollen nun in Kürze nach der zu erwartenden Wetterbesserung verlegt werden. „Einen neuen Verlege-Termin werden wir frühzeitig bekantgeben“ – so die Projektleiterin der Stolpersteine in Gelsenkirchen, Heike Jordan.

Mit schwerem Gerät rückte Gunter Demnig dem gefrorenen Boden vor dem Turm der Zeche Nordstern zu Leibe

Bild: Mit schwerem Gerät rückte Gunter Demnig heute dem gefrorenen Boden vor dem Förderturm der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst zu Leibe.

Die erste Verlegung konnte heute morgen bei leichtem Schneefall und Minustemperaturen in unmittelbarer Nähe des Schachtgerüstes der ehemaligen Zeche Nordstern in Horst mit dem Einsatz eines schweren elektrischen Bohrhammers im warsten Sinne des Wortes gestemmt werden. Gunter Demnig mühte sich redlich, den hartgefrorenen Boden für die Verlegung des Stolpersteins für den belgischen Zwangsarbeiter Charles Ganty vorzubereiten. Ganty, der aus Jumet in der Nähe von Charleroi in Belgien stammte, wurde 1940 als Zivilarbeiter nach Deutschland dienstverpflichtet. Er war ab Januar 1941 als Zwangsarbeiter auf der Zeche Nordstern eingesetzt. Wegen Arbeitssabotage von der Gestapo zunächst in ein so genanntes „Arbeitserziehungslager“ eingewiesen, wurde Ganty nach Verpflichtung zu politischem Wohlverhalten im Sinne der Nazis zunächst entlassen und wegen kritischer Äußerungen am 31. August 1942 erneut festgenommen. Er wurde schließlich am 21. Mai 1943 vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und am 7. September 1943 in Plötzensee ermordet.

An den nächsten geplanten Verlegeorten an der Zollvereinstasse 4, Kurt-Schumacher-Strasse 10, Bochumer Strasse 45, Neustadtplatz 6, Wildenbruchstrasse, und Augustastrasse 7 wurden die Stolpersteine lediglich symbolisch verlegt, der durchgefrorene Boden ließ die Verlegung der Stolpersteine einfach nicht zu. Unterstrichen wurden die symbolischen Verlegungen durch das niederlegen einer weißen Rose.

An der Hauptstrasse 16 kam dann der Bohrhammer erneut zum Einsatz und so konnten dann die drei Stolpersteine für Angehörige der jüdischen Familie Grüneberg, die hier einst lebte und arbeitete, in das Pflaster eingelassen werden. Der Gelsenkirchener Kantor Yuriy Zemskyi betete singend ein jüdisches Totengebet, das El male Rachamim für die Ermordeten der Familie Grüneberg. Eine Dortmunderin, die auch eine Patenschaft für einen Stolperstein übernommen hatte, verlas das Verfolgungsschicksal der Familie Grüneberg. Die einzig überlebende der Familie, Lore Buchheim geborene Grüneberg, lebt heute 85jährig in den USA.

Vortrag in der „flora“

Von links: Heike Jordan, Projektleiterin der Stolpersteine für Gelsenkirchen, Andreas Jordan, Initiator und Gunter Demnig

Von links: Heike Jordan, Projektleiterin der Stolpersteine für Gelsenkirchen, Andreas Jordan, Initiator und Gunter Demnig, geistiger Vater des Gesamtprojekts Stolpersteine gestern in der Gelsenkirchener „flora“

Bereits gestern hielt Gunter Demnig einen Vortrag in der Gelsenkirchener „flora“. Eindrucksvoll beschrieb der Kölner Künstler seinen künstlerischen Werdegang und sein Projekt Stolpersteine gegen das Vergessen, das mittlerweile zu seinem Lebenswerk geworden ist. Annähernd 23.000 Stolpersteine hat Demnig mittlerweile flächenbündig in die Gehwege vieler europäischer Länder eingelassen. Das Projekt Stolpersteine hat sich so zum größten dezentralen Mahnmal der Welt entwickelt – Gelsenkirchen ist seit der ersten Verlegung von Stolpersteinen im Sommer 2009 ein Teil dieses Mahnmals. Im Anschluss an den Vortrag stellten interessierte BesucherInnen Fragen zum Projekt Stolpersteine, die der Kölner Künstler Gunter Demnig gerne beantwortete. Weitere Patenschaften für die Stolpersteine in Gelsenkirchen sind im Anschluß an den Vortrag übernommen worden.

→ Internetpräsenz der Stolpersteine in Gelsenkirchen

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Veranstaltung und Kundgebung NO NAZIS 2010

GELSENZENTRUM macht mobil gegen Pro Nrw

Die Veranstaltung und Kundgebung NO NAZIS 2010 am 27. März 2010 in Gelsenkirchen findet auf dem Josef-Büscher-Platz statt. „Wir müssen deutlich mit einem breiten gesellschaftlichen Schulterschluss als „Bündnis gegen Rechts“ zeigen, das alte und neue Nazis nicht willkommen sind – in Gelsenkirchen wie anderswo!“ so die Sprecherin des Gelsenzentrum e.V., Heike Jordan.

Infostand/Flugblatt-Aktion an der Markenstrasse Höhe Hausnr. 3. Jeweils Freitags am 19.2.2010, 26.2.2010, 5.3.2010, 12.3.2010 und 19.3.2010 von 10-12 Uhr

Infostand/Flugblatt-Aktion an der Essener Strasse vor Hausnr. 70 Höhe Kirchengebäude St. Hippolytus. Jeweils Samstags am 20.2.2010, 27.2.2010, 6.3.2010, 13.3.2010 und 20.3.2010 von 10-12 Uhr

Veranstaltungsplakat der Kampagne NO NAZIS 2010. Ein Projekt von GELSENZENTRUM E.V. Gelsenkirchen

Veranstaltungsplakat der Kampagne NO NAZIS 2010
Ein Projekt von GELSENZENTRUM E.V. Gelsenkirchen

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Vorpremiere in der Werkstatt Gelsenkirchen-Buer

„Miriam kann nicht schlafen“

„Miriam kann nicht schlafen“ ist eine literarisch-musikalische Spurensuche zu jüdischen Leben, präsentiert als Collage aus Lesung, Musik, Theater, Tanz und Gesang. Lyrik und Prosa jüdischer Autoren, Geschichtliches und Biografisches, Dramatisches und Heiter-Besinnliches verweben sich mit traditioneller Klezmermusik und Eigenkompositionen zu einem dichten Netz aus Eindrücken für Augen, Ohren, Hirn und Herz.

Marga Spiegel, von der auch Texte gelesen werden, hat ihr Kommen fest zugesagt. Die 97-jährige, die jüngst noch in New York der Premiere der Verfilmung ihrer Lebenserinnerungen beigewohnt hat, ist Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland. Ihre Lebenserinnerungen sind bereits 1969 unter dem Titel „Retter in der Nacht“ erschienen und wurden im vergangenen Jahr mit Monika Ferres und Armin Rohde in den Hauprollen verfilmt.Sie kommt nun in die „werkstatt“ weil sie ein großer Fan von Norbert Labatzkis Klezmer-Musik ist.

Texte von: Marga Spiegel, Anne Frank, Hilde Domin, Ephraim Kishon, Mascha Kaléko, Paul Celan. Musik, Klarinette: Norbert Labatzki. Rezitation, Gesang, Tanz: Heide Bertram. Idee: Norbert Labatzki. Konzeption: Norbert Labatzki und Heide Bertram.

Vorpremiere: Sonntag, den 07.02.2010 um 19:30h in der Werkstatt, Hagenstr. 34 in 45894 Gelsenkirchen-Buer

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Gunter Demnig verlegt erste Stolpersteine in Italien

Stolpersteine in Rom

Am 28. Januar 2010 verlegte der Künstler Gunter Demnig  die ersten Stolpersteine  in Rom. An 8 Verlegeorten erinnern nun auch in der italienischen Hauptstadt die Stolpersteine an 31  NS-Opfer und Opfer des Faschismus. Mehr als 22.000 Stolpersteine  zur Erinnerung an die Menschen, die von den Nazis ermordet worden sind, hat Demnig seit 1996  inzwischen europaweit verlegt. Das Projekt Stolpersteine hat sich zum weltweit größten dezentralen Mahnmal gegen dasVergessen entwickelt.

Elf Stunden dauerten die Verlegungen der Stolpersteine, eine Besonderheit bildete die Verlegung der Stolpersteine vor der Carabinieri-Kaserne in der Viale Giulio Cesare für die Angehörigen der Carabinieri, junge Männer zwischen 20-25 Jahren, die sich den Befehlen der SS verweigert hatten, sich an den Deportationen zu beteiligen und so selber am 7. Oktober 1943 in den Tod deportiert worden sind. Eine  Ehrenabordnung der Carabinieri   nahm an der Verlegung dieser 12 Stolpersteine teil.  Einheiten der Carabinieri wirkten unter den Faschisten Mussolinis an Kriegsverbrechen mit und waren an Deportationen von Menschen in die Vernichtungslager der Nazis beteiligt. Die Carabinieri ist heute eine polizeiliche Gendarmerie, eine eigenständige Teilstreitkraft  in der italienischen Armee.

Carla Di Veroli, Ministerialrätin für Kulturpolitik, sagte: „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Juden und Angehörigen anderer Opfergruppen deportiert wurden, weil die Nazis es befahlen, sondern auch, weil die italienischen Faschisten in den städtischen Ämtern das Hitler-Regime unterstützen. Sie gaben Listen mit den Namen und Wohnungen der Juden und  anderen NS-Opfern an die Nazis weiter und wirkten so  aktiv an den Deportationen der Menschen in die Vernichtungslager der Nazis mit.“ 

Die Stolpersteine sind nun ein bleibendes Zeichen der Erinnerungskultur, real und greifbar, schlicht und unaufdringlich sind sie Teil der Stadt Rom, ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens geworden.

Die Verlegung der ersten Stolpersteine, der „pietre d´inciampo“, wie sie in Italien heißen,  wird in einem Buch verarbeitet. Darin enthalten sind historische und kritische Texte, Biographien der Ermordeten, fotografische Abbildungen der Verlegeorte sowie eine CD mit Filmaufnahmen von den Stolperstein-Verlegungen an diesem denkwürdigen Tag, dem  28. Januar 2010. Die Präsentation des Buches ist für den 16. Oktober 2010, dem Jahrestag der Deportationen, geplant.

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Ein Bekenntnis für die Opfer

Herne weiht Shoah-Mahnmal ein

In einem bewegenden Festakt hat die Stadt Herne am Freitag, 29. Januar 2010, das Zentrale Denkmal für die Opfer der Shoah aus Herne und Wanne-Eickel eingeweiht. Überlebende der Shoah, unter anderem aus Großbritannien, den USA und Israel, waren der Einladung von Oberbürgermeister Horst Schiereck in die Stadt ihrer Kindheit gefolgt. Die vorgetragenen Kindheitserinnerungen von Gunter Ruf im Saal der Volkshochschule und von Esther Hochermann vor dem Mahnmal auf dem Willi-Pohlmann-Platz waren die bewegenden Höhepunkte der Einweihung, an deren Ende das jüdische Totengebet gesprochen wurde.

Zuvor hatte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Charlotte Knobloch, Hernes intensive Beschäftigung mit der Vergangenheit gelobt. „Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können die Zukunft gemeinsam gestalten“, appellierte sie zum Abschluss ihrer Rede, in der sie die gelungene Gestaltung des Mahnmals durch die Künstler Gabriele Graffunder und Winfried Venne betonte. In seinem Grußwort würdigte Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Kulturstaatssekretär des Landes NRW, Hernes Erinnerungsarbeit als beispielhaft.

Oberbürgermeister Horst Schiereck ging in seiner Rede darauf ein, dass bewusst ein zentraler Standort gewählt wurde, an dem das Denkmal Passanten auffordert, sich ihm zu nähern und sich mit der Shoah zu beschäftigen. „Der 27. Januar und das Shoah-Denkmal rufen nicht nur zur Erinnerung. Sie mahnen uns auch, laut und deutlich Nein zu sagen gegen rechte Gewalt. Hingegen wollen wir ein klares und vernehmliches Ja rufen, wenn man uns nach Toleranz, Würde und Anerkennung und dem Miteinander der Kulturen in unserer Stadt fragt“, mahnte das Stadtoberhaupt. An der Feierstunde nahmen neben der stellvertretenden Regierungspräsidentin von Arnsberg, Karola Geiß-Netthöfel, auch zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Schülergruppen und viele Herner Bürger teil.

Text: Horst Martens

Reportage und Fotos von der Einweihung

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„Gemeinsam Gedenken“ am Holocaust-Gedenktag in Gelsenkirchen

Schweigezug zum 27. Januar 2010

Die Witterungsverhältnisse erinnerten an die Nacht vor 68 Jahren, an den 27. Januar 1942 in Gelsenkirchen. Von Zeitzeugen, die in jener Nacht vom Sammellager an der Wildenbruchstrasse (ehemalige Ausstellungshalle) zum Güterbahnhof getrieben wurden, wissen wir, das es in jener Nacht ebenfalls bitterkalt war.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Veranstaltung „Gemeinsam Gedenken“ hatten sich an der Wildenbruchstrasse/Ecke Fontanestrasse versammelt, um in einem Schweigezug den Weg zu gehen, den die Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 gehen mußten, bevor die Nazis die Menschen in den wartenden Deportationszug trieben. Unweit des alten Güterbahnhofs begingen die Anwesenden dann gemeinsam den Holocaust-Gedenktag.

Eröffnet wurde die Gedenkveranstaltung von Heike Jordan, Projektleiterin des Arbeitskreises Stolpersteine in Gelsenkirchen mit dem Vortrag des Gedichtes „Schlaflied für Daniel“ von Siegfried Einstein, gefolgt von der Begrüßung durch Andreas Jordan vom Verein GELSENZENTRUM, der anschließend auch das Grußwort des 2. Vorsitzenden des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Nordrhein-Westfalen, Herr Roman Franz jr. zur Gedenkveranstaltung „Gemeinsam Gedenken“ und zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz verlas, da Herr Franz krankheitsbedingt nicht persönlich teilnehmen konnte.

Lothar Wickermann sprach für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA). Die Veranstaltung schloß mit der Rede von Elena Gubenko vom jüdischen Kulturverein KINOR, die auch Grußworte von Lew Belogolowski, einem der letzten in Gelsenkirchen lebenden jüdischen Kriegsveteranen der Roten Armee und von Felix Lipski (Bochum), einem Überlebenden des Ghettos Minsk, überbrachte.

→ Die Redebeiträge werden hier ungekürzt wiedergegeben

Bericht eines Teilnehmers an der Veranstaltung :
→ Gemeinsam Gedenken 27.1.2010 in Gelsenkirchen

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